Dortmund mit Defensiv-Böcken

BVB-Einzelkritik zur Supercup-Pleite: Einmal Note 6 – auch Erling Haaland blass

Nach dem furiosen Bundesliga-Auftakt folgte die Ernüchterung: die Niederlage im Supercup gegen den FC Bayern. Einem Verteidiger gelang fast gar nichts. Die Einzelkritik mit Noten.

Dortmund – Borussia Dortmund musste am Dienstagabend (17. August) eine Niederlage einstecken. Bei der 1:3-Niederlage des BVB gegen den FC Bayern im Supercup zahlte vor allem ein Spieler viel Lehrgeld. Die Einzelkritik mit Noten zum schwarz-gelben Auftritt.

BVB-Einzelkritik gegen FC Bayern: Alle Noten von Borussia Dortmund im Supercup

Gregor Kobel: Der Keeper zeigte auch gegen den FC Bayern, warum der BVB ihn holte. Er spielte clever mit, wie auch bei der etwas zu kurz geratenen Kopfball-Rückgabe von Manuel Akanji (36.), die der Keeper mit der Brust annahm und dann klärte. Beim 0:2 hatte der Schweizer Pech, als Robert Lewandowski den Ball mit der Hacke spielte und dann Thomas Müller ins leere Tor einschieben konnte, denn Gregor Kobel war noch leicht dran. Insgesamt ein gutes Spiel des Torwarts trotz der Gegentore. Note: 2,5

Felix Passlack: Der Unsicherheitsfaktor im Spiel des BVB! Er wurde schon nervös, als Kingsley Coman noch gar nicht zum Pressing antrat. Felix Passlack schlug entweder unkontrolliert den Ball weg, was meist in einem Fehlpass endete, oder verlor das Leder. Er hatte in der 10. Minute schon Glück, als der 23-Jährige die Kugel genau in die Füße von Kingsley Coman im Strafraum spielte, was aber nicht bestraft wurde. Der Rechtsverteidiger bekam nach weiteren Fehlern die Anweisung von Marco Reus, den Ball einfach nach vorne zu spielen, statt sich gegen den Franzosen versuchen zu behaupten. Das half aber nichts. Er lief vor der Flanke von Serge Gnabry zum 1:0-Treffer der Bayern ins Leere und ließ seinen Gegenspieler dementsprechend locker und leicht auf Robert Lewandowski flanken. Beim 0:2 ließ er sich von Alphonso Davies überlaufen. Da halfen auch wenige gute Balleroberungen nicht, um die Einzelkritik noch zu verbessern, schließlich verlor Felix Passlack satte 16-Mal (!) den Ballbesitz. Note: 6

BVB-Einzelkritik gegen FC Bayern: Note 3,5 für Axel Witsel bei Borussia Dortmund

Axel Witsel: Der Belgier zeigte Licht und Schatten als Innenverteidiger. Erst rettete er kurz vor der Linie beim Schuss von Robert Lewandowski, als auch eine kurze Handspiel-Diskussion folgte (34.). Der Ball prallte aber wohl eher gegen das Schulterblatt des Belgiers. Doch dann sah sich der 32-Jährige wohl wieder als Mittelfeldspieler: Er lief vor dem 0:2 unnötigerweise aus der Abwehr heraus, um den ballführenden Gegenspieler anzugreifen und fehlte dann letztlich nach der Flanke in der Mitte, wo allerdings auch insgesamt drei Bayern-Spieler freistanden. Note: 3,5

Manuel Akanji: Der Fels in der Brandung beim BVB – auch gegen den FC Bayern. Er blockte stark gegen Thomas Müller im Strafraum (14.). Klärte viele Flanken und lange Pässe mit dem Kopf. Dazu ein eigener starker langer Pass über 60 Meter auf Erling Haaland, der jedoch an Manuel Neuer scheiterte (38.). Das gleiche Vorgehen zeigte der Schweizer auch nochmal vor dem 1:2 von Marco Reus in der 64. Minute. Manuel Akanji war ohne Chance beim 0:1, als Robert Lewandowski quasi in den Fünfer reingeflogen kam. Die Einzelkritik schwächt allerdings dann sein Fehler vor dem 1:3, als er im Spielaufbau nicht an Corentin Tolisso vorbeikam, der wiederum direkt auf Robert Lewandowski im Strafraum auflegte. Note: 3

Manuel Akanji (unten) zeigte sich gegen den FC Bayern robust, leistete sich aber auch einen Fehler im BVB-Spielaufbau, der die Einzelkritik schwächte.

BVB-Einzelkritik gegen FC Bayern: Note 3 für Nico Schulz bei Borussia Dortmund

Nico Schulz: „Schuuulz“ hallte es schon nach rund elf Minuten durch den Signal Iduna Park, als er Serge Gnabry den Ball abnahm und einen Konter einleitete. Doch dann war vom Linksverteidiger des BVB nicht mehr viel gegen den FC Bayern zu sehen. Immerhin: Im Gegensatz zu Felix Passlack hielt er auf seiner Seite gut stand gegen den Münchener Angriff und gewann sechs seiner neun Zweikämpfe. Doch im Offensivspiel haperte es. Note: 3,5

