In Frankreich steht alles still

Nach Ligue-1-Abbruch: Warum der BVB in der Champions League von einem riesigen PSG-Problem profitieren kann

Paris Saint-Germain um Superstar Neymar steht zwar im Champions-League-Viertelfinale, aber die Meisterschaft wird abgebrochen.
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Paris Saint-Germain um Superstar Neymar steht zwar im Champions-League-Viertelfinale, aber die Meisterschaft wird abgebrochen.

Kehrt der BVB in die Champions League zurück? Paris Saint-Germain steht wegen des Saisonabbruchs der Ligue 1 vor einem gigantischen Problem. 

  • Die französische Ligue 1 bricht die Saison ab. Paris Saint-Germain wird vorzeitig zum Meister erklärt.
  • Unklar ist, wie es jetzt für PSG in der Champions League weitergeht, wo es im Achtelfinale Borussia Dortmund ausgeschaltet hatte.
  • Unter Umständen könnte der BVB in die Königsklasse zurückkehren.

Update, Donnerstag (30. April), 18.21 Uhr: Paris - Jetzt ist es offiziell. Die Saison in der Ligue 1 wird vorzeitig beendet, PSG wird zum Meister erklärt. Was das für den BVB und eine mögliche Rückkehr in die Champions League bedeutet, steht gegenwärtig noch nicht fest.

Klar ist nur: Paris Saint-Germain darf bis Ende August weder in Frankreich, Belgien noch in den Niederlanden spielen, geschweige denn sogar nur trainieren. Sofern die Königsklasse fortgesetzt wird, wäre das für den alten und neuen französischen Meister ein riesiger Nachteil.

Erstmeldung vom 28. April: Die französische Ligue 1 steht als erste der fünf großen europäischen Fußball-Ligen wegen des Coronavirus vor dem Saisonabbruch. "Die Saison 2019/2020 des Profisports, insbesondere des Fußballs, wird nicht wieder aufgenommen werden können", sagte Premierminister Edouard Philippe am Dienstag (28. April) vor der Nationalversammlung. Eine Stellungnahme der Ligue 1 stand zunächst aus.

Frankreich (Ligue 1) bricht Fußball-Saison ab: Paris Saint-Germain könnte vorzeitig Meister werden

In der französischen Eliteklasse ist der Spielbetrieb wegen der Pandemie seit Mitte März unterbrochen. Titelverteidiger Paris Saint-Germain mit dem deutschen Trainer Thomas Tuchel (46) führt die Tabelle nach 27 von 38 Spielen mit 68 Punkten und zwölf Zählern Vorsprung auf Olympique Marseille an und könnte somit vorzeitig zum Meister erklärt werden.

Ursprünglich hatte die Ligue 1 den Restart am 17. Juni mit Geisterspielen geplant. Bis mindestens September, so Edouard Philippe am Dienstag, bleiben Großveranstaltungen in Frankreich mit mehr als 5.000 Personen untersagt.

Paris Saint-Germain (PSG) noch in der Champions League - oder zieht der BVB jetzt nach?

Frankreich wäre damit das dritte Fußball-Land, das nach Belgien und den Niederlanden die Saison 2019/2020 abbrechen würde. Unklar ist jetzt aber vor allem, wie es für PSG weitergeht, das schließlich in der Champions League noch vertreten ist.

Das Star-Ensemble um Neymar (28) und Kylian Mbappé (21) hatte im Achtelfinale Borussia Dortmund ausgeschaltet. Kehrt der BVB, der Ansu Fati (17) vom FC Barcelona ins Visier genommen hat, deswegen möglicherweise nun in die Königsklasse zurück?

Basketball-Bundesliga setzt Saison nur mit Teams fort, die weiterspielen wollen

So kurios die Vorstellung klingt, reicht nur ein Blick zu einer anderen Sportart. Die Basketball-Bundesliga (BBL) wird die Saison fortsetzen, aber nur mit zehn der 17 Teams, um einen Meister zu ermitteln.

Teilnehmer sind die Teams, die noch spielen wollen. In der Fußball-Champions-League könnte es zu einem ähnlichen Szenario kommen, wenn dort reihenweise Teams auch nicht mehr teilnehmen können.

Champions League: BVB könnte für PSG nachrücken

Stand jetzt stehen neben dem BVB-Bezwinger Paris Saint-Germain auch Atletico Madrid, Atalanta Bergamo und RB Leipzig als Viertelfinal-Teilnehmer fest. Ob Spanien und Italien, die besonders schlimm vom Coronavirus (Live-Ticker NRW) betroffen waren, diesen Sommer aber noch einmal den Spielbetrieb aufnehmen können, erscheint unrealistisch.

Ebenso dadurch, ob Juventus Turin und Olympique Lyon das Achtelfinal-Rückspiel noch spielen könnten, oder der FC Barcelona gegen den SSC Neapel. So könnten andere Teams nachrücken. Wie zum Beispiel der BVB, dessen Knipser Erling Haaland (19) einen ehemaligen PSG-Star zum Vorbild hat.

Champions League: UEFA will Saison beenden

Schließlich hält die UEFA nach wie vor an ihrem Plan fest, die Saison in der Königsklasse zu beenden. Zwar haben die nationalen Ligen Vorrang. Doch Endspiel-Termine wie der 29. August wurden innerhalb des Verbands bereits diskutiert.

Scheich und PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi ist im Exekutivkomitee der UEFA.

Darüber hinaus hat die UEFA schon über ein Final-8-Turnier an einem Ort ohne Rückspiele nachgedacht. Stellt sich nur die Frage, wie ernsthaft Paris Saint-Germain wettbewerbsfähig wäre, wenn das Team um Thomas Tuchel fünf Monate nicht trainiert oder gespielt hätte.

Das Star-Ensemble darf in Frankreich (sowie in den Niederlanden und Belgien) bis September keine Spiele austragen und dort noch nicht einmal trainieren. Allerdings kündigte der Klub schon an, notfalls im Ausland trainieren und spielen zu wollen (auch bei einem Transfer von PSG-Star Thomas Meunier könnte der BVB möglicherweise profitieren). Mittlerweile hat Thomas Meunier eine wichtige Entscheidung getroffen.

Champions League: Paris Saint-Germain (PSG) mit Scheich Nasser Al-Khelaifi prominent in UEFA vertreten

Zudem ist es kaum vorstellbar, dass PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi freiwillig zurückstecken würde. Noch dazu hat der Scheich einen Posten im Exekutivkomitee der UEFA und dürfte seine Macht entsprechend versuchen einzusetzen.

Misslingt das aber und die UEFA sucht nach einem Ersatz-Turnier, könnte Borussia Dortmund profitieren. Für so manchen BVB-Star wäre es mit Sicherheit eine große Genugtuung nach den Sticheleien während und nach dem Rückspiel und der 0:2-Niederlage.

Mit SID-Material.