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Ex-BVB-Spieler Jakub „KubaBlaszczykowski unterstützt derzeit seinen Heimatverein Wisla Krakau – sowohl spielerisch als auch finanziell. Weil er erneut für die polnische Nationalmannschaft nominiert wurde, sorgt er nun jedoch für Empörung in seiner Heimat.

Fast vier Jahre ist es nun her, dass Jakub Blaszczykowski den BVB verlassen hat. Der Rechtsaußen hatte unter dem damaligen Trainer Thomas Tuchel keine Chance. Sein anschließenden Stationen beim AC Florenz und dem VfL Wolfsburg waren nur wenig von Erfolg gekrönt. Im Februar dieses Jahres kehrte er schließlich in seine Heimat zurück.

„Kuba“ Blaszczykowski kann nicht überzeugen

Beim Wisla Krakau gelang ihm einst der Durchbruch, bevor er in der Saison 2007/08 seine Karriere bei Borussia Dortmund startete. Seitdem ist viel passiert. Kuba versucht, den angeschlagenen polnischen Verein spielerisch sowie finanziell zu unterstützen.

Doch in der Ekstraklasa läuft es für den 33-Jährigen nicht nach Plan. Das Debüt bei Rekordmeister Górnik Zabrze ging 0:1 verloren, das erste Spiel vor heimischer Kulisse wurde gegen Slask Wroclaw nach seinem Elfmetertor gewonnen, in den folgenden beiden Partien kassierte Wisla Niederlagen.

Am vergangenen Samstag (9. März) leiteten die Krakauer vielleicht eine Trendwende ein. Beim 6:2-Sieg über Korona Kielce 6:2 schoss auch Blaszczykowski ein Tor.

Aber auch das kann über die mäßigen Leistungen des Ex-Borussen nicht hinwegtäuschen. Trotzdem hält man in der polnischen Nationalmannschaft an Kuba fest. Und das sorgt mittlerweile für Empörung in seiner Heimat.

Kuba gegen Österreich im Kader

Der Spieler trägt seit 2006 das Trikot mit dem weißen Adler, mit 105 Länderspielen ist er Rekordnationalspieler. Auch wenn das polnische Team am 21. März gegen Österreichs Nationalelf im EM-Qualifikationsauftakt spielt, scheint Blaszczykowski gesetzt zu sein.

Nicht wenige Fans und Experten sehen in Polens Coach Jerzy Brzęczek den Grund für seine Nominierungen und Einsätze.


Warum? Der Nationaltrainer ist Kubas Onkel und die beiden haben eine besondere Verbindung. Als Kuba zehn Jahre alt war, musste er ansehen wie sein Vater die eigene Mutter, Brzęczeks Schwester, erstach. Daraufhin zog Blaszczykowski sich immer weiter zurück und hörte auf Fußball zu spielen.

Sein Onkel brachte ihn dazu, wieder anzufangen und wurde von da an ein enger Vertrauter. Bei wichtigen Entscheidungen, wie den Wechseln zu Wisla Krakau und Borussia Dortmund, stand er beratend zur Seite. In Polen sieht man in einem derart engen Verhältnis zwischen Trainer und Spieler ein Problem, weil die Leistung nicht fair beurteilt werden könne.

Zu enges Verhältnis zu seinem Onkel?

So stellte das polnische Onlineportal Weszlo die Frage: „Was tun, wenn Kuba so unschön altert?“. Tomasz Hajto, ehemaliger Verteidiger bei Schalke 04 und Fußballtrainer, sähe Blaszczykowski eher im Betreuerstab als Brücke zur Mannschaft, anstatt auf dem Rasen.

Möglicherweise ist Kubas erneute Berufung in die Nationalelf aber auch darin begründet, dass dem polnischen Trainer die Alternativen fehlen. Von den Flügelspielern im Ausland liefert nur Kamil Grosicki von Hull City ansprechende Leistungen (drei Tore, fünf Assists). Andere Kandidaten wie Przemyslaw Frankowski von Chicago Fire und Rafal Kurzawa vom FC Midtjylland spielen in ihren Vereinen keine wichtige Rolle.

Aktuelle BVB-Themen

Und auch in der polnischen Liga gibt es nicht gerade einen Überfluss an Spielern, die Kuba ersetzen könnten. Hier würde nur Bartlomiej Pawlowski von Zaglebie Lubin in Frage kommen. Er hat immerhin sechs Treffer und fünf Torvorlagen auf seinem Konto. Somit spricht vieles dafür, dass Blaszczykowski auch am 21. März gegen Österreich auflaufen wird.