Brandt-Verpflichtung: So leistete Marco Reus Lobbyarbeit für den BVB

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Marco Reus vom BVB. Foto: Patrick Seeger/dpa

Marco Reus hat bei der Verpflichtung von BVB-Neuzugang Julian Brandt offenbar eine entscheidende Rolle gespielt. Das verriet jetzt Reus' Berater Kai Psotta.

Marco Reus hat bei der Verpflichtung von BVB-Neuzugang Julian Brandt offenbar eine entscheidende Rolle gespielt. Das verriet jetzt Reus' Berater Kai Psotta in seiner GQ-Kolumne.

  • Der BVB zahlte 25 Millionen Euro Ablöse für Julian Brandt.
  • Marco Reus nutzte jede Gelegenheit, um bei dem 23-Jährigen Überzeugungsarbeit zu leisten.
  • Reus ist der Grund, warum er sich am Ende für den BVB entschieden hat.

Lange wartete Bayer 04 Leverkusen auf ein Bekenntnis von Julian Brandt zu der Werkself. Am Ende kam alles anders: Obwohl die Leverkusener sich am letzten Spieltag der Saison den 4. Platz und somit die Qualifikation für die Champions League sicherten, gab Brandt nur wenige Tage später seinen Wechsel zum BVB bekannt.

Reus-Berater spricht aus dem Nähkästchen

25 Millionen Euro investierte Borussia Dortmund in den begehrten Spieler. Die Entscheidung nach Dortmund zu wechseln, hat Brandt offenbar auch oder vor allem aufgrund von viel gutem Zureden von BVB-Kapitän Marco Reus getroffen.

In seiner Kolumne im Männer-Magazin GQ berichtet der Spielerberater Kai Psotta davon, dass Reus im März dieses Jahres "häufiger als je zuvor den Kontakt zu Julian Brandt" gesucht hätte. Zu der Zeit bereitete sich die deutsche Nationalmannschaft auf das Spiel gegen Serbien vor. Hier wollte Reus den 23-Jährigen von einem Wechsel zum BVB überzeugen.

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Auch während des Aufenthalts der deutschen Elf in Amsterdam soll Reus, der zu Deutschlands Fußballer des jahres gewählt wurde und viel Lob von Jürgen Klopp erhielt, laut Psotta weiter Lobbyarbeit für die Schwarz-Gelben betrieben haben. "Ich wusste, dass Julian dank einer Ausstiegsklausel die Chance hatte, Leverkusen zu verlassen. Deshalb habe ich die Initiative ergriffen und ihm erklärt, welche Möglichkeiten es in Dortmund gibt, welches Potenzial der Verein hat und dass ein Spieler wie er zum BVB gehört."

Reus erklärte Brandt die BVB-DNA

Außerdem habe der Dortmunder Kapitän seinem Kollegen in der Nationalmannschaft sämtliche Vorteile aufgezählt. "Ich habe ihm unsere DNA erklärt. Auch was medial auf ihn zukommt. Ich wollte Julian unseren Verein so nahebringen, wie es nur irgendwie möglich ist.“

Tatsächlich macht der Ex-Leverkusener keinen Hehl daraus, dass er vor seinem Wechsel zum BVB mehrfach mit Reus gesprochen hat. Gegenüber der WAZ erklärte Brandt: "Er hat mir erzählt, dass er sich freuen würde, wenn ich kommen würde. Er ist ein fantastischer Spieler. Marco ist ein Grund, warum ich mich für Dortmund entschieden habe."

Gemeinsam mit dem Flügelspieler will Reus in Dortmund Großes erreichen. "Wenn du kommst, können wir sehr erfolgreich sein", soll er laut des GQ-Berichts Brandt versprochen haben.

BVB startet neuen Titel-Angriff

Nach der verpassten Meisterschaft in der vergangenen Saison ist Reus' Gier nach Titeln noch größer als ohnehin schon. Im Interview mit der Sport Bild erklärte der 30-Jährige: "Es sollte immer das Ziel sein, den Wettbewerb zu gewinnen, an dem man teilnimmt. Nach der vergangenen Saison und unseren Neuverpflichtungen diesen Sommer macht ein anderes Saisonziel meiner Meinung nach gar keinen Sinn."

Einen Gedanken, die die Verantwortlichen bei Borussia Dortmund teilen. Insgesamt 127,5 Millionen Euro ließ sich der Verein die Verpflichtungen von Spielern wie Thorgan Hazard, Nico Schulz, Mats Hummels und eben Julian Brandt kosten. Der Grundstein für einen erneuten Angriff des BVB auf den Titel ist damit gelegt.