3. Bundesliga-Spieltag

BVB-Einzelkritik gegen Werder Bremen: Einmal Note 6 nach Last-Minute-Blamage

Der BVB hat ein spektakuläres Spiel gegen Werder Bremen mit 2:3 verloren. Der Großteil der Dortmunder enttäuschte auf ganzer Linie.

Dortmund – Borussia Dortmund bekam am 3. Spieltag den ersten herben Dämpfer der Saison. Im Heimspiel unterlag der BVB dem SV Werder Bremen spät mit 2:3. Die Noten in der BVB-Einzelkritik fallen entsprechend schlecht aus.

BegegnungBorussia Dortmund - Werder Bremen
WettbewerbBundesliga
Spieltag3.
Endstand2:3

BVB-Einzelkritik gegen Werder Bremen: Alle Noten für Borussia Dortmund im Überblick

Gregor Kobel: Einmal mehr war der Schlussmann des BVB der beste Akteur im Dortmunder Trikot. Mehrfach verhinderte der Schweizer gute Einschusschancen der Gäste. Zunächst war Gregor Kobel in der 14. Minute nach einem gefährlichen langen Ball zur Stelle. In der 42. Minute parierte er einen Freistoß von Leonardo Bittencourt weltklasse. Zudem entschärfte der Keeper einen harten Volley-Schuss von Marvin Duksch in der 60. Minute. Bei allen Gegentoren war Gregor Kobel nahezu machtlos und wurde von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Drei Gegentore trotz guter Leistung sind extrem bitter, wirken sich aber nur marginal auf die Gesamt-Bewertung aus. Note: 2,5

Marius Wolf: Auch Marius Wolf gehörte über weite Strecken zu den besseren BVB-Akteuren. Zwar konnte der 27-Jährige nicht nahtlos an seinen starken Auftritt beim SC Freiburg anknüpfen, jedoch präsentierte er sich erneut wachsam und engagiert. Seine Seite hielt Marius Wolf lange dicht und überzeugte mit intensivem Zweikampfspiel sowie ordentlichen Vorstößen. Zum Ende hin verließen ihn sichtlich die Kräfte, sodass sich unnötige Abspielfehler häuften. Gemessen an seinem Einsatz, war es im Vergleich zu vielen seiner Teamkollegen jedoch ein solider Auftritt. Note: 3,5

BVB-Einzelkritik gegen Werder Bremen: Note 4,5 für Nico Schlotterbeck

Mats Hummels: Der Weltmeister von 2014 erhielt gegenüber Niklas Süle erneut den Vorzug in der Startelf. In der Anfangsphase hatte Mats Hummels gemeinsam mit Nico Schlotterbeck defensiv alles im Griff. Auch im Spielaufbau wirkte der Routinier konzentriert. Mit zunehmender Spieldauer ließen die Verteidiger allerdings viel zu viel zu. Es fehlte im Verlauf die nötige Gegnernähe und Zweikampfhärte. Dennoch hielt der BVB mit Mats Hummels in der Innenverteidigung lange Zeit die 0. Erst, nachdem der 33-Jährige in der 62. Minute für Niklas Süle vom Feld gegangen war, nahm das Unheil seinen Lauf. Note: 3,5

Nico Schlotterbeck: Kämpferisch war es in vielen Phasen erneut ein imposanter Auftritt von Nico Schlotterbeck. Bezeichnend war sein starker Einsatz in der 59. Spielminute, als er in höchster Not einen Bremer Abschluss per Hechtsprung blockte. Ebenso wie Mats Hummels ließ er jedoch zu viele gefährliche Aktionen und Flanken der Gäste zu. In der Schlussphase fehlte im Zusammenspiel mit Niklas Süle völlig die Ordnung. Insgesamt war es nicht das beste Spiel von Nico Schlotterbeck. Note: 4,5

BVB-Einzelkritik gegen Werder Bremen: Note 4,0 für Raphael Guerreiro

Raphael Guerreiro: Der Portugiese zeigte eine Partie mit viel Licht und Schatten. Defensiv waren einige Wackler erkennbar. Oftmals war es seine linke Seite, die bei den Bremern für Gefahr sorgte. Offensiv schaltete Raphael Guerreiro sich ab und an zwar ein, jedoch ohne dabei große Gefahr zu erzeugen. Sein schöner Distanztreffer in der 77. Spielminute wertet die Note in der Einzelkritik am Ende zwar auf, jedoch hat der Verteidiger noch jede Menge Luft nach oben. Note: 4,0

Mo Dahoud musste gegen Werder Bremen verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

Mo Dahoud: Ein äußerst bitterer und kurzer Arbeitstag für den Mittelfeldspieler. Schon in der 18. Spielminute musste Mo Dahoud verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Für ihn kam Emre Can in die Partie. Zuvor schien Mo Dahoud gut im Spiel zu sein und hatte nach 2. Minuten die erste gute Einschussgelegenheit. Nach seiner Auswechslung war die Mannschaft sichtlich verunsichert. Ohne Note.

