Ein Offensivspieler enttäuscht

BVB feiert Einzug in die Champions League: Einmal Note 1,5 in der Einzelkritik gegen Mainz 05

Der BVB gewinnt mit 3:1 beim FSV Mainz 05 und sichert sich einen Champions-League-Platz. Ein Offensivspieler ragte heraus, ein anderer enttäuschte. Die Einzelkritik mit Noten zu Borussia Dortmund.

Mainz – Borussia Dortmund bleibt in der Gewinnerspur. Mit 3:1 besiegte der BVB den FSV Mainz 05 und hat inklusive dem DFB-Pokal-Finale jetzt sieben Spiele in Folge gewonnen. Die Einzelkritik mit Noten.

BVB-Einzelkritik gegen Mainz 05: Note 2 für Roman Bürki

Roman Bürki: Auch im dritten Spiel seit seiner Rückkehr ins BVB-Tor war der Schweizer ein sicherer Rückhalt für sein Team. Kein Wunder, dass ihn Edin Terzic nach dem Pokalsieg ausdrücklich hervorhob. Er war sicher bei Flanken und hohen Bällen und packte auch bei der ersten Prüfung in der 49. Minute gegen Moussa Niakhate gut zu. Zudem eine gute Parade beim abgefälschten Schuss von Danny Latza in der 64. Minute und gegen Adam Szalai aus kurzer Distanz in der 82. Minute. Beim Mainzer Elfmeter in der Nachspielzeit war er chancenlos. Note: 2

Thomas Meunier: Der Belgier rannte in der 9. Minute Daniel Brosinski mit voller Breitseite an der Seitenlinie um. Danach löste er aber ein Laufduell clever gegen Karim Onisiwo. Der Rechtsverteidiger schlug eine gute Flanke auf Giovanni Reyna in der 19. Minute, der aber per Kopf deutlich verzog. Ansonsten machte er eine unauffällige, aber souveräne Partie. 99 Ballkontakte, eine Passquote von 95 Prozent und zehn Balleroberungen sprechen für ihn in der Einzelkritik. Note: 2,5

BVB-Einzelkritik gegen Mainz 05: Note 2,5 für Manuel Akanji

Manuel Akanji: Seit Wochen eine feste Bank in der Dortmunder Innenverteidigung. In der ersten Halbzeit war der Schweizer kaum gefordert. Im zweiten Durchgang musste er öfter ran, war aber fast immer sicher. Nur in der 82. Minute hatte der Verteidiger Glück, als er sich von Szalai blocken ließ, der aber an Roman Bürki scheiterte, was die Einzelkritik einen kleinen Tick abschwächt. Note: 2,5

Mats Hummels: Der BVB-Abwehrchef agierte gewohnt sicher, leistete sich aber einen kleinen Patzer. So blieb sein Klärungsversuch per Kopf in der 56. Minute genau in die Mitte vor dem Strafraum unbestraft, weil Daniel Brosinski den anschließenden Torschuss verzog. Note: 2,5

Mahmoud Dahoud (l.) spielte unauffällig im BVB-Mittelfeld, hatte aber Glück, dass Danny Latza (r.) einen Fehler von ihm nicht ausnutzte. Die Einzelkritik ist dennoch ordentlich.

BVB-Einzelkritik gegen Mainz 05: Note 3,5 für Raphael Guerreiro

Raphael Guerreiro: Der Portugiese agierte gegen Mainz 05 mit Licht und Schatten. Stark sein Treffer in der 23. Minute zum 1:0, als er mit links von der Strafraumgrenze ins lange Eck traf. Das Tor rettet seine Einzelkritik. Denn der Linksverteidiger schien mit seinen Gedanken noch beim Pokalsieg in Berlin zu sein. Schon in der ersten Halbzeit leistete er sich einen Fehlpass in der 14. Minute im Aufbau, der aber ungestraft blieb. Im zweiten Durchgang war Raphael Guerreiro völlig von der Rolle. Daniel Brosinki hatte mehrere Male freie Bahn auf der rechten Außenbahn. Symptomatisch, wie er in der 60. Minute gegen Jeremiah St. Juste den Ball zur Ecke blocken will, dann aber vom Gegner umgeschubst wird und einfach liegen blieb. Note: 3,5

Jude Bellingham: Der Engländer war der meistgefoulteste Spieler (3) des Spiels. Edin Terzic sagte nach dem Spiel über ihn: „Wenn man sieht, wie er spielt, kann man kaum glauben, dass er 17 ist.“ In Mainz gab es für den 17-Jährigen aber noch Steigerungspotenzial. So agierte er unkonzentriert in der 65. Minute, als er bei einer Drei-gegen-Eins-Situation die falsche Entscheidung traf und den Ball verlor. Der Mittelfeldmann hatte einen Torschuss in der 45. Minute aus guter Position, der aber ins Toraus abgefälscht wurde. Note: 3

