Sportdirektor mit Transfer-Ansage

BVB drohen altbekannte Probleme: Abwehr-Analyse von Michael Zorc erstaunt

Die Saison ist vorbei, doch die Transfer-Pläne sind bereits in vollem Gange. BVB-Sportdirektor Michael Zorc überraschte allerdings mit einer Ansage zu den Abwehr-Plänen.

Dortmund – Nach 34 Spieltagen in der Bundesliga, zehn Spielen in der Champions League und sechs Spielen im DFB-Pokal darf sich Borussia Dortmund am Ende der Saison 2020/21 den Einzug in die Champions League und den Pokal-Sieg auf die Fahnen schreiben. Doch nach der Saison ist vor der Saison. Jetzt bahnen sich neue Probleme für den BVB an.

VereinBorussia Dortmund
Gründung19. Dezember 1909
StadionSignal Iduna Park (ehem. Westfalenstadion)

Borussia Dortmund vor Abwehr-Problem? BVB-Sportdirektor Michael Zorc macht Transfer-Ansage

Die nächste Wechsel-Periode kommt in großen Schritten. Für die Bundesliga öffnet das Transfer-Fenster in der Regel am 1. Juli und schließt am Abend des 31. Augusts. Bei den Schwarz-Gelben deutet sich immerhin schon ein Wechsel auf der Torhüter Position an: In einem TV-Interview machte VfB-Torwart Gregor Kobel bereits klar, dass ein Transfer zum BVB sicherlich Thema sei.

Aktuell stehen Marwin Hitz und Roman Bürki bei Borussia Dortmund abwechselnd zwischen den Pfosten. Letzterer Torwart hat aber vom BVB bereits ein Preisschild verpasst bekommen. Ein Wechsel im Sommer scheint daher wahrscheinlich. Und Borussia Dortmund könnte noch mehr Handlungsbedarf in der Abwehr haben.

BVB: Drei Außenverteidiger verletzt oder vor Abgang – Transfer auf der Position vermeintlich logisch

Nach elf Jahren im schwarz-gelben Trikot bekam der rechte Außenverteidiger Lukasz Piszczek einen emotionalen Abschied vom BVB. Der 35-Jährige verlässt den Verein und geht zurück in seine Heimat Polen. Er ist nicht der einzige Außenverteidiger, der Borussia Dortmund fehlen wird.

Nach seiner schweren Verletzung steht die Rückkehr von BVB-Außenverteidiger Mateu Morey in den Sternen. Der Abwehr-Spieler verletzte sich im DFB-Halbfinale gegen Holstein Kiel schwer. Auch der Vertrag des Langzeitverletzten Marcel Schmelzer läuft im Juni 2021 aus. Der BVB wolle dem Routinier allerdings ermöglichen, seine Reha in Dortmund auch über Vertragsende hinaus zu absolvieren, erklärte Sportdirektor Michael Zorc den Ruhr Nachrichten.

Thomas Meunier (r.) wurde zuletzt nur unregelmäßig in der Abwehr eingesetzt. BVB-Verteidiger Mateu Morey (l.) ist verletzt.

Michael Zorc (BVB): „Wir brauchen keine fünf“ – Transfer-Ansage zu Abwehr-Problem

Zwei auslaufende Verträge und eine schwere Verletzung: Ein Transfer auf den Außenverteidiger-Positionen erscheint also nur logisch. Nicht aber für Michael Zorc – zumindest augenscheinlich.

Bei der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen RB Leipzig (6. Mai) machte er auf die Frage zu einem potenziellen Abwehr-Problem beim BVB eine klare Ansage: „Rein numerisch, wenn ich ihrer Argumentation folge, haben wir zum Stand 1. Juli auf der rechten Seite Meunier und Passlack, auf der linken Seite Schulz und Guerreiro unter Vertrag. Das sind für jede Seite zwei. Wir brauchen keine fünf.“

BVB hat noch vier Außenverteidiger – kein Abwehr-Spieler spielte die komplette Saison

Zwar ist der Verbleib von Felix Passlack beim BVB mittlerweile fix – der 22-Jährige hat seinen Vertrag bis 2023 verlängert. Die Transfer-Rechnung wirkt dennoch etwas bizarr.

Beispielsweise waren die Leistungen von Thomas Meunier beim BVB bestenfalls „durchschnittlich“, wie der Außenverteidiger selbst über sich sagte. Seit Ende März hatte er nur noch unregelmäßige Einsätze. Nahm Sportdirektor Michael Zorc im Oktober 2020 den Neuzugang von PSG noch in Schutz, wurde es inzwischen sehr ruhig um den Belgier.

Borussia Dortmund: Michael Zorc sieht kein Abwehr-Problem – rudert bei Transfer-Ansage aber zurück

Auch die beiden Abwehr-Spieler Nico Schulz und Felix Passlack konnten in der Saison kaum überzeugen und nur wenig Erfahrung sammeln. Während Schulz 13 Einsätze verbuchen kann, kommt der 22-Jährige lediglich auf sieben.

Nur der linke Außenverteidiger Raphael Guerreiro bildete mit Jadon Sancho das neue Traum-Duo beim BVB und rief in jüngster Zeit mindestens solide bis gute Leistungen ab. Dass der BVB bei einer solchen Bilanz nicht über Transfers auf der Position nachdenkt, scheint unwahrscheinlich. Das lässt auch der Zusatz vermuten, den Michael Zorc seiner vermeintlich klaren Ansage beifügte.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc machte eine klare Transfer-Ansage – mit einem Hintertürchen.

„Wir machen uns natürlich immer Gedanken“, schränkte er ein. Zu dem Zeitpunkt sei es schlichtweg zu früh gewesen, das „Personenkarussell in Gang zu setzen“, so der BVB-Sportdirektor.

Angesichts des Saison-Endes, der anstehenden Champions League und des beginnenden Transfer-Fensters, scheint inzwischen der angemessene Zeitpunkt zu sein, um über ein Abwehr-Problem bei Borussia Dortmund nachzudenken. Und wer weiß, wie der neue Trainer Marco Rose über die Besetzung denkt.

Rubriklistenbild: © Thorsten Wagner via Kirchner-Media