Klare Kante

Gerhard Schröder: BVB zieht Konsequenz und wirft Ex-Bundeskanzler raus

Der BVB entzieht Gerhard Schröder wegen des aktuellen Ukraine-Krieges die Ehrenmitgliedschaft.

Update, Mittwoch (2. März), 15 Uhr: Es ist besiegelt. Der BVB zeigt klare Kante und entzog Altkanzler Gerhard Schröder am Mittwoch (2. März) die Ehrenmitgliedschaft.

BVB zeigt sich strikt: Gerhard Schröder ist kein Ehrenmitglied mehr

Der Präsidiumsbeschluss sei einstimmig getroffen worden. Vereinspräsident Dr. Reinhard Rauball habe den Bundeskanzler a.D. am Mittwochvormittag in einem persönlichen Gespräch darüber unterrichtet, teilte der BVB mit.

Erstmeldung, Dienstag (1. März), 17 Uhr: Ganz Europa zeigt sich derzeit erschüttert über den militärischen Angriff von Russland auf die Ukraine (Alle Entwicklungen im RUHR24-News-Ticker). Auch bei Borussia Dortmund rückt der Sport angesichts des Krieges in den Hintergrund. Nun hat der BVB erstmals öffentlich Stellung bezogen und dabei dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder mit Konsequenzen gedroht.

VereinBorussia Dortmund (BVB)
Gegründet19. Dezember 1909
StadionSignal Iduna Park
TrainerMarco Rose

BVB: Gerhard Schröder soll Verein verlassen – wegen Ukraine-Krieg

Gerhard Schröder ist seit einigen Jahren Ehrenmitglied beim BVB. Dieser Status könnte dem 77-Jährigen jedoch schon bald entzogen werden. Der BVB denkt offenbar über seinen Rausschmiss nach.

Der Ex-Kanzler (von 1998 bis 2005) steht noch immer in Diensten von Russland-Präsident Wladimir Putin, der vor wenigen Tagen den Angriffs-Befehl auf die Ukraine entsandte. Der frühere SPD-Chef ist nach wie vor Aufsichtsratsboss beim russischen Öl-Konzen Rosnef und hat einen Chef-Posten bei Nord Stream. Zudem sollte er ursprünglich auch als Aufsichtsrat bei Gazprom einsteigen, also jenem Unternehmen, von dem sich der FC Schalke 04 kürzlich trennte.

BVB: Gerhard Schröder soll Führungspositionen in russischen Staatskonzernen räumen

Sollte Gerhard Schröder diese Posten nicht aufgeben, entzieht der BVB ihm wohl die Ehrenmitgliedschaft. Borussia Dortmund stellt klar: „Zuallererst ist es und wichtig zu betonen, dass der BV. Borussia 09 e.V. Dortmund den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine für einen eklatanten Verstoß gegen geltendes Völkerrecht hält. Die BVB-Familie verurteilt diese schädliche Aggression zutiefst.“

„Gerhard Schröder haben wir während seines politischen Wirkens als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland als mutigen, streitbaren Demokraten kennengelernt, der sein freiheitliches Weltbild auch gegen Widerstände verteidigt. Diesen Gerhard Schröder halten wir gern in Erinnerung und hoffen, dass dieser Gerhard Schröder nicht nur eine Vergangenheit, sondern auch eine Zukunft hat.“

Der BVB droht Gerhard Schröder mit dem Entzug der Ehrenmitgliedschaft.

BVB-Präsident Reinhard Rauball sucht persönliches Gespräch mit Gerhard Schröder

Des Weiteren kritisierte der Klub in seinem Statement, die bestehenden Verbindungen zu Putin bzw. Russland: „Unserer Meinung nach gehört dazu in einer Situation, in der an jedem einzelnen Tag unschuldige Menschen durch Bomben sterben, zwingend nicht nur ein mündliches Bekenntnis gegen jede kriegerische Handlung (dieses hat Gerhard Schröder abgegeben), sondern auch der klare Wille und die Überzeugung, auf Führungspositionen in russischen Staatskonzernen verzichten zu müssen.“

„Wir hoffen inständig, dass Gerhard Schröder zu dieser Ansicht gelangen wird und möchten ihm die Gelegenheit dazu geben. Natürlich werden wir in Person unseres Präsidenten Dr. Reinhard Rauball das persönliche Gespräch mit ihm suchen.“

Rubriklistenbild: © Olga Maltseva/AFP

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