9. Bundesliga-Spieltag

BVB-Einzelkritik gegen FC Bayern: Dortmund feiert Modeste

Dortmund steht kopf – und das ausgerechnet wegen Anthony Modeste. Gegen den FC Bayern durfte er endlich wieder jubeln. Die BVB-Noten in der Einzelkritik.

Dortmund – Der BVB hat in einem unterhaltsamen Spitzenspiel gegen den FC Bayern (2:2) am 9. Bundesliga-Spieltag einen Zähler gerettet. Ausgerechnet der massiv kritisierte Anthony Modeste erwies sich als Edel-Joker. Ein BVB-Profi fiel ab. Die Noten in der Einzelkritik.

BegegnungBVB - FC Bayern München
Spieltag9.
WettbewerbBundesliga
Endstand2:2

BVB-Einzelkritik gegen FC Bayern: Meyer ohne Glück gegen den FC Bayern

Alexander Meyer: Musste nach 33 Spielminuten das erste Mal ernsthaft ins Spiel eingreifen – und prompt den Ball aus dem eigenen Kasten holen. Der 31-Jährige streckte sich beim Gegentor vergebens. Ebenso beim 0:2 (53. Spielminute), als er das Leder nur noch in das eigene Tor lenken konnte. Das sah unglücklich aus. Positiv: Der Schlussmann strahlte eine immense Ruhe auf seine Vordermänner aus. Note: 3,5

Dortmunder Kollektiv-Versagen vor dem 0:1: Neun BVB-Profis gucken einem Bayern-Star zu, wie er seelenruhig zum Abschluss kommt.

Niklas Süle: Ungewohnte, aber dennoch bekannte Position für Süle, der zunächst hinten rechts zum Einsatz kam und sowohl gegen Mané als auch gegen Davies seinen „Bären“-Körper zum Vorteil gegen die pfeilschnellen Bayern nutzte. Ein Modell mit Zukunft? Rotierte mit Beginn der zweiten Halbzeit in die Innenverteidigung für den ausgewechselten Hummels, lief vor dem 0:2 von Sané weg, statt diesen zu attackieren. Note: 3

BVB-Einzelkritik gegen FC Bayern: Starker Hummels spielt nur eine Halbzeit

Mats Hummels: Der Routinier dirigierte die Abwehr mit Sorgfalt – und ließ mit Ausnahme des 0:1 keinen Abschluss auf den BVB-Kasten zu. Wurde mit Beginn der zweiten Halbzeit ausgewechselt. Der 33-Jährige war zuletzt angeschlagen. Note: 2,5

Nico Schlotterbeck: Cool, cooler, Schlotterbeck: Der Neuzugang spielte einen ruhigen Stiefel in seinem ersten „Deutschen Klassiker“. Er leitete den Anschlusstreffer durch Moukoko (75.) ein und bereitete mit der letzten Angriff des Spiels das 2:2 durch Modeste per Flanke vor (90. + 5). Note: 2

Raphael Guerreiro: Gab von der Strafraumkante den ersten Torschuss der Partie ab (30. Spielminute), übersah jedoch den in der Zentrale völlig frei stehenden Bellingham. Profitierte immens von seinen drei Innenverteidiger-Kollegen, die ihm erlaubten, das Defensiv-Verhalten zu vernachlässigen. Der Portugiese konnte seine Offensiv-Stärke aber nicht zur Geltung bringen und musste nach der Hummels-Auswechslung wieder mehr zurückarbeiten, was nicht immer funktionierte. Note: 3

BVB-Einzelkritik gegen FC Bayern: Özcan bekommt die Note 4,5

Salih Özcan: Ließ sich nach einer BVB-Ecke von Sané vernaschen – hatte Glück, dass Schlotterbeck zur Stelle war, ansonsten hätte es brandgefährlich werden können. Zeigte sich auch unkonzentriert beim 0:1 (33.), als er Torschütze Goretzka am Sechzehner völlig frei zum Abschluss kommen ließ. Nach 53 Spielminuten war Feierabend. Das kann der Türke besser. Note: 4,5

Emre Can: Sinnbildlich: Der Mittelfeldspieler zog das erste Foul der Partie nach nicht einmal 60 Sekunden. Bekam seine Emotionen auch in der Folge nicht in den Griff: Gelbe Karte nach Revanche-Foul an Gnabry (40.). Er war ebenso Teil des Kollektiv-Versagens beim 0:1 (33.). Note: 4

Emre Can: Der Dortmunder Defensivspieler konnte einmal mehr nicht überzeugen.

Jude Bellingham: Die Dortmunder Schaltzentrale lief 75 Spielminuten lang mit Verwarnung über den Platz und hatte Glück, nach Foul an Davies (45.) nicht vorzeitig duschen gehen zu müssen. Ackerte wie eh und je und löste auch Notsituationen gekonnt. Note: 3

BVB-Einzelkritik gegen FC Bayern: Modeste, Modeste, Dortmund bejubelt Modeste

Donyell Malen: Der Angreifer zeigte einmal mehr, wie wichtig er mit seinem Tempo für den BVB ist. Bereitete mit seiner Geschwindigkeit den Bayern enorme Probleme, so bereits nach 90 Sekunden: Sabitzer blieb nur noch die Grätsche übrig – Gelb. Tauchte in Durchgang zwei jedoch ab und wurde nach 70 Spielminuten für Modeste ausgewechselt. Note: 3

Donyell Malen bereitete den Bayern mit seinem Tempo reichlich Probleme.

Julian Brandt: Der unauffälligste Dortmunder auf dem Platz: Die Partie spielte sich besonders in Halbzeit eins zumeist auf der linken BVB-Seite ab. War in Halbzeit zwei völlig abgeschaltet. Note: 5

Youssoufa Moukoko: Der Derbyheld ließ sich von den beiden Münchner Abwehrkanten de Ligt und Upamecano nicht verängstigen, doch hatte aufgrund des von Trainer Edin Terzic gewählten Systems ebenso wenig Torchancen wie Sturm-Kollege Modeste Saisontore. Der Youngster (17) durfte dennoch jubeln: Er erzielte den Anschlusstreffer (75.) nach starker Ballannahme. Nach 89 Spielminuten war Feierabend. Note: 3

BVB-Einzelkritik gegen FC Bayern: Modeste, Modeste, Dortmund bejubelt Modeste

Marius Wolf: Der Allrounder kam zur zweiten Halbzeit für Mats Hummels. Er schaltete sich direkt ins Offensivspiel ein und zeigte auch in der Folge, dass auf ihn Verlass ist, wenn er gebraucht wird. Note: 3

Karim Adeyemi: Der Angreifer kam nach 53. Spielminuten für Özcan in die Partie. Sollte nach dem 0:2 neuen Schwung hereinbringen, doc Terzic hoffte zunächst vergebens darauf. Taute in der Folge auf, bereitete den Außenverteidigern große Probleme, ließ Pavard gekonnt stehen (83.) und zwang Coman zum Platzverweis (90.) Note: 2,5

Anthony Modeste: Ausgerechnet der massiv kritisierte Modeste! Der Held des Abends betrat für Malen den Rasen (70.) und machte das, was ein Joker machen soll: Erst bereitete er den Anschlusstreffer durch Moukoko (75.) mit einem cleveren Haken vor, dann köpfte er den BVB mit der letzten Aktion des Spiels zum Ausgleich (90. + 5) – und der Signal Iduna Park stand kopf. Wermutstropfen: Der Franzose ließ in der 83. eine 100-prozentige liegen. Note: 1,5

Thorgan Hazard: In der 89. für Moukoko eingewechselt. Ohne Note

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