28. Bundesliga-Spieltag

Trotz dramatischem Sieg: Zweimal Note 5 in der BVB-Einzelkritik gegen VfB Stuttgart

Borussia Dortmund hat ein verrücktes Spiel gegen den VfB Stuttgart gewonnen. In der Einzelkritik gibt es aber nicht nur gute Noten.

Stuttgart – Borussia Dortmund hat in einer dramatischen Partie einen wichtigen Erfolg eingefahren. Beim 3:2-Sieg des BVB gegen den VfB Stuttgart konnten aber nicht alle Profis überzeugen. Die Einzelkritik und Noten.

BVB-Einzelkritik gegen den VfB Stuttgart: Note 4,5 für Mateu Morey

Marwin Hitz: Sah beim 0:1 nicht glücklich aus, als der Ball als Bogenlampe über ihn hinweg ins Tor flog. Die Szene erinnerte verdächtig an das Eigentor von Nico Schulz, das Eintracht Frankfurt in der Vorwoche mit 1:0 in Führung brachte. Diesmal endete die Partie allerdings besser für den BVB. Auch, weil Marwin Hitz sich keine weiteren Schwachheiten leistete. Note: 4

Mateu Morey: Er ließ in der 18. Minute die folgenschwere Flanke auf Kalajdzic zu. Katastrophaler Fehlpass, der zum 2:2 durch Didavi führte (79.). Es war nicht sein einziger Schnitzer in diesem Spiel. Immerhin bereitete er auch das 2:1 für Marco Reus vor (53.). Kurz zusammengefasst: Im Offensivspiel ordentlich, defensiv mit eklatanten Schwächen. Note: 4,5

BVB-Einzelkritik gegen den VfB Stuttgart: Note 2,5 für Manuel Akanji

Manuel Akanji: Der Schweizer lieferte gegen den VfB Stuttgart eine stabile Vorstellung in der Innenverteidigung ab. Zunächst im Tandem Mats Hummels, später an der Seite von Emre Can. An ihm lagen die beiden Gegentreffer nicht. Verlor keinen einzigen Zweikampf. Dafür gibt es in der Einzelkritik: Note 2,5

Mats Hummels: Holte sich nach unnötigem Foul an Kalajdzic im Mittelfeld (31.) die Gelbe Karte ab. Starker Pass über die Abwehr auf Marco Reus, der in der 34. Minute aber die anschließende Chance vergab. Nach 45 Minuten war Schluss: BVB-Abwehrchef Mats Hummels konnte gegen den VfB wegen Magenkrämpfen nicht weiterspielen. Note: 3,5

Mats Hummels (r.) musste beim BVB in der Halbzeitpause gegen den VfB Stuttgart ausgewechselt werden.

BVB-Einzelkritik gegen den VfB Stuttgart: Note 5 für Raphael Guerreiro und Thomas Delaney

Raphael Guerreiro: Gegen den Zwei-Meter-Riesen Sasa Kalajdzic beim 0:1-Gegentreffer im Kopfballduell chancenlos. Ebenso im Laufduell mit dem schnellen Coulibaly, der ihm nicht nur einmal mehrere Meter abnahm. Wirkte lustlos, mit schlechter Körpersprache und unnötigen Ballverlusten. Darum in der Einzelkritik nur Note 5.

Thomas Delaney: Konnte den Kopfballtreffer von Kalajdzic ebenso wie Raphael Guerreiro nicht verhindern. Auch gegen den deutlich kleineren Coulibaly im Luftzweikampf nur zweiter Sieger (30.). Der Däne hatte Glück, dass sein Fehlpass kurz vor der Pause im Mittelfeld unbestraft blieb. Hierfür durfte er sich zurecht Ärger bei Manuel Akanji abholen. Insgesamt mit dem aggressiven Pressing der Stuttgarter überfordert. Note: 5

BVB-Einzelkritik gegen den VfB Stuttgart: Jude Bellingham wird immer mehr zum Leistungstäger

Jude Bellingham: Fast schon kurios, dass ausgerechnet der 17-Jährige der derzeit stabilste Spieler des BVB ist. Auch gegen den VfB Stuttgart wieder mit einer sehr engagierten Leistung. Eroberte viele Bälle gut und leitete mehrere Gegenstöße ein. Jude Bellingham arbeite fleißig nach hinten mit und brachte sich auch offensiv immer wieder ein. Der Lohn: Sein erstes Bundesliga-Tor, das den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich einrachte. Note: 2

