Wirtschaftliche Folgen schwierig 

Horror für Fußball-Fans: Nur so werden Fußballklubs die Coronavirus-Krise überleben - die DFL-Pressekonferenz im Live-Ticker

Am Montag lädt die DFL alle Klubs der 1. und 2. Bundesliga zur Krisensitzung.
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Am Montag lädt die DFL alle Klubs der 1. und 2. Bundesliga zur Krisensitzung.

Wegen des Coronavirus ruht derzeit der Ball in der Bundesliga. Heute treffen sich die Klubs der 1. und 2. Bundesliga bei der DFL zum Krisengipfel.

  • Heute (16. März) wird entschieden, wie es in naher Zukunft in der Bundesliga weitergeht.
  • Christian Seiffert stellt sich aktuell den Fragen der Journalisten auf der Pressekonferenz in Frankfurt. 
  • Der DFL-Chef meint: "Geisterspiele in der Bundesliga sind die einzige Möglichkeit für die Klubs."

15.36 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet. 

15.35 Uhr: Seifert: Danke. Für alle, die krank sind - Gute Besserung! An unser Land. Lasst uns gemeinsam da durch kommen!"

15.32 Uhr: Müssen die unten stehenden Klubs absteigen? Seifert: "Ich kann nicht ja oder nein sagen. Alle Klubs wollen die Bundesliga zu Ende spielen. Es ist überlebensnotwendig, so viele Spiele wie möglich zu machen. 

Coronavirus und Bundesliga: "Wir wollen so viele Spiele machen, wie möglich"

15.26 Uhr: Seifert: "Ich gehe davon aus, dass Aleksander Ceferin und die UEFA die richtige Entscheidung treffen werden."

15.25 Uhr: Zur Videokonferenz der UEFA. Europameisterschaft im Winter? Seifert: "Der UEFA geht es genauso wie uns. Alles ist extrem unsicher. Wir müssen dabei über wirklich komplexe Entscheidungen nachdenken. Das gilt auch für die Politik. Ein Dank geht an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn raus. Zum Thema: Die UEFA und wir ringen um Lösungen. Im Sommer wird es wohl nicht stattfinden. Ob es im Winter stattfindet, wird man abwarten müssen. 

Bundesliga, Europameisterschaft und Coronavirus - Die Sache ist kompliziert

15.22 Uhr: Seifert: "Es steht mehr auf dem Spiel als nur ein paar Fußballspiele."

15.15 Uhr: Warum sind die Vereine so existenzbedroht? Seifert:" Unser Versicherungsschutz deckt keine Pandemie ab. Ich kenne auch keine Liga, die sowas hat. Warum ist es so wichtig, weiterzuspielen? Ganz einfach: Ohne TV- und Zuschauereinahmen fallen auch bald Sponsoreneinnahmen weg. Dann wird es irgendwann gefährlich für Klubs. Geisterspiele sind die einzige Überlebenschance. 

15.13 Uhr: Ist eine Annullierung auch thematisiert worden? Seifert: "Die Gemengelage ändert sich aktuell jeden Tag. Das macht es so schwierig, über Szenarien nachzudenken. Die Klubs haben erst einmal den Anspruch, die Saison irgendwie zu beenden. Das hängt auch morgen an den Entscheidung der UEFA. Wir können eventuell bis in den Mai und Juni hineinplanen."

Coronavirus und Bundesliga: Wird die Bundesliga abgebrochen? 

15.11 Uhr: Können besser gestellte Vereine den schlechter gestellten Vereinen helfen? Seifert: "Wir dürfen nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine solidarische und emotionale Solidarität zeigen. Es geht für die Klubs aus den Ligen um das Überleben. Das Thema wurde aber noch nicht thematisiert."

15.10 Uhr: Man müsse einen Überblick bekommen, wie es bei den einzelnen Klubs aussieht. "Wer hält wie lange ohne Spiele durch? Das ist die Frage", so Seifert. Über staatliche Hilfe haben wir uns noch nicht unterhalten. 

15.07 Uhr: Die Fragerunde beginnt. 

15.06 Uhr: "Die Gesundheit der Mitarbeiter hat die absolute Priorität. Aber auch die wirtschaftliche Lage darf nicht außer Kontrolle geraten."

