Laufbahnende mit 29 Jahren

Nach BVB-Vertragsauflösung: André Schürrle beendet seine Karriere

André Schürrle und der BVB heben einvernehmlich den bis 2021 laufenden Vertrag auf.
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André Schürrle und der BVB heben einvernehmlich den bis 2021 laufenden Vertrag auf.

Weltmeister André Schürrle beendet seine Karriere. Nach der Vertragsauflösung beim BVB kassiert der Fußballer aber noch eine saftige Abfindung.

Update, Freitag (17. Juli), 14.50 Uhr: Dortmund - André Schürrle (29) hat via Instagram bekannt gegeben, dass er seine Karriere beendet. "Ich freue mich auf neue Herausforderungen und kann es kaum erwarten dieses neue Kapitel zu beginnen", schrieb der Weltmeister von 2014.

Der Ex-BVB-Profi habe sich lange Gedanken zu seinem Karriereende gemacht. „Die Entscheidung ist lange in mir gereift“, erklärt Schürrle im Spiegel. „Ich brauche keinen Beifall mehr.“

Erstmeldung, Donnerstag (16. Juli), 9.59 Uhr: Ein Schlussstrich, der nötig war. Der BVB hat unter Trainer Lucien Favre (62) keine Verwendung für Weltmeister André Schürrle (29) - im Grunde schon seit 2018. Nach einer zweifachen Leihe (FC Fulham, Spartak Moskau) ist das teure Missverständnis nun endgültig beendet.

André Schürrle und der BVB gehen getrennte Wege - Borussia Dortmund spart massig Gehalt

Dass der BVB André Schürrle um jeden Preis loswerden wollte, ist längst kein Geheimnis mehr gewesen. Anstelle einer erneuten Leihe oder eines Verkaufs entschied man sich, das Kapitel endgültig zu beenden. Am Mittwoch vermeldeten die Westfalen, dass sich Verein und Spieler "auf eine einvernehmliche Aufhebung des ursprünglich noch bis 2021 gültigen Vertrages" verständigt hätten - offenbar ohne jeden Groll.

"Rückblickend war es eine Zeit mit Höhen und Tiefen, aber auch mit vielen wertvollen Erfahrungen sowohl im sportlichen als auch insbesondere im privaten Bereich. Ich danke den Verantwortlichen des BVB und wünsche dem Verein und seinen besonderen Fans alles Gute für die Zukunft", äußerte sich André Schürrle in der BVB-Mitteilung.

BVB spart nach Trennung von André Schürrle 7 Millionen Euro Gehalt - zahlt aber 2,5 Millionen Euro Abfindung

Der BVB darf sich freuen. André Schürrle hätten für das letzte Vertragsjahr üppige 7 Millionen Euro Gehalt zugestanden. Geld, dass Borussia Dortmund angesichts der Corona-Krise und ausbleibender Einnahmen an den Spieltagen gut gebrauchen kann.

Stattdessen muss der Vizemeister "nur" eine Abfindung zahlen, die es dennoch in sich hat. Laut Bild (Bezahlartikel), kassiert der 29-Jährige rund 2,5 Millionen Euro. Nach dem Abgang von Mario Götze (28) hat der BVB somit seine beiden einstigen WM-Finalhelden von 2014 von der Gehaltsliste.

André Schürrle, für dessen Entscheidung Ex-BVB-Coach Peter Bosz laut Ruhr Nachrichten Verständnis aufbringen kann, wechselte im Sommer 2016 für 30 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zum Pott-Klub. Den hohen Erwartungen konnte der zum damaligen Zeitpunkt teuerste Einkauf der Dortmunder Vereinsgeschichte nur viel zu selten gerecht werden (alle BVB-Artikel auf RUHR24).

Nach zwei Leih-Stationen bei Fulham und Spartak Moskau gehen André Schürrle und der BVB getrennte Wege.

Quo vadis, André Schürrle? Zukunft des einstigen Rekordtransfers nach BVB-Trennung ungewiss

In 51 Einsätzen für Borussia Dortmund kam der gebürtige Ludwigshafener zwar auf beachtliche acht Tore und zehn Torvorlagen, der erhoffte Leistungsträger in der Offensive wurde er jedoch nie. Während seiner Zeit beim BVB überzeugte André Schürrle so wenig, dass Bundestrainer Jogi Löw (60) ihn trotz der legendären Flanke im Maracanã für die Weltmeisterschaft 2018 nicht nominierte.

Eine Einsicht, zu der auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (61) längst gekommen ist. "Es war für beide Seiten definitiv keine Erfolgsgeschichte. Aus diesem Grund war es das Beste, dass wir den Vertrag nun vorzeitig aufgelöst haben", so der 61-Jährige gegenüber Sport1.

Wie es für André Schürrle jetzt weitergeht, ist noch völlig offen. Ein ähnlich fürstliches Gehalt wie bei Borussia Dortmund wird der 29-Jährige bei seinem neuen Verein nicht nur wegen der wirtschaftlichen Corona-Auswirkungen nicht beziehen. Die sportliche Perspektive scheint dem früheren Mainzer aber ohnehin wichtiger zu sein. Sonst hätte er seinen Vertrag beim BVB auch einfach aussitzen können.