Mahmoud Dahoud: Ließ in der 14. Minute gleich zwei Gegenspieler stark aussteigen und feuerte aus 20 Metern eine wahre Rakete ab. Kobel lenkte den Ball aber über die Latte. Nicht die einzige gute Szene des BVB-Regisseurs, der eine beeindruckende Laufleistung von 12,8 Kilometern abriss. Hatte beim Ausgleichstreffer von Jude Bellingham die Füße im Spiel und hielt gegen den gefährlichen Seitfallzieher von Daniel Didavi den Kopf hin (71.). Note: 2,5

BVB-Einzelkritik gegen den VfB Stuttgart: Note 3 für Marco Reus

Marco Reus: Der Kapitän des BVB wollte sich durchaus zeigen. Anfangs fehlte aber entweder die Präzision, wie bei seinem misslungenen Zuspiel auf Erling Haaland (25.), oder die Durchschlagskraft, wie bei seinem eigenen harmlosen Flachschuss (33.). Das änderte sich in der 53. Minute. Präziser Schlenzer zum zwischenzeitlichen 2:1 für Borussia Dortmund. Leider musste Marco Reus beim BVB nach 67 Minuten verletzt ausgewechselt werden. Note: 3

Giovanni Reyna: Der US-Amerikaner fand sich zuletzt häufiger wegen schwacher Form auf der BVB-Bank wieder. Heute gab Trainer Edin Terzic ihm die Chance, sein Können unter Beweis zu stellen. Zunächst noch viel zu ungenau und wenig zielstrebig. Das sollte sich in der zweiten Halbzeit aber ändern. Das 1:1 bereitete er direkt vor, auch an der Entstehung des 2:1 hält er seine Aktien. Endlich wieder ein Erfolgserlebnis. In der Einzelkritik gibt es Note 3

Erling Haaland blieb gegen den VfB Stuttgart ohne Torerfolg.

BVB-Einzelkritik gegen den VfB Stuttgart: Note 4 für Erling Haaland

Erling Haaland: Der Tor-Gigant leidet unter Ladehemmung. Rechnet man die drei Länderspiele mit Norwegen mit ein, ist Erling Haaland seit sechs Spielen ohne Treffer. Seine beste Szene gegen den VfB Stuttgart hatte er, als er nicht am Ball war. Überlegt ließ er das Zuspiel von Mateu Morey zum Torschützen Marco Reus passieren. Dass er vor dem Siegtreffer durch Ansgar Knauff (81.) am Ball war, zählt als Assist. Den Löwenanteil am 3:2 hatte aber ganz klar der eingewechselte Youngster mit seiner feinen Einzelleistung. Im Anschluss jubelte auch Erling Haaland wieder ausgelassen mit, obwohl er über weite Strecken des Spiels unglücklich wirkte. Note: 4

Emre Can: Kam in der Halbzeitpause für Mats Hummels. Trug mit einer kämpferischen Leistung zum Teamerfolg bei. Note: 3

BVB-Einzelkritik gegen den VfB Stuttgart: Ansgar Knauff entscheidet das Spiel

Ansgar Knauff: Ab der 67. Minute war er an der Stelle von Marco Reus mit dabei. Zunächst gelang nicht alles. Aber 14 Minuten später freute er sich über sein erstes Bundesliga-Tor nach tollem Solo. Sein derzeitiges Erfolgsgeheimnis ist simpel, wie er bei Sky verriet: „Ich weiß auch nicht, ich geb einfach immer mein Bestes.“ Dafür gibt es in der Einzelkritik die Note 2

Julian Brandt: Ersetzte nach 79 Minuten Giovanni Reyna. Ohne Note

Thorgan Hazard: Kam nach 80 Minuten für den leicht angeschlagenen Jude Bellingham ins Spiel. Ohne Note

Lukasz Piszczek: Den Routinier wird es gefreut haben, dass er gegen den VfB Stuttgart endlich mal wieder für den BVB auflaufen durfte. Er wurde anstelle von Thomas Meunier nach 84 Minuten für Mateu Morey eingewechselt. Ohne Note

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