Kommentar zum Aus an der Weser

Kommentar: Pokal-Aus deckt erneut bekannte Schwäche des BVB auf - es gibt keine Hoffnung

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Der BVB ist im DFB-Pokal bei Werder Bremen ausgeschieden.

Der BVB ist gegen den SV Werder Bremen im Pokal ausgeschieden. Diese Niederlage macht deutlich: Borussia Dortmund ist nicht titelreif. Ein Kommentar.

  • Borussia Dortmund ist im Achtelfinale des DFB-Pokals ausgeschieden.
  • Im Weserstadion unterlagen die Schwarz-Gelben Werder Bremen.
  • Der Druck auf Mannschaft und Trainer wächst nun.

Bremen/Dortmund - Der kurzzeitige Höhenflug von Borussia Dortmund ist nach dem vierten Spiel der Rückrunde schon wieder beendet. Hart und schmerzhaft war der Aufprall im Bremer Weserstadion und doch überraschte er nicht. Der Kader ist nach Meinung von RUHR24-Autor Kevin Mattes nicht titelreif. Ein Kommentar

BVB: Höhenflug von Borussia Dortmund endet im Weserstadion

Der 26-köpfige Kader des BVB ist gemessen an der individuellen Qualität zweifellos einer der stärksten in der Dortmunder Vereinsgeschichte. Spieler wie Jadon Sancho (19), Erling Haaland (19), Marco Reus (30), Julian Brandt (23), Axel Witsel (31) oder Achraf Hakimi (21) sind grandiose Entertainer auf dem Platz die, die die Zuschauer in den Fußballstadien regelmäßig verzücken. 

Trotzdem verstolpert die Borussia in einer angsteinflößenden Regelmäßigkeit wichtige Punkte beziehungsweise Siege. Nach den drei Auftaktsiegen (gegen FC Augsburg, 1.FC Köln und Union Berlin) und dem Hype um einen neuen Ausnahmespieler im Sturm, liefert der BVB beim Pokal-Aus gegen Werder Bremen (Hier der Live-Ticker zum Nachlesen) den nächsten Beweis. 

BVB-Kader: Borussia Dortmund hat große Defizite in der Abwehr

Die Probleme der Westfalen sind offensichtlich. Die Ausgewogenheit zwischen Offensive und Defensive stimmt überhaupt nicht. Während Achraf Hakimi seine Abwehr-Schwächen in vielen Spielen noch durch auffallend starke Offensivaktionen kaschieren konnte, ist Nico Schulz (26) seit Monaten ein Totalausfall auf der linken Seite der Verteidigung. 

Kein Wunder, dass Lucien Favre (62) dem deutschen Nationalspieler zuletzt nur einen Stammplatz auf der Reservebank zusprach. Und doch braucht Borussia Dortmund beide Spieler in dieser Saison auf den Außenverteidigerpositionen, da es im Kader an Alternativen mangelt. 

Borussia Dortmund: Unausgewogener Kader setzt Verteidiger zusätzlich unter Druck

Marcel Schmelzer (32) ist dauerhaft verletzt, Lukasz Piszczek (34) hat trotz großer Verdienste für den Klub inzwischen kein Spitzenformat mehr und Mateu Morey (19) ist offenbar in seiner Entwicklung noch nicht so weit, um dem BVB zu helfen. Einzig Raphaël Guerreiro (26) überzeugte zuletzt, denkt aber ähnlich wie Achraf Hakimi oftmals zu offensiv. 

Diese Umstände führen zwangsläufig dazu, dass die Innenverteidiger viel häufiger Aktionen klären müssen als bei vernünftigem Positionsspiel nötig wäre. In Mats Hummels (31) und Dan-Axel Zagadou (20) hat der BVB zwar zwei bockstarke Innenverteidiger, jedoch ist auch klar, dass die beiden Hünen nicht alle Laufduelle gegen quirlige Stürmer gewinnen können. 

BVB: Schlechtes Positionsspiel auf Außen, Tempodefizite in der Mitte

Anschauungsmaterial lieferten dafür am gestrigen Abend sowohl Davie Selke (25), der Mats Hummels mehrfach entwischt ist und bereits in der Hinrunde als er noch für Hertha BSC spielte für die Gelb-Rote Karte verantwortlich war, als auch Milot Rashica (23), der Dan-Axel Zagadou mehrfach in Schwierigkeiten brachte. 

Fairerweise muss dazu gesagt werden, dass beide Innenverteidiger zuletzt auf hohem Niveau agierten und einige Tore verhinderten. In einem absoluten Leistungsloch steckt dagegen Manuel Akanji (24), dem zurzeit überhaupt nichts gelingen will. 

BVB: Emre Can muss der Defensive mehr Stabilität verleihen 

Trotzdem muss der Schweizer spielen, da es dem BVB auch hier an Alternativen mangelt. Julian Weigl (24) wurde verkauft, Leonardo Balerdi (21) für "noch" nicht gut genug befunden. Bleibt aus Dortmunder Sicht bloß zu hoffen, dass Emre Can (26), der gegen Werder debütierte, dieses Loch stopfen kann. 

Fakt ist jedoch auch, dass der 26-Jährige das offensichtliche Tempodefizit in der zentralen Defensive nicht beheben wird. Hier muss sich der Trainer etwas einfallen lassen. Langfristig braucht der BVB eine zusätzliche und schnellere Option auf dieser Postion. 

Borussia Dortmund: Ohne Haaland hat der BVB ein Stürmerproblem

Auch wenn Borussia Dortmund in der Offensive eine Qualität hat, die ihres Gleichen sucht, deckte der gestrige Pokalabend leider erneut eine bereits bekannte Schwäche im Kader auf. Der BVB hat ein Stürmerproblem! Solange Erling Haaland nicht auf dem Feld steht, funktioniert gegen tief verteidigende und gut organisierte Mannschaften wenig. 

Außer dem Norweger scheint niemand in der Lage zu sein, durch Läufe in die Tiefe für freie Räume auf dem Feld zu sorgen. Gegen Werder kam der BVB so viel zu selten in die Nähe des Tores. Erst mit der Einwechslung von Erling Haaland im zweiten Durchgang änderte sich das Spiel. 

BVB-Kader: Julian Brandt sieht "verdiente Niederlage"

Ähnlich hat es auch Julian Brandt (23) nach dem Spiel zusammengefasst: "Die erste Halbzeit war ausschlaggebend. Wir sind offensiv nicht richtig reingekommen und haben die Tore zu einfach kassiert. Werder hat es sich unterm Strich verdient", so der 23-Jährige. 

Es war viel zu naiv von den Verantwortlichen des BVB, Paco Alcacer (26) zu verkaufen, ohne zumindest einen Ersatz zu besorgen. Nun hat der Klub wieder nur einen "fitten" Stürmer im Kader und muss hoffen, dass der sich nicht verletzt. 

Video: Aus im Pokal: BVB scheitert an "brillanten" Bremern

Mit der bitteren Pleite gegen Bremen hat der BVB die einfachste Möglichkeit auf einen Titelgewinn bereits verspielt. In der Liga holen die Schwarzgelben zwar langsam wieder auf, allerdings schwindet nach solchen Auftritten die Hoffnung auf die Meisterschale. Der BVB ist einfach konstant inkonstant. 

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autoren und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

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