15.04 Uhr: "Geisterspiele sind die einzige Möglichkeit für das Überleben der Klubs. Darauf müssen sich Fans einstellen", sagt Seifert. 

Bundesliga und Coronavirus: Geisterspiele werden die einzige Möglichkeit sein 

15.02 Uhr: Christian Seifert (50) - Vorsitzender der Geschäftsführung der DFL - spricht vor dem Kameras. "Ich möchte die Lage nicht dramatisieren. Es sollte sich jedem erschließen, dass ab einem gewissen Zeitpunkt ohne Zuschauer, ohne TV und ohne Spielbetrieg in ihrer Existenz bedroht sind 

15 Uhr: Die Mitglieder der DFL haben heute beschlossen, den Spielbetrieb weiter auszusetzen. Man gehe nicht davon aus, Anfang April wieder zu spielen. Man wolle sich Ende März noch einmal zusammensetzen. 

Update, Montag (16. März), 15 Uhr: Dortmund/Frankfurt - Die Pressekonferenz nach der Tagung der DFL hat begonnen. 

Update, Montag (16. März), 10 Uhr: Dortmund/Frankfurt - Nach Informationen der Bild sollen die Klubs jeweils nur einen Vertreter nach Frankfurt schicken. Der Grund: Veranstaltungen mit über 100 Personen sind in Hessen aktuell verboten. 

Coronavirus und die Bundesliga: Heute tagen die Vereine - Abbruch oder Verschiebung? 

Nachdem der SC Paderborn-Verteidiger Luca Kilian (20) positiv auf das Coronavirus getestet wurde, bleibt die Frage bestehen, wen der Klub nach Frankfurt schickt. Aktuell stehen 45 Mitarbeiter und Spieler des Klubs unter Quarantäne 

Auf der vereinseigenen Homepage haben die Verantwortlichen des SC Paderborn (Geschäftsführer Martin Hornberger; Martin Przondziono und Ralf Huschen) sich zur aktuellen Situation geäußert. Es sei schwer vorstellbar, dass der Spielbetrieb bald wieder aufgenommen werden könnte. Man bräuchte eine ordentliche Lösung. Ein Szenario eines Saisonabbruchs, bei dem die aktuell beiden letzten Klubs (Paderborn und Bremen, Anm. d. Red.) absteigen würden, sei undenkbar. 

Update, Montag (00.01 Uhr): Heute (16. März) lädt die DFL alle 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga zur Krisensitzung in ihre Geschäftsstelle nach Frankfurt/Main ein. Es geht um viel Geld und die Frage, wie es nach der vorläufigen Unterbrechung des Spielbetriebs weiter gehen soll (auch auf einen möglichen Wechsel von Mark Uth vom FC Schalke 04 zum 1. FC Köln könnte die Entscheidung Auswirkungen haben).

Coronavirus und die Folgen: Bis zu 750 Millionen Euro Verlust drohen bei einem Saisonabbruch

Laut Informationen des kicker (Montagsausgabe vom 16. März) droht ein wirtschaftlicher Schaden von mindestens 750 Millionen Euro, falls die verbleibenden neun Spieltage nicht mehr zu Ende gespielt werden.

Diese Summe setzt sich folgendermaßen zusammen: 384 Millionen Euro stammen aus den nationalen und internationalen TV-Übertragungen. Hinzu kommen etwa 270 Millionen Euro aus Sponsoren- und Marketingeinnahmen und schließlich bis zu 165 Millionen Euro aus dem Verkauf von Eintrittskarten.

Bundesliga in der Corona-Krise: Anfang Mai als möglicher Termin für Wiederaufnahme des Spielbetriebs? 

In einer Pressemitteilung hatte die Borussia Dortmund GmbH & Co. KgaA in der vergangenen Woche bereits verkündet, dass Geisterspiele einen Verlust von zweieinhalb bis drei Millionen Euro pro Spiel nach sich ziehen würden. Wie BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (60) am Sonntag (15. März) im Sportschau-Interview erklärte, werde es bis Saisonende selbst im günstigsten Fall nur noch Spiele ohne Zuschauer geben (insbesondere für eine Aussage im Zusammenhang mit dem Coronavirus erntete Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund Kritik).

