5:0-Sieg gegen Union Berlin

BVB: Frust bei Marco Reus und Achraf Hakimi nach Auswechslung - so äußert sich Sebastian Kehl

Borussia Dortmund - 1. FC Union Berlin
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BVB-Kapitän Marco Reus war nach seiner Auswechslung gegen Union Berlin frustriert.

Borussia Dortmund schlägt Union Berlin deutlich und erzielt im dritten Liga-Spiel in Folge fünf Tore. Zwei BVB-Profis schienen dennoch nicht glücklich. Lizenzspieler-Leiter Sebastian Kehl fand trotzdem lobende Worte.

  • Borussia Dortmund siegt gegen Union Berlin mit 5:0.
  • Marco Reus und Achraf Hakimi ware trotzdem sauer.
  • Lizenzspieler-Leiter Sebastian Kehl kann die BVB-Profis verstehen.

Dortmund – Drittes Rückrunden-Spiel, drittes Schützenfest. Eigentlich müsste die Laune beim BVB derzeit blendend sein. Marco Reus (30) und Achraf Hakimi (21) war am Samstag allerdings zumindest kurzfristig nicht zum Lachen zumute. Lizenzspieler-Leiter Sebastian Kehl (39) sah es positiv.

Nächstes Schützenfest: BVB gelingt perfekter Rückrunden-Auftakt

Mit drei Siegen und 15:4 Toren marschiert der BVB in der Bundesliga im Jahr 2020 bisher vorne weg. Auch gegen Union Berlin lief die Tormaschine von Borussia Dortmund wieder auf Hochtouren (hier gibt es den BVB-Ticker zum Nachlesen). Erling Haaland (19) glänzte mit einem Doppelpack und auch Jadon Sancho (19), Marco Reus und Axel Witsel (31) gehörten beim 5:0 zu den Torschützen.

Doch eine Schwäche aus der Vergangenheit zeigte sich auch heute wieder: Die Schwarz-Gelben unterliegen im Lauf eines Spiels häufig Leistungsschwankungen. Das kann Trainer Lucien Favre (62) nicht gefallen. Der Schweizer achtet bekanntlich auf jedes Detail.

BVB-Profi Achraf Hakimi sauer über vorzeitige Auswechslung gegen Union Berlin

Als die Borussen zu Beginn der zweiten Hälfte erst mehrfach die Vorentscheidung liegen ließen und schließlich Union Berlin mit ihrer Passivität ins Spiel zurückholten, wurde es dem BVB-Coach zu viel.  Leidtragender war in diesem Fall Achraf Hakimi (21). Der Turbosprinter bekam zunächst eine deutliche Ermahnung. Kurze Zeit später musste er für Dan-Axel Zagadou (20) vom Feld.

Sichtlich frustriert von seiner frühen Auswechselung nach 64 Minuten kickte der 21-Jährige zunächst eine Wasserflasche weg. Nachdem er auf der Auswechselbank Platz genommen hatte, feuerte auch noch seine Fußballschuhe auf den Boden. Deutlich besser war die Laune von BVB-Legende Neven Subotic, obwohl er mit Union Berlin unterlegen war.

BVB-Kapitän Marco Reus reagiert mit Frust auf Auswechslung bei Union Berlin-Heimspiel

Die Statistik gab Lucien Favre aber recht. Mit 74 Prozent verzeichnete der Marokkaner die schlechteste Passquote aller BVB-Profis. Zwölf seiner 46 Pässe landeten nicht bei einem Teamkollegen. 

Sieben Minuten darauf stand erneut die Ersatzbank im Fokus. Nun musste Marco Reus vorzeitig raus. Thorgan Hazard (26) ersetze ihn. Auch der Kapitän schien damit nicht glücklich zu sein. Immerhin hatte er drei Minuten zuvor das 3:0 erzielt. Ein Tapeverband flog aus Frust in Richtung Kabinengang.

Nach Sieg gegen Union Berlin: Sebastian Kehl lobt "Mentalität" der BVB-Profis

Nach dem Spiel äußerte sich Lizenzspieler-Leiter Sebastian Kehl, dessen Verbleib beim BVB über 2021 hinaus von mehreren Faktoren abhängt, zu den Vorfällen. Bei Sky sagte er: "Ich habe es natürlich von der Bank aus gesehen. Die Jungs sind unzufrieden, weil sie natürlich spielen wollen." Dieses Verhalten zeige aber auch die "Mentalität" der Spieler, sah der 39-Jährige das Positive in der Situation. 

Tatsächlich scheint der BVB in der Rückrunde bisher deutlich angriffslustiger. Die drei hohen Siegen sind nur ein Anhaltspunkt dafür. Mit Erling Haaland ist in Dortmund ein neues Bewusstsein auf dem Platz eingekehrt. Der Neuzugang sorgt in der Offensive für einen neu entfachten Kampf um die Positionen. Auch gegen Union Berlin zeigte Erling Haaland wieder eine starke Leistung (hier geht es zur Einzelkritik).

Video: Emre Can nach Dortmund: So hilft er dem BVB

"Jeder kämpft um seinen Platz. Wir haben einen hohen Konkurrenzkampf im Kader", sagt Sebastian Kehl. Die Verpflichtung von Emre Can (26) dürfte sowohl die Mentalität als auch den Konkurrenzkampf nochmals voranbringen.

Mit Marco Reus wolle er noch ein Gespräch führen, um den Grund für seinen Frust herauszufinden. "Vielleicht war es gar nicht über die Auswechslung, vielleicht etwas anderes", vermutet der Lizenzspieler-Leiter. Der BVB-Kapitän konnte nach Schlusspfiff allerdings schon wieder lachen.