Jude Bellingham: Der Youngster behauptete sich immer wieder gut im Mittelfeld und eroberte einige Bälle vom FC Bayern. Dazu zeigte der Engländer zweimal seine außergewöhnliche Klasse. Zunächst mit einem starken Ball durch die Abwehrlücke auf Marco Reus, der aber vergab (20.). Dann eine starke Balleroberung mit direkt folgendem Pass mit Außenrist über 30 Meter auf Erling Haaland, der zwar zum Tor vollendete, aber zuvor im Abseits stand (53.). Die Vorlage zum 1:2 per Kurzpass auf Marco Reus kam ebenfalls von ihm. Note: 2,5

BVB-Einzelkritik gegen FC Bayern: Note 3 für Mahmoud Dahoud bei Borussia Dortmund

Mahmoud Dahoud: Etwas unauffälliger im Spiel wie sein Mittelfeld-Kollege Jude Bellingham, aber nicht minder bemüht. Er hängte sich rein und agierte als Sechser vor der Abwehr mehr als Abräumer statt als Ballverteiler. So holte sich Mahmoud Dahoud auch schon nach 31 Minuten die Gelbe Karte nach einem Foul an Kingsley Coman ab. Sieben von elf Zweikämpfen gewann der 25-Jährige und wies zudem eine gute Passquote von 81 Prozent auf. Note: 3

Giovanni Reyna: Immer wieder blitzte sein Talent auf, wie in der 75. Minute, als er zum Dribbling gegen gleich mehrere Münchener ansetzte, dann aber doch den Ball verlor. Doch gegen den FC Bayern hatte der 18-Jährige im Mittelfeld gegen Leon Goretzka und Joshua Kimmich einen schweren Stand. Dennoch: Eine Passquote von 86 Prozent sowie neun von 14 gewonnenen Zweikämpfen sind eine starke Statistik für den eigentlichen offensiven Mittelfeldspieler, der unter Marco Rose eher als Achter agiert. Note: 3

BVB-Einzelkritik gegen FC Bayern: Note 2 für Marco Reus bei Borussia Dortmund

Marco Reus: Der Kapitän kämpfte und ackerte und legte sich gleich mehrmals mit seinen Gegenspielern an. Über allem ragte sein tolles Tor zum 1:2 per Rechtsschuss von der Strafraumgrenze genau in den Winkel. Marco Reus hatte gegen den FC Bayern Pech, dass er schon nach 20 Minuten alleine vor Manuel Neuer scheiterte. Fünf Minuten später sah der 32-Jährige bereits Gelb nach Foul an Dayot Upamecano und musste sich etwas zurückhalten. Der guten Leistung für die Einzelkritik tat das aber keinen Abbruch. Note: 2

Youssoufa Moukoko: Überraschend stand der 16-Jährige in der Startelf und stellte damit im Supercup aufgrund seines Alters einen Rekord auf. Er ist jetzt der jüngste Startspieler im Cup aller Zeiten. Viel gelang Youssoufa Moukoko gegen Dayot Upamecano und Niklas Süle aber nicht. Zu Beginn des Spiels wurde er bereits robust von Dayot Upamecano weggeschubst. Beim ersten Abschluss in der 30. Minute, als er Niklas Süle mal entwischen konnte, war der Schuss zu harmlos. Der Angreifer traf zwar in der 36. Minute überlegt per Linksschuss, stand dabei aber klar im Abseits. Nach 57 Minuten und 22 Ballkontakten war Schluss für ihn. Note: 4

BVB-Youngster Youssoufa Moukoko hatte gegen die Bayern-Defensive enorme Schwierigkeiten, wie die Einzelkritik zeigt.

BVB-Einzelkritik gegen FC Bayern: Note 4 für Erling Haaland bei Borussia Dortmund

Erling Haaland: Fünf Tore und drei Vorlagen in zwei Pflichtspielen, der Norweger hatte vor dem Spiel gegen den FC Bayern vorgelegt. Doch gegen die Münchener gelang ihm nicht viel. Erling Haaland scheiterte fast ungewohnt an Manuel Neuer nach langem Ball von Manuel Akanji (38.). Wie gegen Eintracht Frankfurt erzielte der Angreifer ein Tor aus abseitsverdächtiger Position, dieses Mal war es aber tatsächlich auch Abseits (53.). Ansonsten bemüht, aber ohne Erfolg vor dem Tor. Note: 4

Donyell Malen: Der Neuzugang kam nach 58 Minuten für Youssoufa Moukoko, blieb aber komplett blass und verbuchte keinen Torschuss. Ihm fehlt die Bindung zum BVB-Spiel noch komplett. Lediglich elf Ballkontakte hatte der Niederländer in rund 36 Minuten Spielzeit inklusive Nachspielzeit. Note: 5

BVB-Einzelkritik gegen FC Bayern: Keine Noten für Marco Pasalic, Reinier und Marius Wolf bei Borussia Dortmund

Marco Pasalic: Der erste Pflichtspiel-Auftritt bei den Profis und dann direkt gegen den FC Bayern. 16 Minuten mit Nachspielzeit durfte der 20-Jährige nach Einwechslung für Giovanni Reyna ran, hatte aber nur vier Ballkontakte und verlor seinen einzigen Zweikampf. Ohne Note

Reinier: Der frisch gebackene Olympia-Sieger wurde nach 84 Minuten für Jude Bellingham eingewechselt. Ohne Note

Marius Wolf: Kam in der 84. Minute für Felix Passlack ins Spiel. Ohne Note

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/AFP

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