Dortmund gewinnt bei Terzic-Debüt

Zweimal Note 2: Die BVB-Einzelkritik zum Auswärtssieg bei Werder Bremen

BVB Werder bremen Jubel Marco Reus
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Der BVB bekommt in der Einzelkritik für das Spiel in Bremen gute Noten, ein Spieler überrascht beim Terzic-Debüt.

Der neue BVB-Trainer Edin Terzic feiert zum Einstand einen Sieg bei Werder Bremen. In der Einzelkritik gibt es für die Profis von Borussia Dortmund ordentliche Noten.

Bremen – Borussia Dortmund hat mit neuem Trainer wieder in die Erfolgsspur gefunden. Beim 2:1-Sieg des BVB in Werder Bremen gelang nicht alles, aber die Einstellung stimmte.

BVB-Einzelkritik gegen Werder Bremen: Die Noten für Borussia Dortmund beim Debüt von Edin Terzic

Roman Bürki: Viel zu halten hatte der Torhüter von Borussia Dortmund nicht. Und die erste richtig gute Gelegenheit des SV Werder Bremen führte direkt zum 1:1-Ausgleich durch Möhwald (28). Bei dem platzierten Flachschuss des Bremers gab es für Roman Bürki nichts zu halten. Sehenswert aber, wie er kurz vor der Pause gegen Augustinssons Schlenzer übergriff und den Ball aus dem Eck fischte. Machte einen sicheren Eindruck. Note: 3

Raphael Guerreiro: Was der technisch versierte Portugiese heute beim Einstand von Edin Terzic zeigte, war durchaus sehenswert. Überlegt traf er schon nach zwölf Minuten per Abstauber zur Führung des BVB. Satte 117 Ballkontakte belegen seine Präsenz im schwarz-gelben Kombinationsspiel. Er bleibt auch unter dem neuen Trainer eine Schlüsselfigur. Note: 2,5

BVB-Einzelkritik gegen Werder Bremen: Manuel Akanji bügelt seinen Fehler wieder aus

Mats Hummels: Der Abwehrchef fand gegen Werder Bremen wieder zur gewohnt stabilen Form zurück. Gewann fast alle Zweikämpfe und stand meist richtig, wenn die Bremer zum Konter ansetzten. Potenziell brenzlige Situationen löste er mit der bekannten Ruhe. Nach vorne gelang heute aber nicht so viel wie sonst üblich. In der Schlussphase musste er mit leichten muskulären Problemen ausgewechselt werden. Edin Terzic sah es positiv: „Das ist ein gutes Zeichen, weil er sich komplett verausgabt hat“. Note: 3

Manuel Akanji: Sein grober Fehler ermöglichte die Entstehung des Ausgleichs. Zweimal abenteuerliche Klärungsversuche in die Mitte. Abgesehen davon hielt auch er die Abwehr dicht, wenngleich er im Zweikampf nicht so stark unterwegs war wie Mats Hummels. Holte den Elfmeter zum entscheidenden Treffer durch Marco Reus heraus und machte so den Lapsus aus der ersten Halbzeit wieder gut (78.). In der Einzelkritik gibt es Note: 4

BVB-Einzelkritik gegen Werder Bremen: Unauffällige Leistungen von Mateu Morey und Axel Witsel

Mateu Morey: Auf der rechten Seite des BVB war er nicht ganz so aktiv wie sein Pendant Raphael Guerreiro auf links. Anfangs noch sehr verhalten unterwegs und mit Problemen gegen Augustinsson, in der zweiten Hälfte dann mit vermehrten Spielanteilen. Schöne Flanke auf den Kopf von Marco Reus (71.), der zu diesem Zeitpunkt noch nicht an Teufelskerl Pavlenka im Werder-Tor vorbeikam. Note: 4

Axel Witsel: Positiv: Er trat durch einige Ballgewinne in Erscheinung. Negativ: Bei Kontern ließ sich das BVB-Mittelfeld bisweilen zu einfach überspielen. Mit 54 Ballkontakten nicht so eingebunden, wie sich das für einen Leader in der Mittelfeldzentrale gehört. Note: 3

BVB-Einzelkritik gegen Werder Bremen: Bellingham und Reyna lassen Kreativität vereinzelt aufblitzen

Jude Bellingham: Der Youngster durfte beim Debüt von Edin Terzic wieder von Beginn an ran, hing aber noch mehr in der Luft als Axel Witsel. 42 Ballkontakte sind sogar noch weniger als beim Belgier. Immerhin: Wenn er mal an den Ball kam, dann hatte er den einen oder anderen technischen Leckerbissen im Angebot. Wie etwa in Minute 58, als er mit der Hacke auf Jadon Sancho weiterleitete. Sein Landsmann traf anschließend sogar ins Tor, stand aber zum Zeitpunkt des Passspiels im Abseits. Note: 4

Jude Bellingham (r.) beim Spiel des BVB gegen Werder Bremen.

