Trotz des Achtelfinal-Einzugs

Einmal Note 6: Die BVB-Einzelkritik zum Auswärtssieg bei Zenit St. Petersburg

BVB Marco Reus Nico Schulz Zenit St Petersburg
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Der BVB zeigte sich im Champions-League-Spiel gegen Zenit St. Petersburg lange ideenlos. Hier die Noten in der Einzelkritik.

Der BVB siegt in der Champions League gegen St. Petersburg. Über weite Strecken bot Borussia Dortmund aber ein Trauerspiel. Die Einzelkritik und Noten.

St. Petersburg – Borussia Dortmund hat als Gruppensieger der Gruppe F den Einzug ins Achtelfinale der Champions League geschafft. Über weite Strecken des Spiels war aber erneut viel Sand im BVB-Getriebe.

BVB-Einzelkritik gegen Zenit: Die Noten für Borussia Dortmund in der Champions League

Marwin Hitz: Dass er beim 2:1-Sieg des BVB gegen Zenit St. Petersburg statt Dortmunds Nummer 1 Roman Bürki spielen durfte, kam etwas überraschend. Durch „hervorragende Leistungen“ habe er sich den seltenen Einsatz verdient, sagte Michael Zorc vor dem Spiel bei Sky. Schon nach 16 Minuten musste er zwar hinter sich greifen, war aber gegen den abgefälschten Schuss von Driussi machtlos. Sah sich insgesamt satten 17 Torschüssen ausgesetzt und tat sein Möglichstes, um den Laden sauber zu halten. Note: 3

Lukasz Piszczek: Anfangs leistete sich der Routinier noch einige Unsicherheiten in der Dreierkette des BVB. Und gewann nur 40 Prozent seiner Zweikämpfe. Später trug er ganz entscheidend zum Sieg bei, als er nach einem Abpraller zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich abstaubte (68.). Eine schöne Geschichte, dass ihm im Alter von 35 Jahren sein erstes Champions-League-Tor gelang. Mit Tor-Bonus gibt es in der Einzelkritik die Note: 3,5

BVB-Einzelkritik gegen Zenit: Mats Hummels und Emre Can verdienen sich ordentliche Noten

Mats Hummels: Wurde von Driussis Schuss überrascht und fälschte unglücklich zum 0:1 ab. Die Fehler begannen bei diesem Gegentreffer aber schon weiter vorne. Ansonsten strahlte der Abwehr-Boss des BVB die gewohnte Ruhe aus und gewann jeden einzelnen Zweikampf. Sein Schuss aus kurzer Distanz war es außerdem, den Kerzhakov vor dem Treffer von Lukasz Piszczek nicht festhalten konnte. In der 72. Minute war die Luft raus, Dan-Axel Zagadou übernahm. Note: 2,5

Emre Can: Auch er zeigte gegen Zenit St. Petersburg eine zufriedenstellende Leistung. Gewohnt einsatzfreudig und mit dem einen oder anderen Vorstoß in die Offensive. Note: 3

Felix Passlack am Ball gegen den Torschützen zum 1:0 Sebastian Driussi. Ebenso wie einige andere BVB-Spieler war er ideenlos.

BVB-Einzelkritik gegen Zenit: Felix Passlack taucht in der Champions League unter

Felix Passlack: Weil zehn Spieler bei Borussia Dortmund verletzt fehlten, durfte das BVB-Eigengewächs in der Champions League wieder von Beginn an auflaufen. Er präsentierte sich sehr unauffällig und ohne Impulse für das Angriffsspiel. Bitter ist außerdem eine Zweikamfquote von 0%. Schon nach einer knappen Stunde ausgewechselt. Note: 5

Axel Witsel: Eigentlich hatte man sich schon wieder auf eines der zuletzt häufiger vorkommenden Schlafwagen-Spiele des einst so dominanten Belgiers eingestellt. Denn auch gegen Ex-Verein Zenit St. Petersburg ließ er lange den nötigen Esprit vermissen. Bis er aus dem Nichts mit einem platzierten Distanzschuss das Spiel entschied. Von Magerkost zum Matchwinner und in der Einzelkritik mit Note: 3,5

BVB-Einzelkritik gegen Zenit: Note 2,5 für Jude Bellingham

Jude Bellingham: Champions-League-Zeit ist Bellingham-Zeit beim BVB. In jedem Spiel der Gruppenphase kam der erst 17-jährige Engländer zum Einsatz, viermal sogar von Anfang an. Auch heute wieder mit einer überraschend reifen Spielanlage, stark im Pressing und mit einer gesunden Portion Aggressivität unterwegs. Schoss viermal aufs Tor und steuerte zwei Torschussvorlagen bei. Dass nicht noch mehr gelang, lag auch daran, dass mit Erling Haaland der entsprechende Zielspieler fehlte. Note: 2,5

