Borussia Dortmund siegt

BVB-Einzelkritik gegen Bayer Leverkusen: Ein Torschütze schwankt zwischen Genie und Wahnsinn

Der BVB hat ein spektakuläres Spiel gegen Bayer Leverkusen mit 4:3 gewonnen. Gute Noten sind in der Einzelkritik dennoch rar.

Dortmund - Borussia Dortmund hat am 4. Bundesliga-Spieltag einen spektakulären Sieg gefeiert. Der 4:3-Erfolg des BVB gegen Bayer Leverkusen war schon das fünfte Pflichtspiel in Folge mit zwei oder mehr Gegentoren. Die Einzelkritik fällt deshalb nicht nur positiv aus.

VereinBorussia Dortmund (BVB)
Gründung19. Dezember 1909
StadionSignal Iduna Park
TrainerMarco Rose

BVB-Einzelkritik gegen Bayer Leverkusen: Gregor Kobel trotz dreier Gegentreffer fehlerlos

Gregor Kobel: Der BVB-Torhüter hatte nicht viel zu halten. Das Problem: Was auf sein Tor kam, war anfangs auch drin. Allerdings trifft Gregor Kobel bei keinem der Leverkusener Treffer eine Schuld. Konnte sich in der zweiten Halbzeit doch noch das eine oder andere Mal auszeichnen. Stark im Herauslaufen gegen Alario (80.). Note: 2,5

Thomas Meunier: Der Belgier war angeschlagen von der Nationalmannschaft zurückgekehrt, konnte gegen Bayer Leverkusen aber auflaufen. Schon nach 20 Minuten sah er nach einem Foul an Paulinho die Gelbe Karte. Hatte anfangs Probleme, seine rechte Seite unter Kontrolle zu halten. Dann aber schlug er eine Zucker-Flanke an den Elfmeterpunkt, wo Erling Haaland zum 1:1 einköpfte (37.). Auch den 2:2-Ausgleich durch Julian Brandt leitete er stark ein (49.). Hatte nach einer Stunde Glück, als sein körperbetontes Wortgefecht mit Florian Wirtz nicht zum Platzverweis führte. Note: 3,5

BVB-Einzelkritik gegen Bayer Leverkusen: Marin Pongracic mit passabler Note zum Einstand

Manuel Akanji: Der Innenverteidiger hatte die erste BVB-Chance auf dem Kopf, verfehlte das Ziel aber (4.). Konnte zunächst noch zwei Konter der schnell umschaltenden Leverkusener unterbinden. In der 11. Minute stimmte aber die Abstimmung mit Marin Pongracic nicht. Florian Wirtz nutzte die Indisponiertheit der BVB-Verteidiger und traf zur Führung für die Gastgeber. Ansonsten präsentierte Manuel Akanji sich zweikampfstark (86% gewonnen) und meist passsicher (90%). In der Einzelkritik gibt es die Note: 3

Marin Pongracic: Überraschenderweise feierte der Neuzugang vom VfL Wolfsburg gegen Bayer Leverkusen sein Debüt in der Innenverteidigung von Borussia Dortmund. Am 0:1 nicht unschuldig, auch das 1:2 durch Patrik Schick konnte er nicht verhindern (45.). Er gewann einen Großteil der direkten Duelle mit seinen Gegenspielern, stand teilweise aber – wie der komplette Defensivverbund – nicht immer gut sortiert. Ein mittelmäßiges Debüt. Note: 3

Manuel Akanji (l.) und Marin Pongracic standen beim 1:0 für Bayer Leverkusen zu weit vom Mann weg.

BVB-Einzelkritik gegen Bayer Leverkusen: Note 3 für Raphael Guerreiro

Raphael Guerreiro: Vor dem 0:1 aus BVB-Sicht verlor er den Ball gegen Paulinho (11.). Klärte später am Fünfmeterraum per Grätsche in höchster Not vor Patrik Schick (20.). In der 46. Minute schoss er aus spitzem Winkel am Tor vorbei. Nach 70. Minuten packte er den Zauberfuß aus: Sein traumhafter Freistoß aus 20 Metern direkt in den Winkel sorgte für den 3:3-Ausgleich. Defensiv mit einigen Wacklern. Note: 3

