Ärger um Dortmunder Gegentor

Mats Hummels platzt der Kragen: Social-Media-Schelte gegen BVB-Kollegen

Das Gegentor zum 0:2 gegen Union Berlin beschäftigt die BVB-Profis. Mats Hummels war bedient, stößt aber nicht überall auf offene Ohren.

Berlin/Dortmund – Mats Hummels ist für seine klaren Worte bekannt. Auch deshalb genießt der Abwehrspieler eine hohe Wertschätzung im Verein und soll seinen BVB-Vertrag nach der WM verlängern. Nach der 0:2-Niederlage gegen Union Berlin platzte dem 33-Jährigen der Kragen.

NameMats Hummels
Geboren16. Dezember 1988 (Alter 33 Jahre), Bergisch Gladbach
Größe1,91 Meter
Aktueller VereinBorussia Dortmund

BVB-Ass Mats Hummels platzt der Kragen: Social-Media-Schelte gegen Teamkollegen

Zwei Szenen regten Mats Hummels bei der 0:2-Pleite des BVB bei Union Berlin auf. Zum einen der nicht gegebene Elfmeter gegen den Abwehrmann in der 83. Minute. „Ich habe schon Elfmeter gegen mich bekommen für sehr viel weniger“, schrieb der Verteidiger nach der Partie via Instagram.

Was den 33-Jährigen aber vor allem auf die Palme brachte, war das Spielverhalten vor dem Gegentreffer zum 0:2. Schon nach dem Remis in Sevilla wurde Mats Hummels beim BVB deutlich und sprach davon, dass Fußball „nicht immer sexy“ sein müsse. Jetzt legte er nach – mit einem Social-Media-Argument.

BVB-Abwehrspieler Mats Hummels richtet sich an Karim Adeyemi nach Ballverlust vor dem 0:2

Mats Hummels war nach dem Union-Spiel sauer auf seinen Teamkollegen Karim Adeyemi bei Borussia Dortmund: „Wir sehen beim 2:0, in welchen Bereichen Risiko angebracht ist und wann nicht. Wann man schicken soll und wann nicht“, so der BVB-Verteidiger gegenüber Sport1-Reporter Patrick Berger.

Dortmunds Abwehrmann Hummels fügte hinzu: „Manchmal ist der einfache 20-Meter-Rückpass besser, auch wenn er danach nicht auf Social Media kommt.“ Denn tatsächlich hätte Karim Adeyemi bei der Szene vor dem 0:2 besser den einfachen Pass nach vorne auf Raphael Guerreiro oder zurück auf einen der Innenverteidiger gespielt, als es mit einem Hackentrick zu versuchen. Der Ballbesitz ging verloren, Union Berlin schaltete schnell um und baute die Führung aus.

BVB-Star Mats Hummels war nach der Niederlage gegen Union Berlin bedient.

Kritik von BVB-Star Mats Hummels interessiert Karim Adeyemi nicht

Hacke, Spitze eins, zwei, drei sei schlichtweg nicht immer angebracht, sagte Mats Hummels bereits in Sevilla. Doch seine Teamkollegen sind da offenbar anderer Meinung. BVB-Angreifer Karim Adeyemi verteidigte seinen groben Patzer gegen Union Berlin sogar.

Angesprochen darauf, ob die Hackentrick-Diskussion Probleme bereite, sagte Karim Adeyemi am DAZN-Mikro: „Nö, würde ich nicht sagen. Heute haben wir in anderer Formation gespielt, vielleicht deswegen. Aber das, was Sie jetzt gesagt haben, würde ich nicht sagen.“

Geteilte Lager beim BVB? Gregor Kobel um Diplomatie bemüht

Bahnt sich etwa eine Teilung in zwei Lager beim BVB an? Auf der einen Seite die Forderung nach einem klaren, weniger riskanten Spiel. Auf der anderen Seite das schöne Spiel mit Hackentricks und tollen Dribblings.

Torwart Gregor Kobel äußerte sich bei DAZN diplomatisch und hat für beide Seiten Verständnis: „Das liegt uns sehr gut, zeichnet uns aus. In den Situationen musst du ein Fingerspitzengefühl haben, wann man es macht und wann nicht. Aber wir haben die Qualität, so zu spielen und zu überraschen.“

BVB-Trainer Terzic schließt sich Hummels an: „Sind genau die Zonen, wo wir es nicht haben wollten“

Die Vorgabe der Spielweise macht aber vor allem der Trainer. Und Edin Terzic schloss sich seinem Abwehrchef Mats Hummels an und widersprach Karim Adeyemi: „Das zweite Gegentor: Wo wir den Ball verloren haben, wie wir den Ball verloren haben – das sind genau die Zonen, wo wir es nicht haben wollten. Die Tore waren keine taktischen Themen, es waren individuelle Geschichten.“

Es scheint, als ob in Dortmund noch eine Menge Gesprächsbedarf besteht. Für Abwehrspieler Niklas Süle besteht Handlungsbedarf, wie Sport1-Reporter Patrick Berger berichtet: „Die Alarmglocke müssen bei uns schrillen. Wir können so nicht weitermachen. Wir gehen nicht auf Namen. Wir haben super Fußballer, aber wir machen es uns zu schwer. Wir müssen das knallhart analysieren.“

Rubriklistenbild: © Dennis Ewert/RHR-FOTO

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