Borussia Dortmund verlor erneut

BVB im Frust: Mannschaft heftig kritisiert von Edin Terzic und Michael Zorc

Der BVB durchläuft ein Tief. Sogar die Champions League ist in Gefahr. Jetzt platzte Dortmund-Trainer Edin Terzic nach der Pleite beim SC Freiburg der Kragen.

Dortmund – Er sollte die große Hoffnung für Borussia Dortmund sein, doch stattdessen konnte Edin Terzic (38) in elf Spielen als Chef-Trainer nur sechs Siege einfahren. Jetzt packte er die Mannschaft am Schlawittchen – auch die BVB-Verantwortlichen sind nicht zufrieden mit dem Auftritt der Spieler.

TrainerEdin Terzic
VereinBorussia Dortmund
Geboren30. Oktober 1982 (Alter 38 Jahre)

BVB verliert gegen Freiburg: Dortmund-Trainer Edin Terzic gibt wütendes Interview

Der TV-Experte Dietmar Hamann zog sogar ein vernichtendes Fazit über den BVB und sagte nach der Niederlage gegen den SC Freiburg: „Umso mehr ich von der Mannschaft sehe, umso mehr habe ich den Eindruck, dass es keine Rolle spielt, wer sie trainiert.“

Eine harte Ansage. Aber offenbar hat auch BVB-Trainer Edin Terzic langsam die Faxen dicke. Im Sky-Interview unmittelbar nach der 1:2-Auswärtspleite des BVB gegen den SC Freiburg zeigte er sich sichtlich angefressen: „Wir sind nicht nur enttäuscht. Wir sind sauer. Wir müssen mehr fordern von uns allen.“ 

Borussia Dortmund: BVB-Trainer Edin Terzic auch am Sonntag wütend – Brandrede an die Mannschaft

Er ärgerte sich am Samstagabend über „Abspielfehler und Unsauberkeiten“, die sich der BVB nicht leisten dürfe, wenn man gewinnen wolle. Und forderte: „Wir müssen weiter bereit sein, den Extra-Meter zu machen.“

Auch am Sonntag (7. Februar) hatte sich die Wut noch nicht gelegt. Am Trainingsgelände redete Edin Terzic offenbar mit einer Brandrede den Profis ins Gewissen. Michael Zorc (58) berichtete gegenüber den Ruhr Nachrichten (Bezahlinhalt): „Edin hat heute sehr deutliche Worte gefunden, die Spieler direkt angesprochen und sie in die Pflicht genommen.“ Seine Ansprache ließ wohl in ihrer Klarheit keine Missverständnisse mehr zu, so der Sportdirektor.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc ist fassungslos. Aktuell spielt Borussia Dortmund nicht wie gewünscht – dafür macht er die etablierten Spieler verantwortlich.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc: Riesen-Lob für Youssoufa Moukoko – harte Kritik für die Mannschaft

Ebenso wie dem Trainer Edin Terzic ist auch dem BVB-Sportdirektor die aktuelle Form der Borussen ein Dorn im Auge. „Die Art und Weise, wie wir in Freiburg aufgetreten sind, passt mir ganz und gar nicht“, betonte er.

Und Michael Zorc setzt in seiner Kritik noch einen drauf: „Und es kann obendrein nicht sein, dass ein gerade 16-Jähriger in etwas mehr als einer halben Stunde Spielzeit mehr Torschüsse zustande bringt als die etablierten Kräfte.“ Ein großes Lob für Youssoufa Moukoko, der das Tor für die Schwarz-Gelben erzielte, doch auch eine klare Ansage für die Stammspieler beim BVB.

Michael Zorc (Borussia Dortmund): Etablierte BVB-Spieler zeigen zu wenig Können

Der Verantwortliche von Borussia Dortmund scheint insbesondere die Schuld bei den alteingesessenen BVB-Stars zu sehen. Nicht verwunderlich, wenn man zum Beispiel bedenkt, dass Edin Terzic den BVB-Kapitän Marco Reus, der in der Einzelkritik nur Note 6 bekam, schon nach 60 Minuten vom Platz nahm.

Auch der sonst so sichere Fels in der Dortmund-Abwehr, Mats Hummels, spielte einige Fehlpässe. Er ging auch mit sich und dem BVB nach dem Spiel hart ins Gericht. „Gegen uns ist gefühlt jeder Torschuss drin, und wir brauchen vorne sehr viel Aufwand, um selber zu treffen. Dann kommen so schlechte Ergebnisse dabei raus.“

Borussia Dortmund: Michael Zorc nimmt BVB-Trainer Edin Terzic in Schutz

Doch bei all der Kritik nimmt Sportdirektor Michael Zorc eine Person in Schutz „Es gibt überhaupt keinen Vorwurf an Edin Terzic. Die Leistung muss die Mannschaft bringen.“ Und nimmt damit etwas Wind aus den Segeln der Trainer-Gerüchte, laut derer der BVB als Nachfolger für Edin Terzic Marco Rose holen möchte.

„Wir sind überzeugt, dass wir mit Edin Terzic die Champions-League-Qualifikation schaffen. Die Mannschaft muss jetzt endlich Punkte und Ergebnisse liefern.“ Ein klares Statement – für den Trainer und gegen das aktuelle Auftreten die Mannschaft.

Rückendeckung für Edin Terzic: Auch BVB-Legende Sebastian Kehl äußert sich

Auch von anderer Seite erhält der 38-Jährige Rückendeckung: „Wir sehen jeden Tag, wie Edin Terzic sowohl in fachlicher als auch in emotionaler Hinsicht mit den Spielern arbeitet, wie akribisch er dabei zu Werke geht und wie klar er Problempunkte offen und ehrlich anspricht. Es gibt deshalb von uns überhaupt keine Kritik an seiner Arbeit“, sagte Lizenz-Spielerleiter Sebastian Kehl über den BVB-Trainer.

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