Pflichtsieg im DFB-Pokal

Einmal Note 5: Die Einzelkritik zum müden BVB-Kick gegen Eintracht Braunschweig

Der BVB zog gegen Eintracht Braunschweig ins DFB-Pokal-Achtelfinale ein, glänzt aber nicht. Das macht sich in den Noten der Einzelkritik bemerkbar.

Dortmund/Braunschweig – Borussia Dortmund steht im Achtelfinale des DFB-Pokals. Bei Eintracht Braunschweig feierte der BVB einen 2:0-Sieg, der wenig Glanz versprühte.

Einzelkritik des BVB gegen Eintracht Braunschweig: Das sind die Noten für Borussia Dortmund

Marwin Hitz: Edin Terzic zieht die Torwart-Rotation weiter durch. Im Pokal durfte er Landsmann Roman Bürki ersetzen. Angesichts von 19:4-Torschüssen pro BVB erlebte er einen ruhigen Abend. Gefordert war er gegen den Flachschuss von Bär aus kurzer Distanz (23.), den er Dank einer raschen Reaktion aus dem Eck fischte. Note: 3

Mateu Morey: Insgesamt sieben Änderungen nahm Erdin Terzic im Vergleich zur 1:2-Schlappe bei Union Berlin vor. Unter anderem durfte der Spanier wieder statt Thomas Meunier auflaufen. Im Vergleich zum Belgier ist er eleganter unterwegs, hat allerdings auch körperliche Nachteile. Im Kopfball fehlt dem 1,72-Meter-Mann manchmal der entscheidende Zentimeter. Konnte den Lattenkracher von Bär außerdem im Laufduell nicht verhindern (56.). In der Einzelkritik gibt es Note: 4

BVB-Einzelkritik gegen Eintracht Braunschweig: Mats Hummels trifft in Kurzarbeit

Dan-Axel Zagadou: Endlich mal wieder in der Startelf! Im DFB-Pokal gegen Eintracht Braunschweig ersetzte er Manuel Akanji und spielte zum zweiten Mal in der laufenden Saison 90 Minuten lang durch (zuvor beim 1:1 gegen Frankfurt). Er schaltete sich mit Freude in den Spielaufbau ein und ließ hinten so gut wie nichts anbrennen. Das war Okay. Note: 3

Mats Hummels: „Unverzeihbar“ und „eine Katastrophe“ sei das Verhalten des BVB bei gegnerischen Standards, hatte er nach der Pleite von Berlin noch gemosert. Heute ging er als Kapitän selbst vorneweg. Nach einer Ecke drückte er den Ball zum wichtigen 1:0-Führungstreffer über die Linie (12.). Ansonten wie gewohnt umsichtig und präsent. Umso überraschender, dass er nach 45 Minuten ausgewechselt wurde. Trainer Edin Terzic klärte auf: Muskuläre Probleme waren die Ursache. Mats Hummels wird froh sein, dass über die Feiertage eine Pause ansteht. Zum Jahresabschluss gibt es eine weitere ordentliche Einzelkritik und Note: 2,5

Mats Hummels (l.) schoss den BVB gegen Eintracht Braunschweig mit 1:0 in Führung.

Einzelkritik des BVB gegen Eintracht Braunschweig: Raphael Guerreiro als glückloser Dreh-und Angelpunkt

Raphael Guerreiro: Sagenhafte 127 Ballkontakte sammelte Dortmunds Ballvirtuose auf der linken Seite gegen Eintracht Braunschweig. Schöne Flanke auf den Kopf von Steffen Tigges, ansonsten blieb aber vieles Stückwerk und zu ungenau. Mit viel Selbstvertrauen bei seinem Volleyschuss nach Sancho-Eckball, den er aber über das Tor setzte (65.). In der Einzelkritik mit Note: 3,5

Thomas Delaney: Das Arbeitstier im BVB-Mittelfeld monierte nach dem Spiel bei Sky, man sei in der ersten Halbzeit „ein bisschen langsam“ gewesen. Auch habe man zu häufig den Ball verloren. Mit zehn Fehlpässen trug er dazu zwar selbst seinen Teil bei, war aber immerhin engagiert unterwegs. In der zweiten Halbzeit übernahm er die Kapitänsbinde von Mats Hummels. Nur zweiter Sieger gegen Abdullahi, als dieser Bär vor seinem Lattenschuss auf die Reise schickte. Beteiligt an der 1:0-Führung. Note: 3,5

BVB-Einzelkritik gegen Eintracht Braunschweig: Julian Brandt in Hälfte zwei verbessert

