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Es ist auf den Tag genau 14 Jahre her. Am 14. März 2005 ist es offiziell: Borussia Dortmund kann eine Insolvenz des Vereins abwenden. Heute ist der BVB einer der erfolgreichsten Vereine in Deutschland und Europa.

Es sind Jahre, an die BVB-Fans und der Verein selbst nur sehr ungern zurückdenken. Es sind die ersten 2000er Jahre, in denen Borussia Dortmund als erster deutscher Fußballverein an die Börse geht und in denen man die 75-prozentige Beteiligung am Westfalenstadion an den immobilienfonds Molsiris verkauft hatte.

Unter der Führung des ehemaligen BVB-Präsidenten Gerd Niebaum sowie des Geschäftsführers und Managers Michael Meier fließen viele Gelder. Doch am Ende verzetteln sich die Verantwortlichen bei Borussia Dortmund. Im August 2003 verpassen die Dortmunder dann die Qualifikation für die finanziell so wichtige Champions League.

Medien decken auf: Bilanztricks beim BVB

Erste Medien fangen an, beim BVB nachzubohren. Im Dezember 2003 veröffentlicht die Süddeutsche Zeitung und der Kicker schließlich die Ergebnisse gemeinsamer Recherchen und enthüllen einen massiven Fehlbetrag und Bilanztricks. Auf einer Pressekonferenz weisen Niebaum und Meier alle Vorwürfe zurück.

Borussia Dortmunds Präsident Gerd Niebaum sitzt am 22. Dezember 2003 in Dortmund bei einer Pressekonferenz unter dem Vereinslogo. Foto: Bernd Thissen dpa/lnw |

Zu Beginn des neuen Jahres (2004) gibt es dann jedoch nichts mehr schön zu reden: Der BVB muss seine Halbjahresbilanz veröffentlichen und ein Minus von 29,4 Millionen Euro zugeben.

Aufgrund der verpassten Qualifikation für den UEFA-Cup und damit auch die Chance auf weitere Einnahmen, verkauft der Verein schließlich die Namensrechte am Westfalenstadion für fünf Millionen Euro. Auch die Transferrechte an fünf Spielern werden verpfändet.

Verein spricht das erste Mal von Insolvenz

Nachdem mehrere Spieler nach der Saison 2003/04 erklären, ihr Gehalt noch nicht bekommen zu haben, kommt es im Oktober zum mutmaßlichen Tiefpunkt des BVB. Auf der Bilanzpressekonferenz gibt Borussia Dortmund einen Verlust von 67,7 Millionen Euro bekannt. Der Schuldenstand beträgt 118,8 Millionen Euro.

Als erste Konsequenz wird Gerd Niebaum zum Rücktritt gedrängt. Sein Nachfolger Reinhard Rauball erklärt zu diesem Zeitpunkt, dass die Zukunft des Vereins auf Messers Schneide stehe. Im Februar 2005 tritt Hans-Joachim Watzke als neuer Geschäftsführer des BVB an.

Im gleichen Monat erklären die Verantwortlichen auf einer Pressekonferenz, dass der Verein bei einer Ablehnung des Sanierungskonzepts Insolvenz anmelden muss. Es sind die Schicksalsstunden des BVB.

Der 14. Mai 2005

Doch es folgen Lichtblicke, positive Nachrichten, die die Fans von Borussia Dortmund hoffen lassen. Es kommt zu ersten Einigungen mit Gläubigern auf Tilgung der Schulden. Zum Showdown kommt es am 14. März 2005: Nach mehrstündiger Verhandlung stimmen die Anleger des Molsiris-Stadionfonds in Düsseldorf für den Rettungsplan. Aufatmen – die Insolvenz des BVB ist abgewendet.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke lacht am 14. Oktober 2005 auf der Bilanz-Pressekonferenz seines Unternehmens. Foto: Bernd Thissen dpa/lnw

14 Jahre später sieht die Welt von Borussia Dortmund völlig anders aus. Ende vergangenen Jahres verkündet Watzke auf der Mitgliederversammlung stolz: Der BVB hat im Geschäftsjahr 2017/2018 einen Rekordumsatz von 536 Millionen Euro erwirtschaftet, bei einem Gewinn von 28,5 Millionen Euro.

Aktuelle BVB-Themen

Auch wenn der BVB aus dem DFB-Pokal und der Champions League ausgeschieden ist, steht der Verein immer noch auf Tabellenplatz 2 der Liga. Man kämpft in Dortmund um den Titel und auch finanziell stehen die Schwarz-Gelben wieder mehr als gut da.