Justice for George Floyd

McKennie, Sancho und Hakimi setzen Zeichen gegen Rassismus: DFB verzichtet auf Verfahren

Weston McKennie vom S04 sowie Jadon Sancho und Achraf Hakimi vom BVB haben im Fall George Floyd Solidarität bekundet. Der DFB verzichtet auf ein Verfahren.

  • Weston McKennie vom FC Schalke 04 erinnerte gegen Werder Bremen an den wegen Polizeigewalt verstorbenen US-Bürger George Floyd.
  • Achraf Hakimi und Jadon Sancho von Borussia Dortmund folgten einen Tag später seinem Beispiel.
  • Mittlerweile hat sich der DFB zu den Solidaritätsbekundungen der Profis vom S04 und BVB (alle Artikel unter RUHR24.de) positioniert. 

Update, Mittwoch (3. Juni), 15.55 Uhr: Am vergangenen Spieltag solidarisierten sich Weston McKennie vom S04 sowie Jadon Sancho und Achraf Hakimi vom BVB, der gemeinsam mit Hertha BSC vor dem gemeinsamen Spiel ein Zeichen setze, mit dem US-Amerikaner George Floyd. Dieser verstarb in der vergangenen Woche an den Folgen von Polizeigewalt. 

George Floyd: DFB bezieht bei Weston McKennie (S04), Achraf Hakimi und Jadon Sancho (BVB) Stellung

Aufgrund politischer Meinungsäußerung drohte neben Weston McKennie, Achraf Hakimi und Jadon Sancho auch dem Gladbacher Marcus Thuram ein Ermittlungsverfahren seitens des DFB-Kontrollausschusses. Mittlerweile hat sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf seiner Homepage geäußert

"Der Kontrollausschuss des DFB wird keine Verfahren gegen die Bundesliga-Spieler Achraf Hakimi, Jadon Sancho (beide Borussia Dortmund), Weston McKennie (FC Schalke 04) und Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach) wegen deren Solidaritäts- und Anti-Rassismus-Bekundungen im Fall des verstorbenen US-Amerikaners George Floyd einleiten. Diese Linie will das Gremium auch bei neuerlichen Anti-Rassismus-Aktionen anlässlich des gewaltsamen Todes George Floyds an den kommenden Spieltagen beibehalten" heißt es in der Stellungnahme des Verbandes.

Weston McKennie (l.) vom FC Schalke 04 und BVB-Star Jadon Sancho drohen wegen Botschaften zum Tode vom US-Bürger George Floyd eine Strafe vom DFB.

"Im konkreten Fall handelt es sich aber um gezielte Anti-Rassismus-Aktionen der Spieler, die sich damit für Werte starkmachen, für die der DFB ebenfalls steht und immer eintritt. Daher werden keine Verfahren eingeleitet, auch bei vergleichbaren Anti-Rassismus-Aktionen in den nächsten Wochen nicht", stellt Dr. Anton Nachreiner, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses, in Übereinstimmung mit dem für Recht zuständigen 1. DFB-Vizepräsidenten Dr. Rainer Koch klar. 

Update, Dienstag (2. Juni), 8.34 Uhr: Der Kontrollausschuss vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) hatte bereits angekündigt, die Aktionen von mehreren Bundesligaspielern zu untersuchen, die ihre Solidarität mit George Floyd sowie ihre Botschaften gegen Rassismus bekundeten. Schon vorab sendete DFB-Präsident Fritz Keller (63) ein deutliches Zeichen.

Bundesliga-Proteste/George Floyd: DFB-Präsident Fritz Keller ist stolz auf Aktionen der Spieler

"Ich habe großen Respekt vor Spielerinnen und Spieler, die Haltung haben und ihre Solidarität zeigen. Solche mündigen Spielerinnen und Spielern wünsche ich mir, auf sie bin ich stolz."

Aus moralischer Sicht könne der DFB-Präsident die Reaktionen am vergangenen Wochenende in der Bundesliga unter anderem von S04-Profi Weston McKennie (21) sowie Jadon Sancho (20), der mit einem Friseur-Besuch gegen die Corona-Regeln verstieß, und Achraf Hakimi (21) vom BVB (die Partie gegen Hertha BSC im Live-Ticker) verstehen. Was George Floyd passiert sei, lasse niemanden kalt.

George Floyd/Bundesliga-Proteste: DFB-Präsident Fritz Keller sagt nichts zu möglichen Sanktionen

"Wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden, dann ist dies unerträglich. Wenn sie wegen ihrer Hautfarbe sterben, dann bin ich tief bestürzt", so der DFB-Präsident weiter.

