Finanzen bereiten Sorgen

BVB spart Millionen-Betrag: Spieler setzen in der Corona-Krise ein Zeichen

BVB Jadon Sancho Erling Haaland Thorgan Hazard
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Jadon Sancho, Erling Haaland und Thorgan Hazard (v. l.) bejubeln einen Treffer in der Champions League. Die BVB-Spieler wollen dem Verein in der Krise finanziell Helfen.

Die BVB-Finanzen bereiten Sorgen. Auch den Spielern von Borussia Dortmund ist das bewusst. Darum wollen sie dem Verein jetzt helfen.

Dortmund – Eigentlich hoffte man bei Borussia Dortmund, im Januar zumindest wieder Teile der Fans im Signal Iduna Park begrüßen zu dürfen. Daraus wurde nichts, denn im Zuge der Corona-Maßnahmen sind in Deutschland weiterhin keine Zuschauer in den Stadien zugelassen.

VereinBorussia Dortmund
TrainerEdin Terzic
SportdirektorMichael Zorc
GeschäftsleitungHans-Joachim Watzke, Thomas Treß, Carsten Cramer

BVB-Finzanzen: Wirtschaftliche Lage in der Corona-Krise ist angespannt

Die fehlenden Einnahmen bringen den BVB massiv in die finanzielle Bredouille. Hatte man im vergangenen Geschäftjahr noch 44 Millionen Euro Verlust gemacht, erhöht sich die Fehlsumme auf über 85 Millionen Euro.

Zu allem Überfluss gehen durch den neuen TV-Vertrag der Deutschen Fußball-Liga (DFL) 13 Millionen Euro verloren. Nachdem die Dortmunder jüngst auf Platz sieben der Bundesliga abgerutscht sind, droht außerdem der Worst Case.

BVB-Finanzen: Verpassen der Champions League als Worst-Case-Szenario für Borussia Dortmund

Das Verpassen der Champions League wäre für den BVB ein Horrorszenario. Demnach spült die Achtelfinal-Qualifikation dieses Jahr bereits 70-80 Millionen Euro in die Kassen. Einnahmen, die in der kommenden Spielzeit wegbrechen würden.

Alleine duch TV-Gelder und Sponsoren verlöre man fixe Erträge von 30 Millionen Euro, wie die Bild-Zeitung vorrechnet. Laut Sport1 läge die Summe gar bei 40 Millionen Euro. Dementsprechend klare Worte findet BVB-Sportdirektor Michael Zorc (58), der im Winter keine Transfers plant.

BVB-Jubel in der Champions League: Die Qualifikation für die Königsklasse ist in finanzieller Hinsicht ein Muss.

BVB-Finanzen: Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke mit deutlichen Worten

„Wir müssen die Sinne schärfen und wissen, dass unser Ziel, die direkte Champions-League-Qualifikation, unbedingt erreicht werden muss“, lautet gegenüber der WAZ sein Appell an die Mannschaft. Die Führungsriege des BVB ist angesichts der sportlich wie finanziell angespannten Situation in Alarmbereitschaft.

Zuletzt hatte auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watze (61) im kicker betont: „Wenn die Einnahmen aus der Champions League nicht mehr da sind, kannst du dir einen Kader in der Größenordnung und Qualität, wie wir ihn haben, nicht mehr leisten. Dann musst du den Rotstift ansetzen“. Das Geld aus der Champions League ist für Borussia Dortmund mit den derzeitigen Ambitionen unverzichtbar.

BVB in der Corona-Krise: Spieler erklären sich zu weiterem Gehaltsverzicht bereit

Immerhin: Die Spieler, die zuletzt bei der 2:4-Niederlage des BVB gegen Gladbach einmal mehr ihre PS nicht auf den Platz bekamen, haben den Ernst der Lage erkannt. Während sportlich derzeit wenig in die gewünschte Richtung läuft, tragen sie finanziell ihren Teil zum Überstehen der Corona-Krise bei. Auch wa.de berichtet über den Gehaltsverzicht beim BVB.

Laut den Ruhr Nachrichten hat die Mannschaft des BVB einem weiteren freiwilligen Gehaltsverzicht in Höhe von zehn Prozent zugestimmt. „Solidarität sei das Gebot der Stunde“, heißt es dort. Die Spieler hätten „weiterhin viel Verständnis“ für die angeschlagene wirtschaftliche Lage des Vereins.

BVB: Gehaltsverzicht der Spieler und Bosse bringt Borussia Dortmund Millionen

Als im vergangenen Frühling sämtliche Bundesliga-Spiele abgesagt worden waren, hatte man sich bereits auf einen Gehaltsverzicht in Höhe von 20 Prozent geeinigt. Seit der Spielbetrieb wieder fortgesetzt wurde und dadurch zumindest das Fernsehgeld wieder floss, waren es noch zehn Prozent.

„Bis auf Weiteres“ soll diese Übereinkunft fortbestehen, die Profis auf zehn Prozent ihrer Gesamt-Gehälter von 13 Millionen Euro pro Monat verzichten. Auch die Bosse des BVB gehen die Vereinbarung laut Ruhr Nachrichten mit. Hochgerechnet auf ein Jahr käme man so auf eine Einsparung von etwa 15 Millionen Euro. Ein wichtiges Zeichen in der Krise.