Giovanni Reyna: Besonders in der Anfangsphase war der US-Amerikaner sehr aktiv. 11,6 Kilometer Laufleistung sollten gegen Bremen Bestwert beim BVB bleiben. Im Abschluss und beim finalen Pass fehlte aber meist die Präzision. Anders beim 1:0 durch Raphael Guerreiro, das er durch einen sehenswerten Doppelpass mit Jadon Sancho einleitete. Note: 3,5

BVB-Einzelkritik gegen Werder Bremen: Marco Reus blüht beim Debüt von Edin Terzic auf

Marco Reus: Er war der große Gewinner beim ersten Spiel von Edin Terzic. In etwas defensiverer Rolle fand der BVB-Kapitän endlich wieder zu alter Stärke. Vier Torschüsse und vier Vorlagen sind Werte, die man von Marco Reus schon lange nicht mehr gesehen hat. Wenn es gefährlich für den Werder-Kasten wurde, war er meist beteiligt. Umso schöner für das Dortmunder Urgestein, dass sein Treffer zum 2:1 das Spiel entschied. Zugegeben: Der Elfmeter war nicht gut geschossen, aber immerhin der Nachschuss saß. Sonderlob gab es anschließend vom neuen Trainer: „Er ist heute komplett vorweg gegangen. Wir sind sehr, sehr glücklich, dass er bei uns ist“. Endlich wieder eine gute Einzelkritik und Note: 2,5

Jadon Sancho: Man hätte ihm den ersten Bundesliga-Saisontreffer in der 58. Minute gegönnt. Der Weg aus dem Formtief funktioniert für den jungen Superstar aber nur in kleinen Schritten. Der schnellste Spieler auf dem Platz (knapp 33 Km/h) lief viel, war kombinationsfreudig. Alles klappt aber weiterhin nicht. Es fehlt derzeit die Brillanz, die ihn normalerweise zum Unterschiedsspieler macht. Sammelt immerhin einen Assistpunkt, weil Raphael Guerreiro nach seinem gescheiterten Abschluss zum 1:0 für den BVB abstaubte. Note: 3,5

BVB-Einzelkritik gegen Werder Bremen: Youssoufa Moukoko hat kein Glück

Youssoufa Moukoko: Edin Terzic hat die Wichtigkeit eines Mittelstürmers für die Statik des BVB-Spiels erkannt. „Es war wichtig, dass wir jemanden im Zentrum haben, die Wege macht und den Gegner permanent beschäftigt“, sagte der Trainer nach dem Spiel. Allerdings kam Youssoufa Moukoko heute beim Startelf-Debüt nur auf 19 Ballkontakte. Zweimal verpasste er nur haarscharf seinen ersten Bundesliga-Treffer per eingesprungener Grätsche aus kurzer Distanz (5. und 51.). Manchmal noch mit Schwierigkeiten in der Ballan- und mitnahme. Note: 4

Julian Brandt: Der Mittelfeldmann spielte ab Minute 73 für Jude Bellingham und hatte maßgeblichen Anteil am Ausgang des Spieles. Denn seine Flanke war es, die Pavlenka nicht festhalten konnte, ehe er Manuel Akanji abräumte. Wegen der kurzen Spielzeit in der Einzelkritik: Ohne Note

BVB-Einzelkritik gegen Werder Bremen: Can, Piszczek und Zagadou ohne Noten

Emre Can: Bei der 1:5-Niederlage gegen den VfB Stuttgart hatte der Allrounder noch in der BVB-Innenverteidigung gespielt. Gegen Bremen setzte Edin Terciz auf Youssoufa Moukoko – und Emre Can auf die Bank. Als die Dortmunder in der Schlussphase führten (80.), drehte der neue Trainer das Spiel um und brachte den Defensivspezialisten für den Angreifer ins Spiel. Ohne Note

Lukasz Piszczek: Durfte nach 85 Minuten Mateu Morey ablösen. Ohne Note

Dan-Axel Zagadou: Er ersetzte ab der 85. Minute den angeschlagenen Mats Hummels und gefiel direkt durch einen Ballgewinn inklusive punktgenauem Steilpass auf Marco Reus, der diese Gelegenheit zum 3:1 aber nicht sauber ausspielte. Ohne Note

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