Ein Verteidiger enttäuscht aber

Die BVB-Einzelkritik gegen RB Leipzig: Pokal-Trio bekommt Note 1 mit Sternchen

Der BVB hat sich mit einer überragenden Leistung den DFB-Pokal gesichert. In der Einzelkritik gibt es dafür dreimal die Note 1, aber auch eine Note 4.

Berlin – Borussia Dortmund ist Pokalsieger! Was war das für ein Auftritt des BVB beim 4:1-Sieg über RB Leipzig im DFB-Pokal-Finale. Die Noten sind in der Einzelkritik dementsprechend gut.

BVB-Einzelkritik gegen RB Leipzig: Alle Noten von Borussia Dortmund

Roman Bürki: Der Hitz-Ersatz war gegen RB Leipzig kaum gefordert, passte aber gut auf in der 40. Minute, als er rechtzeitig vor Leipzig-Angreifer Hwang an den Ball kam. Er hielt zudem souverän bei den Schüssen von Sabitzer und Olmo kurz nach der Halbzeitpause. Ein kleiner Wackler in der 68. Minute, als er einen Ball im Strafraum tropfen ließ und Leipzig anschließend den Pfosten traf. Beim 1:3 war er chancenlos, wenige Minuten später brachte ihn Jadon Sancho unnötigerweise in Bedrängnis. Insgesamt aber eine gute Einzelkritik für den Torwart. Note: 2,5

Lukasz Piszczek: Mit 35 Jahren rannte der Pole die rechte Außenbahn rauf und runter. Zudem hielt „Piszczu“ seine Seite dicht. Kaum zu glauben, dass der Rechtsverteidiger seine Karriere in dieser Form beenden will. Zumindest macht er das mit seinem dritten Pokalsieg in der Tasche. Die Mannschaft feierte ihn zurecht direkt nach Spielende und warf ihn immer wieder in die Luft. Note: 2

BVB-Einzelkritik gegen RB Leipzig: Note 3 für Manuel Akanji

Manuel Akanji: Der Innenverteidiger hatte Schwierigkeiten beim Leipziger Pressing, wie in der 23. Minute, als er beinahe den Ball kurz vor dem eigenen Strafraum verlor. Ansonsten war er aber sicher und fälschte den Schuss von Poulsen in der 56. Minute noch rechtzeitig ab, der Ball wäre sonst gefährlich aufs Tor gekommen und nicht knapp daneben gegangen. Gewann insgesamt über 70 Prozent seiner Zweikämpfe. Note: 3

Mats Hummels: Der Dortmunder Abwehrchef wurde seiner Rolle im DFB-Pokal-Finale gerecht und dirigierte gewohnt seine Mitspieler. Er brachte seine 19 Pässe in der ersten Halbzeit allesamt zum Mitspieler, im zweiten Durchgang mit ein paar Fehlpässen, aber einer starken Quote von 91 Prozent. Der 32-Jährige bekam zwar in der 63. Minute einen bösen Tritt von Poulsen ab, ließ sich davon aber nicht beeindrucken und spielte souverän weiter. Beim 1:3 konnte er Dani Olmo nicht mehr am Schuss hindern, in der 83. Minute machte er es gegen Nkunku besser und fälschte den Schuss zur Ecke ab. Kurz vor dem Ende sah er noch Gelb, das verschlechterte den Gesamteindruck aber nicht mehr. Note: 2

Mats Hummels (r.) war beim BVB eine sichere Bank in der Abwehr im DFB-Pokal-Finale gegen RB Leipzig.

BVB-Einzelkritik gegen RB Leipzig: Note 4 für Raphael Guerreiro

Raphael Guerreiro: Der Portugiese hatte schon bessere Spiele für den BVB. Zuletzt bildete er mit Jadon Sancho ein Traum-Duo auf der linken Seite und profitierte enorm davon. Jetzt war der Engländer aber häufiger auf rechts zu finden. Das merkte man Raphael Guerreiro an, die Einzelkritik ist entsprechend. Der 27-Jährige leistete sich einen bösen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung in der zwölften Minute, aber ohne Konsequenz, weil die Leipziger Flanke abgefangen wurde. Zudem ließ er seinen Gegenspieler Christopher Nkunku in der 46. Minute aus den Augen, als dieser direkt nach Wiederanpfiff die Latte traf. Am 1:3-Gegentreffer trägt er eine ordentliche Mitschuld durch seinen Fehlpass vor dem eigenen Strafraum. Note: 4

Emre Can: Die Dortmunder Dampfwalze im Mittelfeld. Er wurde bereits nach 16 Sekunden von Schiedsrichter Felix Brych nach einem Foul an Haidara ermahnt. Das zweite Foul folgte nach sieben Minuten, das dritte nach 14 Minuten. Machte immer wieder weite Wege, in der 43. Minute war er sogar in ein Dribbling ganz vorne an der Leipziger Torauslinie verwickelt, das er jedoch verlor. Eine starke Partie des deutschen Nationalspielers. Note: 2

