Vor dem Wiedersehen

Thomas Tuchel möchte gegen den BVB nicht im Mittelpunkt stehen

Paris Saint-Germain - Olympique Lyon
+
Paris Saint-Germain - Olympique Lyon

Zwei Jahre lang war Thomas Tuchel BVB-Trainer. Inzwischen trainiert er Paris Saint-Germain. Am Dienstag kommt es in der Champions League zu einem Wiedersehen.

  • Am Dienstag trifft Thomas Tuchel mit Paris Saint-Germain in der Champions League auf seinen Ex-Verein Borussia Dortmund.
  • Der 46-Jährige will sich und seine BVB-Vergangenheit aber nicht in den Vordergrund stellen.
  • Auch BVB-Trainer Lucien Favre sieht in Paris, nicht Thomas Tuchel als Gegner des BVB.

Dortmund/Paris - Am Dienstag (18. Februar) ist es so weit: Thomas Tuchel (46) trifft mit Paris Saint-Germain auf seinen Ex-Verein Borussia Dortmund. Von 2015 bis 2017 war er dort Trainer. 2017 verließ er den Verein noch vor Vertragsende. Der Grund: Differenzen mit der Vereinsführung um H ans Joachim Watzke (60).

Thomas Tuchel: Unschöne Trennung mit dem BVB

Nach dem Bombenanschlag auf den BVB hatte es demnach unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der Frage gegeben, ob das Champions League Spiel gegen AS Monaco direkt am nächsten Tag, hätte stattfinden sollen. Hinzu kam ein angespanntes Verhältnis zwischen Trainer und der Mannschaft, auf die PSG-Trainer Tuchel im Achtelfinale der Champions League trifft (zum BVB-Live-Ticker).

Seit 2018 ist Thomas Tuchel nun Trainer von Paris Saint-Germain. Mit den Parisern holte der 46-Jährige 2019 vorzeitig den Meistertitel. In der Champions League schied man jedoch bereits im Achtelfinale gegen Manchester United aus. Dieses Jahr soll es in der Champions League noch weiter gehen. Die PSG-Legende Luis Fernandez äzte vor dem Spiel bereits gegen Thomas Tuchel, der deswegen auch ziemlich unter Druck steht. Für das Weiterkommen muss der Pariser Trainer nämlich erstmal seinen alten Arbeitgeber, den BVB, besiegen.

Thomas Tuchel geht es nur um den Fußball

Trotz der etwas schwierigen Trennung will Tuchel kein schlechtes Wort über die Schwarzgelben verlieren, um die Stimmung nicht noch mehr aufzuheizen. Er habe sich entschieden, sich "nicht in den Mittelpunkt der ganzen Geschichte zu stellen, sondern die Mannschaft gut vorzubereiten", so Thomas Tuchel vor dem Spiel am Dienstag, bei dem ihm und den Fans eine längere Anreise droht.

Das Spiel sei keine Bühne, um das Geschehene aufzuarbeiten. "Die Dinge sind aufgearbeitet und verarbeitet für mich", versichert Thomas Tuchel in der Welt am Sonntag, "die Dinge bleiben da, wo sie jetzt sind." Für ihn gehe es nur um den Fußball. Das Spiel sei keine Bühne, um alte Streitigkeiten auszutragen. Viel lieber sehe man dort Choreographien der Fans, wie die beeindruckende Choreographie der BVB-Fans gegen Frankfurt.

Lucien Favre: Der Gegner ist Paris, nicht Thomas Tuchel

Ähnlich äußert sich auch Lucien Favre (62), aktueller Trainer des BVB, vor der Begegnung. Auch er wird gerade aufmerksam beobachtet und es kursiert das Gerücht, dass der BVB in Adi Hütter schon einen Nachfolger für Lucien Favre im Auge hat. 

Lucien Fravre glaubt aber dennoch nicht, dass die Geschehnisse von damals und die aktuellen Gerüchte das Champions-League-Achtelfinale gegen PSG (die BVB-Partie wird live im TV und im Live-Stream übertragen) überlagern werden. "Ich habe Verständnis dafür, dass man so ein Erlebnis nicht vergessen kann. Aber seitdem sind fast drei Jahre vergangen. Ganz deutlich: Unser Gegner heißt Paris, nicht Tuchel", so Lucien Favre im Kicker.

Die Tatsache, dass mit Lukasz Piszczek, der gegen PSG - wie auch gegen Frankfurt - in der BVB-Startaufstellung stehen könnte, Roman Bürki, Marcel Schmelzer, Raphael Guerreiro, Mario Götze und Marco Reus noch sechs Spieler im Kader stehen, die noch unter Thomas Tuchel spielten, ändere nichts daran. Man spiele gegen Paris Saint-Germain und nicht gegen Thomas Tuchel, dessen Mutter nach der Niederlage gegen den BVB übel beleidigt wurde. Denn mit Spielern wie Emre Can, Erling Haaland oder Achraf Hakimi, bei dem es auch privat gut läuft, hat der BVB sich in den letzten Jahren stark verstärkt.

BVB will gegen Paris seine Serie fortsetzen

Dort will der BVB an den 4:0 Sieg gegen Eintracht Frankfurt anschließen und versuchen, auch in der Champions League weiterzukommen. Lizenzspielerchef Sebastian Kehl (40) versprach bereits, dass man "definitiv mit einem breiten Kreuz" antreten werde. Der BVB sei schließlich auch eine "sehr gute" Mannschaft.

Mehr zum Thema