Axel Witsel: Sorgte schon früh mit einem Ballverlust gegen Florian Wirtz (3.) für Gefahr vor dem Kasten von Gregor Kobel. Der routinierte Belgier bekam das BVB-Mittelfeld gegen Bayer Leverkusen nie vollständig unter Kontrolle. Nach einer guten Stunde war Schluss. Sah sich von der Bank aus an, wie die Kollegen das Spiel drehten. Note: 4

BVB-Einzelkritik gegen Bayer Leverkusen: Note 3 für Pechvogel Jude Bellingham

Mahmoud Dahoud: Brachte beim ersten Gegentreffer Raphael Guerreiro mit einem riskanten Zuspiel in die Bredouille. Giftig im Zweikampf, aber nicht immer clever: Sein Foul veranlasste Schiri Daniel Siebert, das vermeintliche 2:1 durch Jude Bellingham zu anullieren (41.). Seine beiden Torschüsse kamen zu ungenau daher. In der Einzelkritik gibt es dafür Note: 4

BVB-Stürmer Jude Bellingham feiert den Treffer von Erling Haaland gegen Bayer Leverkusen

Jude Bellingham: Der Pechvogel des Spiels: Sein Tor aus der 39. Minute wurde wegen des Foulspiels von Mahmoud Dahoud aberkannt. Fünf Minuten später wurde er im letzten Moment von Mitchel Bakker am Treffer gehindert. Beim Treffer von Moussa Diaby verstolperte der Leverkusener den Ball derart glücklich, dass Jude Bellingham ihn aus den Augen verlor. Bemüht. Note: 3

BVB-Einzelkritik gegen Bayer Leverkusen: Julian Brandt zwischen Genie und Wahnsinn

Julian Brandt: Genie und Wahnsinn liegen bei ihm nah beisammen. Hätte den BVB schon früh in Führung bringen können, chippte den Ball aber am Tor vorbei (11.). Gegen seinen Ex-Klub leistete sich der Mittelfeldspieler einige Leichtsinnsfehler. Teuer wurde seine Unachtsamkeit in der 45. Minute, als er bei der Entstehung des 1:2 den Ball gegen Kerim Demirbay verlor. Machte diesen Fehler in der 49. wieder gut: Tolle Ballmitnahme und klasse Schuss in den Winkel zum 2:2. Note: 3,5

Marco Reus: Der BVB-Kapitän war in der Anfangsphase an einigen gefährlichen Offensivaktionen beteiligt. Später wurde es ruhiger um ihn. Bis zu einer spielentscheidenden Szene: Marco Reus holte gegen Kossounou den Elfmeter heraus, den Erling Haaland zum 4:3 verwandelte. Note: 3

Erling Haaland freut sich über sein Tor zum 1:1 für den BVB gegen Leverkusen. In der Einzelkritik überzeugt er mit guter Note.

BVB-Einzelkritik gegen Bayer Leverkusen: Erling Haaland entscheidet wieder das Spiel

Erling Haaland: Der Topstürmer des BVB betätigte sich zunächst gegen Bayer Leverkusen als Vorlagengeber für Julian Brandt (11.) und Marco Reus (15.), die ihre Chancen noch liegenließen. Er selbst machte es besser, als er seltenerweise im Strafraum eingesetzt wurde. Toller Kopfball zum 1:1-Ausgleich (37.) und eiskalt verwandelter Elfer zum 4:3 (77.). Steht jetzt bei 65 Toren in 65 Pflichtspielen. Legte zudem in der 49. Minute das 2:2 auf. Note: 1,5

Donyell Malen: Er wurde in der 64. Minute für Axel Witsel eingewechselt. Sollte noch einmal offensiven Schwung ins BVB-Spiel bringen. Arbeitete fleißig mit und half so, das Spiel noch zu drehen. Note: 3,5

BVB-Einzelkritik gegen Bayer Leverkusen: Mats Hummels feiert Comeback

Mats Hummels: Der Abwehrchef kam nach überstandenen Knieproblemen zu seinem Comeback. Nach 84 Minuten wurde er für Marin Pongracic eingewechselt. Wegen der kurzen Spielzeit in der Einzelkritik: Ohne Note

Marius Wolf: Ersetzte nach 90 Minuten Jude Bellingham. Durch cleveres Zweikampfverhalten an der Seitenlinie half er, die Führung in der Bayer-Hälfte souverän über die Zeit zu bringen. Ohne Note

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