Im BVB-Kader drohen Härtefälle: Götze und Delaney im Supercup 90 Minuten auf der Bank

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BVB-Trainer Lucien Favre und Mario Götze. Foto: Patrick Seeger/dpa

Der BVB startet erfolgreich ins Spieljahr 2019/20. Die Partie im Supercup zeigt aber auch: In Borussia Dortmunds Luxuskader drohen einige Härtefälle.

Erstes Pflichtspiel, erster Titel. Der BVB startet erfolgreich in die Saison 2019/20. Die Partie im Supercup zeigt aber auch: In Borussia Dortmunds Luxuskader drohen einige Härtefälle.

  • Beim Supercup saßen viele prominente Namen auf der BVB-Ersatzbank.
  • Potenzielle Stammspieler wie Mario Götze oder Thomas Delaney kamen gar nicht zum Einsatz.
  • Lucien Favre wird einige sportliche Härtefälle moderieren müssen.

Ein erstes Zeichen zugunsten des BVB gab es im Supercup bereits vor Anpfiff. Als die Aufstellungen der beiden Mannschaften veröffentlicht wurden, richteten sich viele Blicke auf die Ersatzbänke der Teams.

Götze, Delaney & Co.: Prominente Namen auf der BVB-Ersatzbank

Während bei den Bayern sogar Jugendspieler Platz nahmen, war die BVB-Reserve durchweg prominent besetzt. Neben Torhüter Eric Oelschlägel (23) saßen dort Marcel Schmelzer (31), Achraf Hakimi (20), Dan-Axel Zagadou (20), Mo Dahoud (23), der für den Fußballspruch des Jahres nominierte Thomas Delaney (27), Marius Wolf (24), Jacob Bruun Larsen (20) sowie Mario Götze (27).

Zusammen kommen diese Akteure auf eine Erfahrung von mehreren hundert Spielen in nationalen sowie internationalen Wettbewerben. Dabei hatte BVB-Trainer Lucien Favre (61) bei seiner Startformation für das Duell um den Supercup keineswegs eine B-Elf auf den Platz geschickt. Stattdessen stellte er die bestmögliche Mannschaft auf.

Nicht eingerechnet sind dabei jene Akteure, die aufgrund von Verletzungen ausfielen. In Roman Bürki (28), Mateu Morey (19), Mats Hummels (30), Julian Brandt (23) und Thorgan Hazard (26) saßen fünf potenzielle Kaderspieler auf der Tribüne.

Im BVB-Kader herrscht ein brutaler Konkurrenzkampf

Die gestrige Partie bot daher schon einen ersten Ausblick auf das, was den Schweizer Coach in dieser Saison erwartet. In dem Luxuskader des BVB herrscht ein brutaler Konkurrenzkampf. Jede Position ist mindestens doppelt und mit hoher Qualität besetzt.

„Wir wollen diesen Konkurrenzkampf auf dem hohen Niveau“, sagte BVB-Kapitän Marco Reus (30) nach dem 2:0-Erfolg gegen den FC Bayern. Als unumstrittener Stammspieler kann der 30-Jährige diese Situation etwas entspannter sehen als manch ein Teamkollege.

Sowie Mario Götze zum Beispiel. Der BVB-Angreifer verfolgte das Spektakel die kompletten 90 Minuten auf der Bank. Es bleibt abzuwarten, ob dies nur ein einmaliger Vorgang war. Götze und der BVB nehmen in Kürze Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung auf.

BVB-Sturm: Alcácer hat im Duell mit Götze die Nase vorn

Während der 27-Jährige weiter ein zweistelliges Millionengehalt verdienen möchte, planen die BVB-Verantwortlichen eine Reduktion seiner Bezüge. Das Spiel sendete in dieser Hinsicht ein klares Zeichen: Es geht auch ohne Mario Götze.

BVB-Torjäger Paco Alcácer (25), Götzes Konkurrent Nummer eins auf der Stürmer-Position, präsentiert sich in blendender Verfassung. Erstmalig konnte der 25-Jährige eine komplette Vorbereitung bestreiten. Er wirkt deutlich spritziger und fitter als in der vergangenen Saison.

Im zentral, defensiven Mittelfeld agierte Julian Weigl an der Seite von BVB-Mittelfeldstratege Axel Witsel. Nach starken Leistungen in den Testspielen hat Weigl den bisherigen Witsel-Partner Delaney vorerst auf die Bank verdrängt. Nun scheint auch Weigls Zukunft weiterhin beim BVB zu sein.

BVB-Trainer Favre muss schwere Entscheidungen treffen

Für BVB-Trainer Lucien Favre gilt es, schwere Entscheidungen zu treffen. Nachdem er in den Vorbereitungsspielen beliebig oft wechseln konnte, darf er ab sofort nur noch drei Mal pro Partie tauschen.

"Das gehört zu meinem Job dazu. Es gibt doch in jedem Beruf, in jeder Branche Konkurrenz. Das ist heutzutage überall so. Das wissen auch die Spieler. Ich bin ehrlich, darauf lege ich viel Wert. Die Wahrheit ist manchmal hart zu ertragen, da muss man diplomatisch sein, aber die Wahrheit bleibt die Wahrheit.“

Lucien Favre im Interview mit den Ruhr Nachrichten

Bei mehr als 40 Pflichtspielen wird Favre sein vorhandenes Personal allerdings auch benötigen. Neben Götze soll deshalb auch Raphael Guerreiro in Dortmund gehalten werden.

Gut möglich also, dass der 61-Jährige viel rotiert. Im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten betonte der BVB-Coach kürzlich wie wichtig es sei, für jedes Spiel die richtige Mischung zu finden.

BVB-Boss Hans Joachim Watzke gibt Götze noch länger Bedenkzeit, was eine Vertragsverlängerung betrifft.