Peinliche erste Halbzeit

Dreimal Note 6: Die BVB-Einzelkritik zum 3:3 (0:3) gegen Paderborn

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Der BVB spielte gegen den SC Paderborn eine blamable erste Hälfte. Die Einzelkritik und Noten.

Borussia Dortmund lieferte beim 3:3 gegen den SC Paderborn eine katastrophale erste Halbzeit ab. Die Einzelkritik und Noten für die BVB-Stars.

  • Nico Schulz und Mahmoud Dahoud wurden nach unterirdischen 45 Minuten früh erlöst.
  • Die eingewechselten Julian Brandt, Achraf Hakimi und Thorgan Hazard brachten nach der Pause Schwung ins Spiel des BVB.
  • Kapitän Marco Reus gelang in der Schlussminute zumindest noch der Ausgleich für Borussia Dortmund gegen den SC Paderborn.

BVB: Einzelkritik und Noten gegen den SC Paderborn in der Bundesliga

Roman Bürki: Konnte sich beim 3:3 gegen den SC Paderborn - der Live-Ticker vom BVB-Spiel zum Nachlesen kaum auszeichnen, was vornehmlich an der nicht vorhandenen Abstimmung seiner Vorderleute lag. Immer wieder tauchten vor allem in der ersten Halbzeit Paderborner frei vor ihm auf. Was auf seinen Kasten kam, war dann auch meist drin. Zu allem Überfluss beim zwischenzeitlichen 0:3 auch noch unverschuldet von Holtmann getunnelt (43.). Note: 4

Julian Weigl in der Einzelkritik: Innenverteidiger sieht gegen den SC Paderborn kein Land

Mats Hummels: Alleine kann er es in der Defensive des BVB nicht richten. Sichtlich genervt, als er aufgrund der mangelnden Unterstützung seiner Kollegen bereits früh zum taktischen Foul greifen musste und die Gelbe Karte sah (28.). Hatte große Probleme, seine Gegenspieler in Zaum zu halten. War später immerhin noch maßgeblich in der Offensive beteiligt und bereitete das wichtige 2:3 durch Axel Witsel (84.) mustergültig vor. Note: 4

Julian Weigl: Wurde heute wieder auf der Innenverteidiger-Position eingesetzt und war hier restlos überfordert. Unübersehbar sein Schnelligkeitsdefizit: Wurde beim 0:2 und 0:3 von seinen Gegenspielern gnadenlos überlaufen. Note: 6

Einzelkritik: BVB-Außenverteidiger enttäuschen auf ganzer Linie

Lukasz Piszczek: Auch ihm fehlte es gegen die schnellen Offensivspieler des SC Paderborn an Tempo. In der Offensive glücklos. Der 34-Jährige wurde kürzlich in die Jahrhundert-Elf seines Heimatlandes gewählt. Note: 5

Nico Schulz: Knüpfte nahtlos an die schwachen Leistungen der vergangenen Wochen an. Einmal mehr fand er keine ausgewogene Dosierung zwischen Abwehr und Angriff. Vorne glücklos, hinten inexistent. Mit furchtbarem Patzer vor dem 0:1 durch Mamba (5.). Zur Pause hatte Lucien Favre genug gesehen. Der BVB-Trainer kurz und knapp zur Auswechslung: "Es war nötig". Note: 6

Zentrales Mittelfeld in der Einzelkritik: Mahmoud Dahoud mit unterirdischer Vorstellung

Mahmoud Dahoud: Weil Thomas Delaney wegen eines Bänderrisses fehlte, bekam Dahoud gegen den SC Paderborn die Chance, sich zu zeigen. Einmal mehr nutzte er diese nicht. Sorgte durch zahlreiche entscheidende Ballverluste dafür, dass den Gästen das Kontern leicht fiel. Auch von ihm hatte Favre zur Pause genug gesehen. Begründung siehe Nico Schulz. Note: 6

Axel Witsel: Versuchte, das BVB-Spiel zu ordnen. Wirkte dabei oftmals behäbig und nahm das Tempo aus dem Spiel. Nach der Pause verbessert, bekam mehr Kontrolle über das Mittelfeld und trug sich per Kofpballtreffer in die Torschützenliste ein. Note: 4

Borussia Dortmund in der Einzelkritik: Jadon Sancho und Marco Reus mit wichtigen Toren

Jadon Sancho: Wurde gegen den FC Bayern noch während der ersten Hälfte ausgetauscht, weil er einen total unmotivierten Auftritt hinlegte. Heute war zumindest der Wille erkennbar, auch wenn in der Anfangsphase viele Dinge nicht gelangen. Mit dem Treffer zum 1:3 (47.) und der Vorlage zum 3:3 durch Marco Reus (90.) später entscheidend am Abwenden der Niederlage beteiligt. Note: 3,5

Marco Reus: Der Kapitän kehrte nach überstandenen Sprunggelenksproblemen zurück in die Mannschaft und war in der ersten Halbzeit noch unsichtbar. Drehte im zweiten Abschnitt auf, konnte aber zahlreiche gute Einschussmöglichkeiten nicht nutzen. Zwar gelang ihm in der Nachspielzeit doch noch der Ausgleich. Reus war nach Spielschluss jedoch derart angefressen, dass er sagte: "Mein Tor interessiert mich Null". Die Leistung des Teams nannte er "absolute Scheiße". Note: 3

Raphael Guerreiro: In den ersten 45 Minuten auf dem offensiven Flügel einziger Aktivposten einer desolaten Dortmunder Mannschaft. Übernahm später die Rolle von Nico Schulz als Außenverteidiger und füllte diese deutlich besser aus. Note: 3

Einzelkritik: BVB-Einwechselspieler sorgen für die Wende

Paco Alcácer: Kaum hatte er seine Achillessehnenprobleme überstanden, verletzte er sich zum Ende der ersten Halbzeit am Knie.Paco Alcacer verließ unter Tränen den Platz. In den 45 Minuten zuvor konnte er für keine Highlights sorgen. Auch gegen den FC Barcelona muss der BVB auf Paco Alácer verzichten. Note: 5

  • Julian Brandt (45. für Paco Alcácer): Mit den Einwechselspielern und der damit verbundenen offensiveren Grundordnung kam die Wende. Der Neuzugang brachte dringend benötigte spielerische Klasse ins BVB-Spiel, auch wenn manchmal die letzte Durchschlagskraft fehlte. Note: 3
  • Achraf Hakimi (46. für Nico Schulz): Stellte die Abwehr des SC Paderborn durch seine Schnelligkeit vermehrt vor Probleme. Nur zwei Minuten dauerte es, bis er für Jadon Sancho zum 1:3-Anschlusstreffer auflegte. Bleib weiterhin Aktivposten und Gefahrenherd, auch wenn im letzten Drittel nicht alle Pässe zum Mann kamen. Der Marokkaner könnte seine Titel als Afrikas Nachwuchsspieler des Jahres verteidigen. Note: 3
  • Thorgan Hazard (46. für Mahmoud Dahoud): Hatte zwei Treffer auf dem Fuß (76., 83.), scheiterte aber jeweils am glänzend aufgelegten Paderborn-Schlussmann Zingerle. Dennoch war auch der Belgier ein deutlich belebendes Element im BVB-Spiel. Note: 3,5

Am Mittwoch (27. November, 21 Uhr) steht für den BVB in der Champions League das Duell mit dem FC Barcelona an. Wir berichten im Live-Ticker.

Außerdem könnt ihr die Partie vonBorussia Dortmund live im TV und im Live-Stream verfolgen.