Nach Verletzungspause

Axel Witsel spricht über seinen Treppensturz und seine Ziele mit dem BVB

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Axel Witsel steht derzeit nur mit Maske auf dem Platz. 

Axel Witsel spricht über die Hintergründe seines Treppensturzes, seine Gesichtsmaske und die medizinische Versorgung in China. Mit dem BVB will er in dieser Saison noch einiges erreichen.

  • Axel Witsel verpasste aufgrund seines Treppensturzes die letzten BVB-Spiele 2019.
  • Wegen eines ähnlichen Erlebnisses verließ Axel Witsel China.
  • In der Rückrunde will der Belgier um den Titel mitspielen.

Marbella - Kurz vor Weihnachten passierte dem BVB-Star Axel Witsel (30) ein äußerst ungeschickter Unfall:. Der Mittelfeldspieler stürzte zu Hause die Treppe hinunter und brach sich dabei die Nase. Die letzten drei Spiele der Hinrunde verpasste Axel Witsel deshalb.

Treppensturz: Axel Witsel durfte sich acht Tage nicht bewegen

Im Interview mit der WAZ erzählte der Routinier jetzt, wie es zu dem Sturz kam, ob die Gesichtsmaske ihn einschränkt und welche Erfahrungen er mit der medizinischen Versorgung in China sammeln musste.

Über den Unfall selbst gebe es nicht viel zu erzählen. "Ich war zu Hause, bin die Treppe heruntergefallen und habe mir die Nase gebrochen", berichtet der Axel Witsel. Noch in derselben Nacht sei er operiert worden. "Danach durfte ich mich acht Tage nicht richtig bewegen." Erst nach einiger Zeit habe er wieder mit dem Training anfangen können.

Axel Witsel: Ich habe China wegen meiner Tochter verlassen

Die Situation ist für den Belgier letztlich noch einmal glimpflich ausgegangen. Er ist aber froh, dass ihm solch ein Unfall nicht in China passiert ist. Dort spielte er von 2017 bis 2018 für Tianjin Tianhai, bis er zum BVB wechselte.

In China hat Axel Witsel keine guten Erfahrungen mit der medizinischen Versorgung gemacht. "Ich habe China wegen meiner Tochter verlassen", gesteht der Mittelfeldstar. Sie sei eines Tages erkrankt und habe sich vor Schmerzen auf dem Boden gekrümmt. Danach sei die Familie in das internationale Krankenhaus von Tianjin gefahren. Aber keiner konnte ihnen weiterhelfen.

Medizinische Versorgung in China - Anders als in Europa

"Die hatten nicht die nötigen Geräte, um meiner Tochter zu helfen." Also musste Axel Witsel in ein kleines chinesisches Krankenhaus fahren. Aber auch dort lief offenbar nicht alles glatt. "Wir mussten dann eine Nummer ziehen und warten. Das war total verrückt, wir haben drei Stunden gewartet", so der Familienvater. Danach sei der Entschluss gefallen, zurück nach Europa zu gehen. "Die medizinische Versorgung ist einfach eine andere."

Die Zeit in China bereut Axel Witsel aber nicht. "Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich mich immer wieder für die gleiche Karriere entscheiden." Er sei dankbar für die Erfahrungen, die er im Reich der Mitte sammeln durfte.

Mit dem BVB will Axel Witsel die Meisterschaft geholt werden

Aktuell liegt sein Fokus aber auf dem BVB. Dort ist er zurück im Training. Er will es besser als in der Hinrunde machen und hat auch die Meisterschaft noch nicht abgeschrieben. "Wir sind in der Bundesliga noch nah dran am ersten Platz, alles ist offen." Der Titel sei das Ziel. "Darum geht es im Fußball", so Axel Witsel.

Er selbst muss nach seinem Treppensturz aber erst einmal mit Gesichtsmaske auflaufen. Groß eingeschränkt wird seine Sicht dabei aber nicht. "Ich soll noch ungefähr einen Monat mit der Maske spielen." Im Champions-League-Spiel gegen Paris Saint-Germain wolle er dann versuchen, ohne den Gesichtsschutz auf dem Platz zu stehen.

Axel Witsel will nach dem Karriere-Ende Trainer werden

Aber auch über die etwas weiter entfernte Zukunft hat Axel Witsel sich bereits Gedanken gemacht. "Ich will Trainer werden. Ich habe schon begonnen, einen Trainerschein zu machen: die Uefa-B-Lizenz." Der belgische Verband unterstütze ihn dabei sehr gut. Er sei nicht der einzige Nationalspieler, der den Trainerschein mache. Auch Kevin de Bruyne oder Romelu Lukaku würden den Schein erwerben. "Insgesamt sind wir zwölf Spieler."

Vor dem Karriere-Ende soll dann noch die A-Lizenz dazukommen. "Die Pro-Lizenz kommt erst später, dafür hat man als aktiver Profi keine Zeit." Angst vor dem stressigen Trainerberuf hat der 30-Jährige nicht. "Das ist keine fixe Idee, das habe ich mir gut überlegt."

Zeit beim BVB genießen

Noch ist das Zukunftsmusik. Beim BVB hat Axel Witsel noch einen Vertrag bis 2022. Den will der Routinier auch erfüllen. "Ich fühle mich hier sehr wohl."