BVB-Einzelkritik gegen Mainz 05: Note 2,5 für Mahmoud Dahoud

Mahmoud Dahoud: Der 25-Jährige agierte unauffällig, aber souverän im BVB-Mittelfeld. Neun Balleroberungen konnte er verbuchen, dazu einige erfolgreiche Dribblings. Mit einer Passquote von 89 Prozent war Mahmoud Dahoud sicher in seinen Pässen. Er hatte jedoch Glück, dass Danny Latza seinen zu kurzen Klärungsversuch in der 64. Minute nicht nutzte. Note: 2,5

Giovanni Reyna: Der schwächste BVB-Spieler auf dem Platz. Er hatte drei Ballverluste, die meisten des Spiels. In der Offensive trat der US-Amerikaner nur zweimal in Erscheinung: Er verzog einen Kopfball in der 19. Minute deutlich und scheiterte mit einem Schuss in der 60. Minute, der geblockt wurde. Giovanni Reyna gewann nur drei von neun Zweikämpfen, nach 76 Minuten war für ihn das Spiel vorbei, der spätere Torschütze Julian Brandt kam für ihn rein. Note: 4

BVB-Einzelkritik gegen Mainz 05: Note 2 für Marco Reus

Marco Reus: Wie bereits auch im DFB-Pokal-Finale war Marco Reus auch in Mainz wieder in guter Verfassung. Er machte viele clevere Läufe in die freien Räume, wurde allerdings nicht so oft bedient, wie noch im Pokalfinale. Zuerst scheiterte er mit einem Schuss an Finn Dahmen (31.), machte es dann aber elf Minuten später besser und vollendete aus kurzer Distanz zum 2:0. Seine ganze Cleverness zeigte der BVB-Kapitän aber bereits vor dem 1:0, als er Jadon Sancho hinter dem Rücken mit dem Finger unauffällig anzeigte, dass dieser lieber Raphael Guerreiro statt ihn selbst bedienen soll – Guerreiro traf per Direktschuss. Note: 2

Jadon Sancho: Zuerst sah es so aus, als wenn das nicht der Tag von Jadon Sancho werden würde. Er leistete sich mehrere technische Fehler in den Anfangsminuten. Doch dann legte der Engländer los. Erst die Vorlage auf Raphael Guerreiro, dann auf Marco Reus. In der zweiten Halbzeit versprühte der Flügelspieler zunächst sogar noch mehr Spielfreude und legte sich in Dribblings mit mehreren Gegenspielern gleichzeitig an. Zudem hatte er Pech mit einem Schuss in der 65. Minute, den Finn Dahmen noch aus dem langen Eck kratzte. Ein Manko gibt es aber in der Einzelkritik: Dass Daniel Brosinki in der zweiten Hälfte so viel Freiraum auf der linken BVB-Seite hatte. lag auch an Jadon Sancho, der die Defensivarbeit ziemlich vernachlässigte. Note: 1,5

Jadon Sancho (l.) lieferte für den BVB gegen Mainz 05 zwei Vorlagen ab.

BVB-Einzelkritik gegen Mainz 05: Note 3,5 für Erling Haaland

Erling Haaland: Das war nicht der Tag des Erling Haaland. Der Stürmer war kaum zu sehen, hatte die wenigsten Ballkontakte aller Feldspieler (26) und schoss gar nicht auf das gegnerische Tor. Ein Schuss in der 14. Minute ging deutlich drüber, der war aber auch ganz leicht abgefälscht. Sein zweiter Schuss wurde abgeblockt. Aber auch wenn er keine gefährlichen Toraktionen hatte, zeigte der Norweger seine Cleverness. So schüttelte er Alexander Hack in der 80. Minute clever ab und legte mit viel Übersicht auf Julian Brandt ab, der zum 3:0 traf. Das verbessert die Einzelkritik noch ein wenig. Note: 3,5

Julian Brandt: Er kam nach 75 Minuten für Giovanni Reyna in die Partie und traf souverän in der 80. Minute zum 3:0, als er den Mainzer Torwart umkurvte. Ohne Note

BVB-Einzelkritik gegen Mainz 05: Keine Noten für Hazard, Schulz, Reinier und Delaney

Thorgan Hazard: Kam in der 84. Minute für Marco Reus und verursachte den Mainzer Elfmeter in der Nachspielzeit wegen Handspiels. Ohne Note

Nico Schulz: Ebenfalls in der 84. Minute eingewechselt, für Raphael Guerreiro. Ohne Note

Reinier: Der Brasilianer kam auch in der 84. Minute rein, er wurde für Jadon Sancho eingewechselt. Ohne Note

Thomas Delaney: Drei Minuten Spielzeit und ein Ballkontakt war ihm nach der Einwechslung für Mahmoud Dahoud vergönnt. Ohne Note

Rubriklistenbild: © Wagner/Witters/Pool via Kirchner-Media

Mehr zum Thema