Kommentar

BVB-Aufstieg von Edin Terzic hat zwei Vorteile - und einen pikanten Beigeschmack

Edin Terzic arbeitet künftig als Technischer Direktor und nicht als Co-Trainer unter Marco Rose beim BVB. Ein cleverer Schachzug mit pikantem Beigeschmack, kommentiert RUHR24-Redakteur Marcel Witte.

Dortmund – Ein Paukenschlag am Dienstag (29. Juni) in Dortmund: Edin Terzic verlässt den Trainerstab des BVB und wird Technischer Direktor. Er wird somit nicht Co-Trainer unter dem neuen Coach Marco Rose, bleibt dem Verein aber erhalten.

NameEdin Terzic
Geboren30. Oktober 1982 (Alter 38 Jahre), Menden, Sauerland
EhepartnerinKora Wölm (verh. 2013)
Position beim BVBTechnischer Direktor

Edin Terzic (BVB): Beförderung hat zwei Vorteile und einen pikanten Beigeschmack

Es scheint, als wenn Borussia Dortmund den einfachen Weg wählt. Denn mit Marco Rose und Edin Terzic drohte der große Trainer-Knall beim BVB. Auf der einen Seite der Trainer, der die Schwarz-Gelben in die Champions League und zum DFB-Pokal-Sieg führte, auf der anderen Seite der neue Coach, der seit Februar feststeht, als der Klub das internationale Geschäft völlig zu verpassen drohte.

Doch dann wendete sich das Blatt und Edin Terzic entwickelte sich zum Liebling der Fans. Der Pokalsieg und die Qualifikation für die Königsklasse setzten dem Ganzen die Krone auf. Der BVB-Fan hatte das Team wieder in Fahrt gebracht. Anfangs hinter den Erwartungen zurück, stellte beispielsweise Jadon Sancho bei Borussia Dortmund einen Rekord von David Beckham ein.

Edin Terzic (BVB): Diskussionen wegen Marco Rose dürften vorerst verstummen

Vor dem DFB-Pokal-Finale wendete Edin Terzic einen Trick für das BVB-Team an, er zeigte ein emotionales Video mit heroischer Musik, das jeden Dortmund-Profi samt seines Geburtsorts und der Entfernung von dort bis nach Berlin aufführte. Egal, welcher Spieler über den Trainer sprach, alle gerieten sie ins Schwärmen.

Unter den Fans wurden Diskussionen laut, ob man nicht besser auf Edin Terzic statt Marco Rose als Trainer für die Saison 2021/22 vertrauen sollte. Jetzt hat Borussia Dortmund das Problem aber zur Seite geschafft. Die beiden Coaches arbeiten nicht gemeinsam im Trainerstab.

Edin Terzic ist neuer Technischer Direktor des BVB. Eine Beförderung mit zwei Vorteilen und pikantem Beigeschmack.

Edin Terzic (BVB): Die Rolle als Technischer Direktor passt genau auf den 38-Jährigen

Auch mit Blick auf die Spieler eine durchaus richtige Entscheidung: Edin Terzic hat das volle Vertrauen der Profis, Marco Rose und seine mitgebrachten Co-Trainer müssen sich das erst einmal erarbeiten. Das hätte zu Problemen führen können.

Die Rolle, die Edin Terzic als Technischer Direktor künftig bekleidet, habe er laut Vereinsangaben gemeinsam mit Hans-Joachim Watzke, Michael Zorc und Sebastian Kehl erarbeitet. Sie passt genau auf den 38-Jährigen. Er soll interessante Spieler für den BVB begeistern, als Schnittstelle zum Nachwuchsleistungszentrum wirken sowie ausgeliehene Profis betreuen.

Edin Terzic (BVB): Diskussionen um eine Nachfolge von Marco Rose wären immer wieder aufgekommen

Dass der BVB-Fan Spieler für den Klub begeistern kann, steht wohl außer Frage. Dass er gut mit jungen Spielern umgehen kann, bewies Edin Terzic vor allem in seiner Zeit als Chef-Coach. Gespräche mit den Profis wird der 38-Jährige viele geführt haben.

Marco Rose (r.) folgt auf Edin Terzic als Trainer des BVB.

Den Konflikt, der unweigerlich bei schwächeren Spielen des BVB unter Marco Rose aufgekommen wäre, vermeidet Borussia Dortmund mit der Beförderung. Nach jeder Niederlage wären wohl sofort Stimmen laut geworden, dass Edin Terzic der bessere Kandidat gewesen wäre.

Edin Terzic (BVB): Beförderung mit pikantem Beigeschmack

Doch einen pikanten Beigeschmack bringt die Beförderung dennoch mit. Zwar dürften die Diskussionen zunächst im Keim erstickt sein, doch Edin Terzic dürfte weiterhin bei künftigen Trainer-Fragen unter den Kandidaten sein. Vor allem vor dem Hintergrund, dass dem 38-Jährigen laut Klubangaben „mehrere Cheftrainer-Angebote anderer Klubs vorlagen“.

Sollte der Trainerstuhl von Marco Rose irgendwann wackeln, dürfte der Name Edin Terzic unter den erstgenannten, möglichen Nachfolgern fallen. Ein Vorteil für den BVB, denn der neue Technische Direktor bräuchte nahezu keine Eingewöhnung, aber ein pikanter Beigeschmack für Marco Rose.

Edin Terzic (BVB): Der mögliche Nachfolger sitzt Marco Rose jetzt im Nacken

Sein möglicher Nachfolger sitzt zwar jetzt nicht mehr neben ihm auf der Bank, dafür in seinem Nacken auf der Tribüne. Das Thema „Edin Terzic statt Marco Rose als neuer Cheftrainer des BVB“ könnte trotz der Beförderung schneller wieder aufkommen, als es manch einem Verantwortlichen in Dortmund lieb ist.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Friedemann Vogel/AFP

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