Titel, Talente, Transfergewinne: Die erfolgreiche BVB-Nachwuchsarbeit im Blickpunkt

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Die U19 feiert den Gewinn der deutschen Meisterschaft im Jahr 2017, Foto: dpa

Kaum ein Verein in Deutschland ist in der Jugendarbeit so erfolgreich wie der BVB. Das macht den Klub interessant für Top-Talente aus dem In- und Ausland.

Kaum ein Verein in Deutschland ist in der Jugendarbeit so erfolgreich wie der BVB. Das macht den Klub interessant für Top-Talente aus dem In- und Ausland. Dieses Modell zahlt sich sowohl sportlich als auch wirtschaftlich aus.

  • Die beiden ältesten BVB-Jugendteams feierten zwischen 2014 und 2019 insgesamt sechs Meisterschaften.
  • Auch wer nicht den Sprung in die erste Mannschaft schafft, hat gute Aussichten auf einen Profivertrag.
  • Mit Mateu Morey, Magnus Kaastrup und Bradley Fink wechseln auch in diesem Sommer wieder hoffnungsvolle Talente zum BVB.

In der abgelaufenen Saison waren, laut BVB-Mitgliedermagazin, weltweit insgesamt 97 ehemalige BVB-Nachwuchsspieler als Profifußballer aktiv. Mit Marco Reus, Mario Götze, Christian Pulisic, Jacob Bruun Larsen sowie Marcel Schmelzer standen davon fünf Akteure im Kader des BVB.

Zwischen 2014 und 2019: BVB-Nachwuchs gewinnt sechs deutsche Meisterschaften

Unter den anderen 92 befinden sich prominente Namen wie Nuri Sahin, Kevin Großkreutz oder Antonio Rüdiger. Alle profitierten vom hohen Niveau der Dortmunder Nachwuchsarbeit.

Auch in puncto Titelgewinne stellen die Schwarzgelben immer wieder neue Rekorde auf. So konnte die A-Jugend des BVB zwischen 1993 und 1998 fünf Meisterschaften in Folge feiern. 1994 wirkte dabei ein gewisser Lars Ricken mit, der im Verein inzwischen als Jugendkoordinator arbeitet.

In den letzten Jahren fielen dann weitere Bestmarken. Zwischen 2014 und 2019 errungen die A- sowie B-Jugend zusammen sechs deutsche Meisterschaften in Serie. Dabei gelang jeweils eine Titelverteidigung (U19: 2016/2017, U17: 2014/2015).

In 2019 hätte der BVB sogar beinahe das Double feiern können. Allerdings unterlag die U17 im Finale dem 1. FC Köln mit 2:3. Die U19 setzte sich im Endspiel zuvor 5:3 gegen den VfB Stuttgart durch.

Zwei Modelle: Entwicklungsfähige Spieler für die Profis und Talente für die Jugend

Dabei verfährt Schwarzgelb zweigleisig in der Nachwuchsarbeit. Einerseits bemüht man sich um junge entwicklungsfähige Spieler, die sofort im Bundesliga-Kader dabei sind (z.B. Ousmane Dembélé oder Julian Brandt).

Zudem verpflichtet der BVB aber auch Talente, die zunächst die Jugendmannschaften durchlaufen (z.B. Christian Pulisic oder Jacob Bruun Larsen).

Dieses Modell ist für den Klub sowohl sportlich als auch wirtschaftlich enorm erfolgreich. 2017 wurde Dortmund Pokalsieger und verkaufte Dembélé im August für mehr als 100 Millionen Euro an den FC Barcelona. Christian Pulisic verhalf dem BVB zu mehreren Champions League-Teilnahmen. Im Januar 2019 wechselte er für 64 Millionen Euro in die englische Premier League.

BVB-Nachwuchs: Die nächsten Talente stehen schon bereit

Die nächsten vielversprechenden Nachwuchsspieler stehen schon bereit. Zu nennen sind hier unter anderem Tobias Raschl, Luca Unbehaun, Youssoufa Moukoko, Immanuel Pherai, Kamal Bafounta oder Giovanni Reyna.

Mit Barca-Juwel Mateu Morey, dem dänischen U19-Nationalspieler Magnus Kaastrup und der Schweizer Sturm-Hoffnung Bradley Fink wechseln auch in diesem Sommer wieder hoffnungsvolle Talente zum BVB.

Selbst wenn ein Jugendspieler beim BVB nicht den (dauerhaften) Sprung in die erste Mannschaft schafft, hat er gute Chancen auf einen Profivertrag. Aktuelle Beispiele sind: Luca Kilian (zum SC Paderborn), Tobias Missner (zu Wehen Wiesbaden), Robin Kehr (zu Greuther Fürth), Enrique Peña Zauner (zu Sandhausen), Nico Lübke (zum VfL Bochum) oder Yassin Ibrahim (zu den Würzburger Kickers).

Investitionen in Infrastruktur und Personal

Um sich weiterhin zu verbessern, investiert der BVB in seine Nachwuchsarbeit. Neben Maßnahmen bei der Infrastruktur gibt es auch personelle Veränderungen.

So kehrt Michael Skibbe als U19-Trainer zum Verein zurück. Otto Addo soll für eine bessere Betreuung der Top-Talente sorgen und eine Schnittstellenfunktion zwischen Profis, U23 und Jugendmannschaften einnehmen.

Ein Schlüssel zum Erfolg ist dabei auch das Scouting-Netzwerk des BVB. In einem Interview mit dem Evening Standard sagte Nachwuchskoordinator Lars Ricken Anfang März: „Wir kennen jeden talentierten Spieler in Europa, vielleicht sogar weltweit.“

Mit Top-Scouting zu Spielern wie BVB-Talent Jadon Sancho

Anlass des Interviews war Englands Shooting-Star Jadon Sancho. Der 19-Jährige entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem der begehrtesten Talente. Sein Marktwert soll bereits weit über 100 Millionen betragen. Für nur 7,8 Millionen im August 2017 zum BVB gekommen, wird er dem Klub in Zukunft wohl die nächste Ablöse im dreistelligen Millionen Bereich bescheren.

Neben dem Scouting schickt Dortmund auch seine Fußballakademie in Länder der Welt, um neue Talente zu entdecken. In den USA eröffnete der BVB kürzlich gleich sechs Jugendschulen.

Aktuelle BVB-Themen

Auch wenn die Schwarzgelben mit Axel Witsel und Mats Hummels in jüngerer Vergangenheit zwei „fertige“ und gestandene Profis in den Verein holten, wird sich an der generellen Philosophie der Entwicklung von Top-Talenten nicht grundsätzlich etwas verändern.