In einem bis jetzt noch hypothetischen Szenario skizziert der kicker einen Wiederbeginn des Spielbetriebs auf Anfang Mai. Bei gleichzeitiger Verschiebung der Europameisterschaft könnte die Bundesliga so bis Ende Juni verlängert werden. Aktuell soll die Spielpause zunächst nur bis 2. April dauern.

Krisensitzung der DFL: Bundesliga-Vereine wollen auch über das Thema Solidarität sprechen

Neben der Planung der weiteren Vorgehensweise wird es bei dem Treffern auch das Thema Solidarität gehen. Hier bringt das Fachmagazin einen neuen Verteilerschlüssel ins Spiel, bei dem Vereine aus der 2. Liga künftig höhere Summen aus den Gesamterlösen bekommen würden.

Einem Sky-Bericht zufolge soll auch über einen sogenannten Solidarfonds gesprochen werden. Zum Thema Solidarität sagte Hans-Joachim Watzke in der Sportschau: "Das ist eine sehr diffizile Aufgabe. Wir werden das vernünftig lösen."

Coronavirus in der Bundesliga: Ex-DFL-Geschäftsführer für Verschiebung der EM

Update, Sonntag, (15. März), 15.15 Uhr: Dortmund/Gelsenkirchen - Der ehemalige DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig (56) schätzt eine Verschiebung der Fußball-Europameisterschaft als "zwingend" ein. 

Im ZDF-Sportstudio sagte er am Samstagabend (14. März): "Es kann keine EM gespielt werden. Das wäre für mich unverständlich. Die EM muss gekippt werden, verschoben werden, was auch immer".

Coronavirus in der Bundesliga: Andreas Rettig sieht Liga als "Brot- und Buttergeschäft"

Angesichts immer weiter steigender Infektionszahlen sei eine planmäßige Beendigung der 1. und 2. Bundesliga bis Mitte Mai vollkommen "illusorisch." In jedem Fall müsse die Bundesliga als "Brot- und Buttergeschäft" Priorität gegenüber der Europameisterschaft genießen.

"Wir können nicht die Existenzgrundlage oder das Schwungrad des Fußballs riskieren, nur weil wir einen nachgelagerten Wettbewerb spielen wollen", so der 56-Jährige.

Coronavirus in der Bundesliga: Andreas Rettig gegen staatliche Hilfen im Profi-Fußball

Mit Blick auf die nun anstehende Spielunterbrechung sorgt sich Andreas Rettig um mögliche finanzielle Probleme bei einigen Klubs. "Die TV-Gelder werden in vier Tranchen gezahlt, die letzte davon im Mai. Die Vereine haben da einen Liquiditätsengpass im April. Das wird eine Nagelprobe."

Dennoch sollten die Profi-Teams nach Meinung des Managers keine staatlichen Hilfen in Anspruch nehmen. "Mit seinem Wachstumspotenzial und seinen Möglichkeiten" solle der Fußball diese Krise selbst lösen und solche Unterstützung "denen überlassen, die es notwendiger haben."

Coronavirus in der Bundesliga: BVB nimmt Überbrückungskredit auf

Nach einem Bericht der Bild am Sonntag (15. März) traf der BVB, dem durch die Geisterspiele gegen Schalke 04 und den FC Bayern ein Vorteil genommen wird, bereits vor Wochen entsprechende Vorkehrungen. So soll ich Borussia Dortmund einen sogenannten "Kontokorrent-Kredit" in Höhe eines mittleren achtstelligen Bereich aufgenommen haben.

Dieser Kredit könne bei Bedarf als temporäre Überbrückungsmöglichkeit für "kurzfristige Liquiditätsengpässe" dienen. Laut Informationen des Sportinformations-Dienst (SID) plant die DFL bei einem Saisonabbruch mit einem Verlust von bis 770 Millionen Euro.

Erstmeldung, Samstag (14. März): Am Freitagnachmittag entschied die DFL, was sich bereits seit Tagen andeutete. Die Bundesliga geht aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus in eine Pause. Der 26. Spieltag wurde verschoben.