BVB-Einzelkritik gegen RB Leipzig: Note 3 für Mahmoud Dahoud

Mahmoud Dahoud: Wie in den vergangenen Wochen agierte „Mo“ Dahoud souverän im Mittelfeld. Er legte das 1:0 von Jadon Sancho auf. Sein Schuss mit links in der 31. Minute ging aber deutlich drüber. Der Dirigent in der Zentrale ging nach 73 Minuten vom Feld. Note: 3

Jude Bellingham: Der Engländer sah nach 24 Minuten die erste Gelbe des Spiels nach einer übermotivierten Grätsche vor dem gegnerischen Strafraum. Er hatte eine 100-prozentige Passquote bei acht Pässen und spielte solide. Wahrscheinlich als taktische Maßnahme aufgrund der Verwarnung musste er in der Halbzeitpause in der Kabine bleiben. Note: 3

BVB-Einzelkritik gegen RB Leipzig: Note 1 für Marco Reus und Jadon Sancho

Marco Reus: Der BVB-Kapitän erhält seit Wochen gute Einzelkritiken und auch im DFB-Pokal-Finale gegen RB Leipzig wieder. In dieser Form ist er ein Kandidat für die EM im Sommer. Eine starke Balleroberung vor dem 1:0 von Jadon Sancho, er leitete den Konter direkt ein. Behauptete den Ball vor dem 2:0 und legte gut auf Erling Haaland auf. Starker Laufweg vor dem 3:0, hatte dann das Auge für den mitgelaufenen Jadon Sancho. Legte zudem stark auf Thorgan Hazard in der 66. Minute auf, allerdings ein bisschen zu ungenau, weshalb der Belgier vor dem freien Tor vergab. Einer der besten Männer auf dem Platz. Note: 1

Jadon Sancho: Einer der Spieler des Spiels. Er schaute vor dem 1:0 einmal kurz nach oben und brachte den BVB überlegt mit einem Schlenzer ins rechte lange Eck in Führung. Beim 3:0 lief er gut mit und blieb dann ganz cool kurz vor der Torlinie, als er Halstenberg ins Leere rutschen ließ. Das wollte Jadon Sancho in der 84. Minute gegen Peter Gulacsi wiederholen, leistete sich aber einen Mega-Aussetzer und verpasste den Hattrick, obwohl er nur ins leere Tor einschieben musste. Glück für ihn, dass sich das nicht rächte. Stattdessen zeigte der Flügelstürmer bei einem starken Konterlauf wieder seine Klasse vor dem 4:1, inklusive Vorlage auf Erling Haaland. Note: 1

Jadon Sancho machte für den BVB ein überragendes Spiel gegen RB Leipzig im DFB-Pokal-Finale.

BVB-Einzelkritik gegen RB Leipzig: Note 1 für Erling Haaland

Erling Haaland: Der Norweger war am 1:0 beteiligt, als er beim Konter die Übersicht behielt und Mo Dahoud bediente, der wiederum auf Jadon Sancho auflegte. Beim 2:0 zeigte er seine ganze Klasse. Er ließ den künftigen Bayerner Dayot Upamecano wie einen Amateur aussehen, der auf den Boden beim Wackler des Stürmers fiel, und schloss eiskalt mit links ab. Der Angreifer spielte vor dem 3:0 einen starken Pass in die Tiefe auf Marco Reus. Krönte seinen Auftritt mit dem 4:1 kurz vor Schluss. Eine überragende Bilanz: zwei Torschüsse, zwei Tore. Note: 1

Thorgan Hazard: Der Offensivmann kam nach der Halbzeitpause für Jude Bellingham ins Spiel. Er hatte Pech in der 66. Minute, als Marco Reus ihn vor dem leeren Tor etwas zu ungenau anspielte und der Belgier den Kasten per Grätsche knapp verfehlte. Das wäre das 4:0 und die noch frühere Entscheidung gewesen. Note: 3

BVB-Einzelkritik gegen RB Leipzig: Keine Noten für Delaney, Meunier, Brandt und Reyna

Thomas Delaney: Der Däne wurde nach 73 Minuten für Mahmoud Dahoud eingewechselt und hatte keine auffällige Szene mehr. Ohne Note

Thomas Meunier: Kam in der 89. Minute für Jadon Sancho. Ohne Note

Julian Brandt: Ersetzte in der 90. Minute den Kapitän Marco Reus. Ohne Note

Giovanni Reyna: Kam ebenfalls in der 90. Minute ins Spiel und ersetzte Erling Haaland. Ohne Note

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