Kommentar

BVB muss jetzt Verteidiger-Problem lösen: Zwei etablierte Profis erhalten klare Signale

Zwei BVB-Verteidiger bekamen beim Spiel gegen Bremen unmissverständliche Signale. Es gibt Probleme, die zu lösen sind. Ein Kommentar von RUHR24-Autor Nicolas Luik.

Dortmund – Borussia Dortmund ist wieder auf Kurs in die Champions League. Nur noch vier Punkte trennen den BVB nach dem 4:1-Sieg gegen Werder Bremen vom ersehnten vierten Platz.

VereinBorussia Dortmund
TrainerEdin Terzic
StadionSignal Iduna Park
TrainingsplatzTrainingsgelände Hohenbuschei

BVB-Verteidiger Thomas Meunier und Nico Schulz gegen Werder Bremen wieder außen vor

Die Mannschaftsleistung in diesem richtungsweisenden Spiel war in Ordnung. Auf den Außenverteidiger-Positionen ist die schwarz-gelbe Besetzung aber alles andere als königlich.

Hier besteht im kommenden Sommer-Transferfenster dringender Handlungsbedarf. Das bewies auch BVB-Trainer Edin Terzic (38) durch seine Personal-Entscheidungen am Sonntag (18. April) gegen Werder Bremen.

BVB-Probleme auf der rechten Seite: Mateu Morey ist noch kein Spitzen-Verteidiger

Er sendete dabei klare Signale an Thomas Meunier (29) und Nico Schulz (28). Denn beide waren gegen Werder Bremen außen vor, obwohl Borussia Dortmund nach kräftezehrenden englischen Wochen dringend frisches Blut gebraucht hätte.

Mateu Morey (21) hat derzeit als rechter Verteidiger beim BVB die Nase vorn. Der junge Spanier zeigt zwar offensiv vielversprechende Ansätze, kann aber noch nicht komplett überzeugen.

Mateu Morey (3. v. r.) mit Mats Hummels beim Spiel des BVB gegen Werder Bremen.

BVB: Mateu Morey nach Fehler raus, Thomas Meunier ist trotzdem keine Option

Er ist in seiner Entwicklung noch nicht stabil genug, um unumstrittener Stammspieler bei einem Verein zu sein, der dauerhaft um höchste internationale Ehren mitspielen will. Das allerdings müsste Mateu Morey sein, weil es Borussia Dortmund an Alternativen fehlt.

Beim Führungstreffer von Werder Bremen hob er das Abseits auf, nach 45 Minuten holte ihn Trainer Edin Terzic vom Platz. Bemerkenswert: Nicht etwa Star-Einkauf Thomas Meunier wurde eingewechselt.

BVB-Verteidiger Thomas Meunier: Millionenschweres Misverständnis droht

Sondern Routinier Lukasz Piszczek (35), der zum Ende einer großen Karriere auf Abschiedstournee durch Deutschland reist. Das hatte Edin Terzic auch schon am vergangenen Spieltag gegen den VfB Stuttgart so gehandhabt.

Thomas Meunier stand seit seinem Blackout in der Nachspielzeit von Manchester keine einzige Minute mehr auf dem Platz. Vieles deutet derzeit darauf hin, dass die Ehe mit dem Verteidiger für den BVB ein 50 Millionen Euro teures Missverständnis wird, sollte er seinen Vertrag bis 2024 erfüllen.

BVB-Probleme auf der linken Seite: Raphael Guerreiro ist stark – aber kein Verteidiger

Die rechte Abwehrseite des BVB ist qualitativ und finanziell in Schieflage geraten. Im Sommer muss dringend an einer Lösung der unbefriedigenden Situation gearbeitet werden.

Ähnlich gestaltet sich die Situation auf der linken Seite. Raphael Guerreiro (27) ist ohne Zweifel einer der talentiertesten Kicker im Kader des BVB. Aber er ist von seinem Naturell und seiner Statur her kein Verteidiger, er denkt als Offensivspieler.

BVB-Spieler Raphael Guerreiro im Zweikampf mit Werders Eggestein

BVB-Verteidiger: Nico Schulz kann Raphael Guerreiro keine Entlastung bieten

Überdies wirkt der quirlige Portugiese mitunter überspielt. Manchmal gar etwas lustlos. Wie wertvoll wäre es doch, wenn Edin Terzic ihn auch mal eine Woche lang schonen könnte.

Wenn Raphael Guerreiro - leider viel zu oft - verletzt fehlt, muss Nico Schulz aushelfen. Er gehört beim BVB mit sechs Millionen Euro Gehalt zwar zu den Spitzenverdienern. Mit Leistung konnte er Borussia Dortmund aber noch nicht entlohnen.

BVB: Viel Geld und wenig Leistung – im Sommer muss Borussia Dortmund handeln

Edin Terzic hat gegen Werder Bremen gezeigt: Pausen wird es für Raphael Guerreiro nicht geben. Auch nicht nach anstrengenden englischen Wochen. Das Vertrauen in Nico Schulz ist nicht groß genug.

Borussia Dortmund ist derzeit auf beiden defensiven Außenbahnen qualitativ nicht ausreichend besetzt. Und bezahlt zu viel Geld für zu wenig Leistung. Die Verteidiger-Problematik muss im Sommer dringend angegangen werden.

Hinweis: Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autoren und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Friedemann Vogel/AFP

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