Coronavirus in der Bundesliga: Pause bis 2. April ist angedacht

Doch das Derby zwischen dem BVB und dem FC Schalke 04 (zum Ticker) und die restlichen Partien des 26. Spieltags werden nicht die einzigen Spiele sein, die der Coronavirus-Krise zum Opfer fallen. Am Montag (16. März) entscheiden die deutschen Profi-Klubs in ihrer Mitgliederversammlung über eine Aussetzung der Bundesliga bis zum 2. April.

Angesichts der stetig steigenden Coronavirus-Fallzahlen in NRW (die Lage im Live-Ticker), Deutschland und Europa ist aber davon auszugehen, dass das Coronavirus das Spielgeschehen noch wesentlich länger beeinträchtigen wird. Englische Experten wagen eine heftige Prognose.

Coronavirus in der Bundesliga: Pause bis September?

Nach einem Bericht der englischen Zeitung "The Independent" könnte der Ball in ganz Europa bis in den Herbst hinein ruhen. Demnach gehe man aktuell davon aus, dass am Dienstag (17. März) bei einem UEFA-Treffen noch weitreichendere Entscheidungen getroffen werden.

Zu erwarten sei, dass die Fußball-EM 2020 verschoben und die aktuelle Champions-League-Saison abgebrochen werden. Außerdem drohe eine europaweite Absage des Spielbetriebs. Das wäre für die Klubs in der Bundesliga mit dramatischen finanziellen Konsequenzen verbunden.

Coronavirus in der Bundesliga: BVB und Schalke müssen heftige finanzielle Einbußen hinnehmen

Sport1.de rechnet vor: Sollten die restlichen acht Bundesliga-Spiele dem Coronavirus zum Opfer fallen, dann gingen den Bundesliga-Vereinen, also auch dem BVB und FC Schalke 04, insgesamt 700 Millionen Euro durch die Lappen. 

Diese Summe setze sich wie folgt zusammen: 330 Millionen Euro aus TV-Vermarktung, 240 Millionen Euro aus Sponsoring, 130 Millionen Euro aus Stadion-Einnahmen. Eine irre Summe Geld, die vor allem die weniger finanzkräftigen DFL-Vereine ins Schleudern bringen könnte.

Coronavirus in der Bundesliga, 2. Liga und 3. Liga: Jetzt geht es für einige Vereine um die Existenz

Insgesamt sei bei jedem vierten Verein aus der 1. und 2. Bundesliga durch das Coronavirus die Lizenz in Gefahr. Das entspricht einer besorgniserregenden Anzahl von neun Vereinen.

Vor vier Tagen hatte DFL-Chef Christian Seifert (50) einen kompletten Shutdown der Saison noch für undenkbar gehalten und betonte: "Wir brauchen den geregelten Spielbetrieb. Aufzuhören ist keine Option. Wir brauchen Mitte Mai eine Tabelle, damit die Clubs planen können". Doch das erscheint derzeit nicht mehr realistisch.

Coronavirus in der Bundesliga: "Größte Krise in der Geschichte des deutschen Fußballs"

Denn auch Hans-Joachim Watzke (60) stellte am Freitag (13. März) in einer offiziellen Stellungnahme von Borussia Dortmund zu dem abgesagten Derby gegen Schalke die Ernsthaftigkeit der Lage heraus. Der BVB-Boss bezeichnete die Situation aufgrund des Coronavirus als "größte Krise" in der Geschichte des deutschen Profi-Fußballs.

Man könne nur hoffen, dass die Bundesliga-Vereine "in den vergangenen Jahren so viel Substanz gebildet haben, dass alle diese Krise überstehen."

Coronavirus in der Bundesliga: DFB kommt Vereinen in 3. Liga und Frauen-Bundesliga entgegen

Um gefährdeten Vereinen in der 3. Liga und der Frauen-Bundesliga zu helfen, schaltete sich inzwischen der DFB ein. "Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um unserem Vereinsfußball und Wettbewerben bestmöglich zu helfen", sagt Schatzmeister Dr. Stephan Osnabrügge. 

Konkret bedeutet dies, dass der Deutsche Fußball-Bund im Rahmen eines Unterstützungsprogramms zur Aufrechterhaltung der Liquidität lizenzsichernde Darlehen vergeben würde. Während die 3. Liga und Frauen-Bundesliga vom DFB organisiert wird, ist die DFL für die Vereine aus der 1. und 2. Bundesliga zuständig. Man darf gespannt sein, wie es hier weitergeht.