Jude Bellingham: In genialen Momenten lässt der Teenager immer wieder seine enormen Fähigkeiten aufblitzen. Wenn er am Strafraum in Ballbesitz kommt, schrillen beim Gegner die Alarmglocken. Etwa bei seinem Pfostenschuss (35.), als er aus kurzer Distanz an Keeper Fejzic hängenblieb (48.) oder bei der Vorlage für Julian Brandt (50.). Einzig: Man würde die genialen Momente gerne noch konstanter sehen. Jude Bellingham kam nur auf 42 Ballkontakte und gewann nur 25 Prozent seiner Zweikämpfe. Note: 3,5

Julian Brandt: Der Auftakt in das DFB-Pokal-Spiel verhieß für das BVB-Sorgenkind schon wieder nichts Gutes. Fiel durch schlimme Ballverluste auf. Oder indem er den Ball nach starkem Einsatz von Steffen Tigges verschwenderisch in den Nachthimmel feuerte (22.). Erfreulich: Julian Brandt gab nicht auf. Er arbeitete hart, traf mit einer weiteren Großchance das Außennetz (50.) und schien gerade aufzutauen, als er nach einer guten Stunde für Marco Reus Platz machen musste. Daher in der EInzelkritik noch Note: 4,5

Einzelkritik des BVB gegen Eintracht Braunschweig: Jadon Sancho freut sich über Erfolgserlebnis im DFB-Pokal

Jadon Sancho: Es muss sich wie eine Erlösung angefühlt haben. In der Nachspielzeit schloss Jadon Sancho einen Konter zum 2:0-Endstand eiskalt ab. Das derzeit seltene Erfolgserlebnis hat sich der kriselnde Wunderknabe hart erarbeitet. War immer anspielbar und legte sechs Torschüsse für seine Mitspieler auf. Man meinte gar, einen Funken der altbekannten Spielfreude wiedererkannt zu haben. Note: 2,5

Giovanni Reyna: Sollte gegen Eintracht Braunschweig gemeinsam mit Jadon Sancho auf den Flügeln wirbeln. Viel Wind machte er aber nicht. Ein sehr unauffälliger Auftritt des talentierten Jungstars. Note: 5

Giovanni Reyna ist im Alter von 18 Jahren schon Leistungsträger beim BVB. Leistungen wie jene gegen Braunschweig gehören zur Entwicklung.

BVB-Einzelkritik gegen Eintracht Braunschweig: Steffen Tigges feiert Profi-Debüt im DFB-Pokal

Steffen Tigges: Sein Einsatz im DFB-Pokal war die Überraschung des Tages. Weil Erling Haaland (Reha nach Muskelfaserriss) ausfällt und Youssoufa Moukoko sich mit leichten Knieproblemen plagte, rückte der U23-Stürmer des BVB in die Startelf. Sein Gardemaß von 1,93 Metern half ihm im Kopfballduell, allerdings fehlte hier klar die Präzision. Lief Fejzic vorbildlich an und ermöglichte so die Großchance von Julian Brandt (22.). Fünf Minuten vor Schluss scheiterte er freistehend am Braunschweig-Schlussmann. Note: 4

Manuel Akanji: Unplanmäßig musste er zur Pause den angeschlagenen Mats Hummels ablösen. Löste seine Aufgabe nicht so stark wie der Abwehrchef, ließ aber nach anfänglichen Unsicherheiten nichts anbrennen. Gefährlich wurde es noch einmal, als Proschwitz im Zweikampf einen fragwürdigen Freistoß von der Strafraumgrenze herausholte. Der blieb aber ohne Folgen. Note: 3,5

BVB-Einzelkritik gegen Eintracht Braunschweig: Ordentliche Note für Marco Reus nach Einwechselung

Marco Reus: Rotationsbedingt blieb für den BVB-Kapitän zunächst nur ein Platz auf der Bank. Nutzte später aber die halbe Stunde Spielzeit, die Edin Terzic ihm noch gewärte. Selbst rauschte er haarscharf am 2:0 vorbei (79.), mit dem Schlusspfiff servierte er seinem Mannschaftskollegen Jadon Sancho das Tor per Traumpass. Verbessert. Note: 3

Axel Witsel: Kam nach 76 Minuten für Jude Bellingham und versuchte sich noch einmal an einem Distanzschuss. Ohne Note

Thorgan Hazard: Nach zweiwöchiger Pause wegen muskulärer Probleme feierte er im DFB-Pokal sein Comeback. In Minute 83 wurde er für Giovanni Reyna eingewechselt. Bitter: Wenige Minuten später humpelte er auch schon wieder vom Platz. Der BVB hatte bereits fünfmal getauscht und musste das Spiel zu zehnt zu Ende spielen. Ohne Note

Thomas Meunier: Ebenfalls in der 83. Minute eingewechselt, ersetzte Mateu Morey. Ohne Note

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner/dpa

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