BVB-Einzelkritik gegen Werder Bremen: Note 4,0 für Jude Bellingham

Jude Bellingham: Im Mittelfeld zog Jude Bellingham wie gewohnt die Strippen. Defensiv wirkte er über weite Strecken robust und resolut. Offensiv versprühte er als einer von wenigen die nötige Spielfreude. Doch auch bei ihm war mit der Zeit ein deutlicher Leistungsabfall erkennbar. Die letzten paar Prozent haben bei ihm gefehlt. In der Schlussphase war der Engländer zudem kaum noch zu sehen. Note: 4,0

Julian Brandt: Der Mittelfeldspieler bewies in nur 62. Minuten, warum er beim BVB so umstritten ist. Wenige geniale Momente standen haarsträubenden Fehlern gegenüber. Am Anfang war der deutsche Nationalspieler kaum in der Partie. Seine ersten Aktionen waren äußerst unglücklich. Bälle wurden leichtfertig vertändelt. Zudem gab es immer wieder Missverständnisse mit seinen Mitspielern. Kurz vor der Halbzeit hatte er dann wieder einen seiner besseren Momente. Nach einem kurzen Solo am 16er zog der 26-Jährige trocken ab und besorgte somit die zwischenzeitliche 1:0-Führung. In der zweiten Halbzeit tauchte Julian Brandt allerdings wieder ab. In der 62. Minute wurde er dann folgerichtig für Thorgan Hazard ausgewechselt. Note: 4,0

BVB-Einzelkritik gegen Werder Bremen: Note 4,0 für Marco Reus

Jamie Bynoe-Gittens: Der Man-of-the-Match der vergangenen Woche wurde mit einem Startelf-Einsatz belohnt. Dabei verkörperte er zu Beginn auch direkt, warum er für den BVB ein besonderer Spieler sein kann. Viele Ballaktionen und mutige Dribblings machten Hoffnung auf ein Offensiv-Spektakel. Diese verpufften jedoch ziemlich schnell. Immer wieder dribbelte sich der Youngster unnötig fest und verlor viele Zweikämpfe. Immerhin zeigte Jamie Bynoe-Gittens großes Engagement und arbeitete gut zurück. Trotzdem war in diesem Spiel erkennbar, dass der 18-Jährige noch Zeit benötigt und sich weiterentwickeln muss. Nach 62. Minuten ging er für Giovanni Reyna vom Feld. Note: 4,5

Jamie Bynoe-Gittens konnte nicht an seine starke Leistung aus der Vorwoche anknüpfen.

Marco Reus: Auch der Kapitän hatte mehrere gute und schlechte Momente gegen den Aufsteiger. Zunächst begann Marco Reus sehr umtriebig und initiierte erste gute Tormöglichkeiten. Ihm gelang zunächst auch nicht alles, dafür arbeitete der Nationalspieler aber leidenschaftlich. Insbesondere seine Arbeit gegen den Ball war sehr auffällig. In den Schlussminuten war er aber ebenso zaghaft, wie der Rest seiner Teamkollegen. Note: 4,0

BVB-Einzelkritik gegen Werder Bremen: Note 5,0 für Anthony Modeste

Anthony Modeste: Der Neuzugang war ein echter Fremdkörper im Spiel der Dortmunder. Anthony Modeste hatte im ganzen Spiel kaum nennenswerte Ballaktionen. Wenn der Franzose doch mal an die Kugel kam, wirkten seine Entscheidungen äußerst unglücklich. Gegen Werder war er gefühlt überhaupt nicht auf dem Rasen. Anthony Modeste muss sich künftig viel mehr in das BVB-Spiel integrieren und auch häufiger von seinen Mitspielern eingesetzt werden. So löst er die Sturm-Problematik des Vizemeisters nicht. Note: 5,0

Emre Can: Wenn es noch einen Beweis dafür brauchte, dass Emre Can derzeit kein Kandidat für die Startelf ist, lieferte der Mittelfeldspieler diesen am heutigen Samstag eindrucksvoll. Mit seiner Einwechslung in der 18. Spielminute geriet das Spiel sichtlich aus der Bahn. Emre Can fügte sich mit unnötigen Ballverlusten und dummen Fouls ein. Immer wieder kam der 28-Jährige zu spät oder verlor leichtfertig den Ball. Er war ein echter Unsicherheitsfaktor im Dortmunder Spiel. Note: 6,0

BVB-Einzelkritik gegen Werder Bremen: Note 5,0 für Niklas Süle

Niklas Süle: Der Ex-Münchener wurde als Stabilisator für die Abwehr verpflichtet. Sein erster BVB-Einsatz in der Bundesliga offenbarte jedoch Gegenteiliges. In der 86. Minute unterlief ihm zunächst ein völlig unnötiger Stockfehler, der den Bremer einen Einwurf ermöglichte. Beim 2:2 Ausgleich ging Niklas Süle nicht resolut genug ins Luftduell. Den negativen Höhepunkt erreichte der Neuzugang jedoch in der 95. Spielminute. Nach einem Steilpass auf Torschütze Oliver Burke, kam der Innenverteidiger überhaupt nicht hinterher. Der Schotte schüttelte ihn mühelos ab und sorgte für den 2:3 Endstand. Note: 5,0

Thorgan Hazard: Der Belgier wurde in der 62. Minute für den blassen Julian Brandt eingewechselt. Spielerisch stellte der Wechsel eine Verbesserung dar. An den wenigen Offensiv-Aktionen war Thorgan Hazard zumeist beteiligt. In der 80. Minute hätte er beinahe auch für die 3:0-Entscheidung gesorgt. Sein strammer Abschluss war jedoch zu unplatziert, sodass Pavlenka parieren konnte. In der Schlussphase tendierten seine Defensiv-Bemühungen aber gegen 0. Note: 3,5

Gio Reyna: Kam ebenfalls in der 62. Minute in die Partie. Hin und wieder ließ er seine Klasse mit kreativen Einzelaktionen aufblitzen. Trotzdem merkte man Gio Reyna seine fehlende Spielpraxis in den letzten Wochen an. Seine Einwechslung war dennoch einer von wenigen Lichtblicken. Note: 3,5

Youssoufa Moukoko: Erst in der 81. Minute ließ Trainer Edin Terzic den Youngster von der Leine. In nur 10 Minuten war er dafür aber deutlich auffälliger als Anthony Modeste über knapp 80 Minuten. Beinahe hätte er noch ein Tor erzielt, aber Pavlenka konnte mit den Füßen klären. Ohne Note

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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