Nico Schulz: Noch vor wenigen Wochen hätte kaum jemand damit gerechnet, dass der deutsche Nationalspieler bald zweimal in Folge über 90 Minuten für Borussia Dortmund auflaufen würde. Und in der ersten Halbzeit gegen Zenit St. Petersburg lief das Spiel des BVB zu größten Teilen über seine linke Seite. Das Problem: Gefährlich wurde es dabei nur selten, weil der finale Pass nicht ankam. Eine Ausnahme bildete die Flanke auf den Kopf von Jude Bellingham, die dieser aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbringen konnte (42.). Beim Führungstreffer der Gastgeber ließ er sich abkochen. In der Einzelkritik reicht das nur für Note: 4

BVB-Einzelkritik gegen Zenit: Julian Brandt ist ein Totalausfall

Thorgan Hazard: Wie einige Teamkollegen war er am Wochenende beim 1:1 des BVB bei Eintracht Frankfurt nicht zum Einsatz gekommen, in der Champions League stand er wieder in der Startelf. Er verbuchte die erste nennenswerte Gelegenheit für Borussia Dortmund in der 19. Minute, als Kerzhakov all sein Können auspacken musste, um seinen satten Flachschuss zu parieren. Hiernach wurde es deutlich ruhiger um ihn. Ein unnötiger Ballverlust in der gegnerischen Hälfte hätte außerdem fast zum 2:0 der Gastgeber geführt, dem Treffer von Azmoun wurde aber wegen Abseits die Anerkennung verwehrt. Musste nach 84 Minuten angeschlagen vom Feld gehen. Note: 4

Julian Brandt: Was ist nur mit Zauberfuß Julian Brandt los? Zum wiederholten Male in den vergangenen Wochen gelang ihm kaum etwas. Unaufmerksamkeiten, Ballverluste und Fehlpässe pflasterten gegen Zenit St. Petersburg seinen Weg. Man wünscht dem sympathischen BVB-Profi eine baldige Rückkehr zu seiner eigentlichen Leistungsfähigkeit, denn aktuell ist das zu wenig. Note: 6

BVB-Einzelkritik gegen Zenit: Überschaubare Noten für Marco Reus und Youssoufa Moukoko

Marco Reus: Er sorgte mit seinem sehenswerten Schlenzer in der 45. Minute fast für einen Paukenschlag, traf aber nur den Innenpfosten. Ansonsten fiel einmal mehr auf: Ohne Erling Haaland endet das Offensivspiel des BVB meist abrupt am gegnerischen Sechzehner. Nicht so bei der Entstehung des 1:1, als er Mats Hummels im Strafraum fand. Mehr Präsenz wäre vom Kapitän dennoch wünschenswert. Note: 3,5

Youssoufa Moukoko: Zugegeben: An den Treffern der Routiniers Lukasz Piszczek und Axel Witsel (zusammen 66 Jahre jung) hielt der 16-Jährige keine Aktien. Fakt ist aber auch: Sobald der einzig fitte Mittelstürmer im Kader eingewechselt wird, fallen die Tore. Heute kam er in der 58. Minute für Julian Brandt und wurde so zum jüngsten Champions-League-Spieler aller Zeiten. Er sammelt derzeit wichtige Erfahrungswerte. Note: 3,5

Giovanni Reyna: Seine Einwechselung nach einer knappen Stunde machte sich ebenfalls bezahlt. In der Offensive fügte er sich zwar passabel ein. Noch wichtiger war heute aber, dass er im eigenen Strafraum in höchster Not (82) klärte. In der Einzelkritik gibt es dafür: Note: 3

BVB-Einzelkritik gegen Zenit St. Petersburg: Jadon Sancho kommt spät, Ansgar Knauff feiert Debüt

Dan-Axel Zagadou: Nach über sechsmonatiger Verletzungspause hatte er am Wochenende gegen Frankfurt sein Comeback gegeben. Heute hielt er ab Minute 72 den Laden dicht. Ohne Note

Jadon Sancho: Sehr überraschend, dass Lucien Favre im Kampf um den Gruppensieg bis zur 72. Minute auf seinen talentiertesten, fitten Spieler verzichtete. Nachdem er Lukasz Piszczek ersetzte, hatte er die eine oder andere gute Aktion. Dennoch: Ohne Note

Ansgar Knauff: Es war die Überraschung des Tages. Der 18-Jährige, der erst kürzlich beim BVB einen Profivertrag bis 2023 unterschrieben hat, durfte erstmals Champions-League-Luft schnuppern. Nach 83 Minuten kam er für Thorgan Hazard. Die vier Ballkontakte dieses Abends wird der Youngster nie mehr vergessen. Ohne Note