Zu möglichen Sanktionen gegen Weston McKennie, Jadon Sancho und Achraf Hakimi äußerte sich Fritz Keller nicht. Ebenso wenig zu den Aktionen der anderen Spieler, die wie die Profis vom S04 und BVB (das Spiel gegen  Hertha BSC wird live im TV und im Live-Stream übertragen) gehandelt hatten.

Bundesliga/George Floyd: Weston McKennie (Schalke 04) mit Protest

Erstmeldung, Montag (1. Juni), 15.38 Uhr: Bereits am Samstag (30. Mai) erinnerte Weston McKennie (21) im Schalke-Heimspiel gegen Werder Bremen mit einer besonderen Armbinde an den verstorbenen George Floyd. Der Afroamerikaner war bei einem grausamen und gewalttätigen Polizeieinsatz in Minneapolis (USA) ums Leben gekommen.

Name

Weston McKennie

Geboren

28. August 1998 (Alter 21 Jahre), Little Elm, Texas, Vereinigte Staaten

Größe

1,85 Meter

Gewicht

84 Kilogramm

Aktuelle Teams

FC Schalke 04 (#2 / Mittelfeld), US-amerikanische Fußballnationalmannschaft (#8 / Mittelfeld)

Beitrittsdaten

2009 (FC Dallas), 2017 (FC Schalke 04, US-amerikanische Fußballnationalmannschaft)

Justice for George Floyd: Fans feiern Weston McKennie (Schalke 04), Jadon Sancho und Achraf Hakimi (BVB)

Der Profi von Schalke 04 (Alle Artikel unter RUHR24.de) setzte mit dieser Geste ein Zeichen gegen den Rassismus und die Polizeigewalt in seinem Heimatland. Und er war nicht der Einzige: Auch die BVB-Profis Jadon Sancho (20) und Achraf Hakimi (21) erinnerten beim 6:1-Sieg von Borussia Dortmund in Paderborn an George Floyd.

Bei den Fans und in den sozialen Netzwerken kam die Aktion der sehr gut an. Viele Nutzer teilten die jeweiligen Beiträge der Bundesliga-Profis, in denen sie ihre Aktion erklärten.

DFB verbietet politische Botschaften: Jetzt droht Profis vom S04 und BVB eine Strafe

Doch wegen dieser Aktion droht den Spielern jetzt womöglich eine Strafe des Deutschen Fußball Bunds (DFB). Der Grund: Politische Botschaften auf der Spielbekleidung sind laut der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem DFB nicht erlaubt.

Jadon Sancho erinnerte bei seinem Torjubel gegen den SC Paderborn an den verstorbenen George Floyd.

Jetzt wird sich der Kontrollausschuss des DFB mit diesem Fall beschäftigen und prüfen, ob die Profis Weston McKennie von Schalke 04, Jadon Sancho, für den der BVB viel Geld verlangt, und Achraf Hakimi, bei dem Michael Zorc zuletzt Mut auf einen Verbleib in Dortmund machte, vom BVB sowie weitere Bundesligaspieler bestraft werden. Das bestätigte Anton Nachreiner, der Vorsitzende dieses Gremiums.

Weston McKennie (Schalke 04) kann sich auf die Unterstützung des S04 verlassen

"Der Kontrollausschuss des DFB wird sich im Laufe der nächsten Tage dieser Angelegenheit annehmen und den Sachverhalt prüfen", erklärte Anton Nachreiner auf dpa-Nachfrage.

Immerhin: Auf die Unterstützung ihrer Vereine können die Spieler zählen. Der FC Schalke 04 (Sportvorstand Jochen Schneider macht wenig Hoffnung auf einen Verbleib von Jean-Clair Todibo, Daniel Caligiuri und Benjamin Stambouli) verbreitete selbst ein Bild von Weston McKennie mitsamt Armbinde und drückte seine Unterstützung aus.

DFB drückte bei ähnlichen Fällen bisher meist ein Auge zu

S04-Sportvorstand Jochen Schneider äußerte sich außerdem gegenüber der Bild: "Wir als Schalke 04 unterstützen die Haltung unseres Spielers zu 100 Prozent. Der gewaltsame Tod des US-Bürgers George Floyd hat die Menschen weltweit schockiert. Unser Spieler Weston McKennie hat gestern ein klares Zeichen gegen diese unfassbare Tat und gegen Rassismus gesetzt."

Ob der DFB die Spieler wirklich bestraft, ist noch offen. In der Vergangenheit wurde in solchen Fällen oft ein Auge zugedrückt. Außerdem engagiert der Verband selbst sich auch im Kampf gegen den Rassismus.

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