Jetzt wichtig in Dortmund

BVB-Verkaufskandidat soll auf einmal Vertrag verlängern

Vom Transfer-Kandidaten zur festen Größe: Julian Brandt sagt, was ihn jetzt besser macht. Und wie er seine Zukunft beim BVB sieht.

Dortmund – Julian Brandt stand beispielhaft für die Wankelmütigkeit von Borussia Dortmund. Der Mittelfeld-Regisseur bewegte sich in seiner Anfangszeit stets zwischen Genie und Wahnsinn. Geniale Aktionen wechselten sich mit haarsträubenden Ballverlusten ab.

BVB: Julian Brandt zeigt aufsteigende Form bei Borussia Dortmund

Konsequent überragend spielt Brandt weiterhin nicht. Aber immerhin: Mit 4 Toren und 2 Vorlagen aus 15 Bundesliga-Spielen ist er hinter Youssoufa Moukoko der zweitbeste Scorer der Dortmunder. Im Gegensatz zu den Null-Tore-Kollegen Donyell Malen und Karim Adeyemi ist er vergleichsweise treffsicher, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Seit der aktuellen Saison gehört der 26-Jährige zu den stabileren BVB-Akteuren. Häufig überzeugt der einst so sorglos durchs Mittelfeld schwebende Feingeist neuerdings durch fleißige Laufarbeit. Julian Brandt zeigt Biss im Zweikampf, geht inzwischen auch mal dahin, wo es weh tut.

BVB-Vertrag bis 2024: Verkaufskandidat Julian Brandt soll plötzlich verlängern

Vom Wackelkandidaten zur festen Größe: Das kommt ihm selbst „manchmal etwas surreal“ vor, wie Brandt bei einer Medienrunde im spanischen Marbella verrät. „Letzten und vorletzten Sommer habe ich oft gelesen, dass ich eher Verkaufskandidat bin, jetzt geht’s darum, ob ich mit vorstellen kann zu verlängern.“

Ob er sich seine Zukunft langfristig beim BVB sieht? Darüber will Julian Brandt (Vertrag bis Sommer 2024, rund 7 Millionen Euro Gehalt pro Jahr) im Moment nicht nachdenken.: „Ich bin extrem entspannt. Ich bin ohnehin kein Freund davon, das während der Saison zu lösen. Das mag ich nicht gerne, das sind Nebenschauplätze, die oft stören.“

BVB kündigt offene Gespräche über neuen Vertrag an: „Kann mir natürlich alles vorstellen“

Die Konzentration gilt jetzt der Rückrunde, die für die Dortmunder am Sonntag (22. Januar, 15.30 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den FC Augsburg beginnt. Aber wer zwischen den Zeilen liest, bemerkt, dass Brandt mit seiner Rolle beim BVB zufrieden ist.

Das klingt dann so: „Mir geht es gut, ich habe mich immer wohlgefühlt im Verein. Mit ging es auch gut, als ich eine beschissene Saison hatte, weil hier viele Menschen hinter mir stehen und mir helfen. Deswegen kann ich mir natürlich alles vorstellen. Aber ich weiß nicht, worauf es irgendwann mal hinauslaufen wird. Es wird offene Gespräche geben.“

Julian Brandt konnte seine Leistungen beim BVB zuletzt stabilisieren.

BVB-Star Julian Brandt und der Weg aus der Achterbahn: Mit Biss zur Stabilität

Julian Brandt geht mit seinen bisherigen Leistungen beim BVB selbstkritisch um. Er war im Sommer 2019 für 25 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zum BVB gekommen. Die großen Erwartungen konnte er zunächst nicht erfüllen.

„Man spricht immer über Entwicklung, die kommt nicht von heute auf morgen, das dauert ein bisschen. Diese Entwicklung fand auch bei mir ein Stück weit statt“, resümiert Brandt dreieinhalb Jahre nach seinem Wechsel ins Ruhrgebiet. „Es gab jetzt nicht den einen Tag, an dem ich aufgewacht bin und dachte: Jetzt habe ich einen Schritt nach vorne gemacht.“

Seit Sommer 2022 sehe man seine Wandlung auch auf dem Platz, findet er. Vieles funktioniere etwas besser, mit und gegen den Ball. „Ich möchte aber mich weiter verbessern, auch ein, zwei Gelbe Karten mehr sammeln“, sagt der neuerdings so kämpferische BVB-Star. „Es war es für mich wichtig, nach der Saison vor zwei Jahren, in der es nicht lief, wieder eine einheitliche Tendenz zu haben und nicht wie auf der Achterbahn.“

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