Borussia Dortmund im Goldfieber

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Sven Bender und Matthias Ginter sind nicht die ersten Spieler von Borussia Dortmund die bei einem Olympischen Turnier teilnehmen.

Das größte Sportfest der Welt wird in knapp einer Woche in Rio de Janeiro, Brasilien, stattfinden und Borussia Dortmund ist dabei. Für jeden Sportler sind die Olympischen Spiele der absolute Höhepunkt der Karriere.

Dortmund - Für jeden Sportler? Eigentlich haben Fußballer ja schon Welt- oder Europameisterschaften. Für die Borussia-Dortmund-Spieler Sven Bender und Matthias Ginter ist das brasilianische Olympiaturnier dennoch das bisherige Highlight ihrer Karriere.

Die Stars bleiben zuhause

Natürlich wird Neymar für die brasilianische Nationalmannschaft zuhause an den Start gehen. Aber weder Ronaldo (Portugal), Zlatan Ibrahimovic (Schweden) oder Lionel Messi (Argentinien) geben sich die Ehre in Rio. Das Olympische Turnier ist - zumindest im Fußball - mit Einschränkungen versehen. Die Regularien beim Sport mit dem runden Leder sind eindeutig. U23-Teams mit nur drei älteren Akteuren sind zugelassen.

Zweimal Borussia Dortmund im deutschen Kader

Im deutschen Team werden der Freiburger Stürmer Nils Peterson, der Leverkusener Lars Bender und sein "schwarzgelber" Zwilling Sven Bender in Rio als Ü23-Spieler an den Start gehen. Der Dortmunder Defensivspieler freute sich riesig über die Nominierung und bekam viel Lob für seine ehrlichen Worte: "Wenn ich als Fußballer sagen würde, ich will da nicht hin, wäre das unfair den anderen Sportlern gegenüber, die ihr

Leben lang hart für ihre Teilnahme kämpfen!" Es ist für Bender das Highlight seiner Karriere. Auch Matthias Ginter von Borussia Dortmund ist in Rio am Start und fährt nach der Weltmeisterschaft 2014 zum zweiten Mal nach Brasilien. Erst Weltmeister, dann Gold?

Der Kader der deutschen Olympiamannschaft ist gespickt mit jungen, aber gestandenen Bundesligaspielern. Eine Medaille ist für Ginter, Bender und Co. drin. BVB-Manager Michael Zorc sah die Nominierung der beiden Dortmunder Defensivakteure zwiegespalten, freut sich aber natürlich, dass der BVB in Rio vertreten ist.

BVB hat eine Olympiageschichte

Borussia Dortmund bei Olympia? Das gab es schon vorher. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München lief der damals 29 jährige Dieter Mietz auf. In der Saison 1971/72 bestritt der Verteidiger insgesamt 29 Partien für die Borussia. Bei dem olympischen Turnier wurde er beim 7:0 Sieg Deutschlands über die USA eingewechselt. Mit von der Partie war auch ein gewisser Ottmar Hitzfeld, der damals beim FC Basel spielte und später eine durchaus erfolgreiche Zeit bei Borussia Dortmund als Trainer hatte. Auch ein 20 Jähriger Uli Hoeneß durfte die Schuhe schnüren. Die deutsche Olympiamannschaft schaffte es nach Siegen über Malaysia, Marokko und USA in die Zwischenrunde. Dort gab es ein Remis gegen Mexiko und zwei Niederlagen gegen Ungarn und die DDR. Keine Medaille.

BVB-Stürmer Frank Mill als Kapitän

1988 war der BVB-Stürmer Frank Mill bei den olympischen Spielen in Seoul als Kapitän im Kader und traf insgesamt dreimal das Tor - nur Jürgen Klinsmann war mit vier Toren besser. Mit Karl-Heinz Riedle (damals Bremen), Michael Schulz (damals Kaiserslautern) und Thomas Häßler (damals Köln) standen drei Spieler im Aufgebot von Trainer Hannes Löhr, die später für den schwarz-gelben Ballspielverein die Schuhe schnüren sollten. Frank Mill, der zwischen 1986 und 1994 für Borussia Dortmund auf Torejagd ging (187 Spiele/47 Tore) betonte später immer wieder, dass Olympia eine einmalige Erfahrung für ihn gewesen sei. Deutschland wurde nach zwei Siegen gegen Tunesien und China und einer Niederlage gegen Schweden Gruppenzweiter in der Gruppe A. Im Viertelfinale siegten Klinsmann, Mill und Co. mit 4:0 gegen Sambia. Nach der 3:4 (i.E.) Niederlage gegen Brasilien holte Deutschland die Bronzemedaille mit einem 3:0 gegen Italien.

Der Traum von Gold wird für Sven Bender und Matthias Ginter mit Sicherheit eine einmalige Erfahrung werden. Olympia ist etwas anderes als eine Welt- oder Europameisterschaft. Vielleicht nicht größer, aber exotischer und in jedem Fall vielfältiger.