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Hans-Joachim Watzke (60) spricht in seinem Buch „ECHTE LIEBE. Ein Leben mit dem BVB“ auch über das Aus von Jürgen Klopp (52). Seinen guten Freund vermisst der Geschäftsführer von Borussia Dortmund noch immer.

  • Hans-Joachim Watzke schwärmt in seinem Buch von der Zusammenarbeit mit Jürgen Klopp.
  • Rückblickend hätte der BVB im Sommer 2015 vielleicht besser die ganze Mannschaft entlassen sollen.
  • Der jetzige Liverpool-Coach hat bei Borussia Dortmund ein großes Loch hinterlassen.

Watzke: Einen Trainer wie Klopp bekommt der BVB nie mehr

Morgen (10. Oktober) kehrt Jürgen Klopp nach Deutschland zurück, um mit Hans-Joachim Watzke dessen Buch über den BVB vorzustellen. Denn der Liverpool-Coach ist wesentlicher Bestandteil des Werks.

Und das verwundert wenig. Ganze sieben Jahre arbeiteten die beiden bei Borussia Dortmund erfolgreich zusammen. Zwischen den Arbeitskollegen entstand während dieser Zeit eine Freundschaft fürs Leben, wie beide nicht müde werden, zu betonen.

Watzke blickt mit Sehnsucht auf die Zusammenarbeit mit Klopp beim BVB zurück

Aber nicht nur aus persönlichen Gründen bedauert Hans-Joachim Watzke, der bei Markus Lanz über seine schwierigste Entscheidung beim BVB sprach, die berufliche Trennung von Jürgen Klopp, der von Robbie Williams eine Liebeserklärung erhalten hat, lotsen wollte, im Sommer 2015. Rückblickend würde er diese Entscheidung wohl nicht mehr so treffen.

Als der 52-Jährige erklärte, dass es an der Zeit sei, getrennte Wege zu gehen, habe man nicht mehr versucht, ihn umzustimmen. Im Nachhinein hält der BVB-Boss das für einen Fehler, wie aus einem Auszug aus dem Buch, der Bild (Bild+) vorliegt, hervorgeht. In einem weiteren Auszug bestätigt Watzke sogar, dass er Jürgen Klopp 2018 zurückholen wollte.

Klopp und sein „wieherndes Lachen“ fehlen Aki Watzke

„Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn wir die gesamte Mannschaft ausgetauscht hätten – und nicht den Trainer. Denn so einen Trainer, das war mir klar, würden wir nie mehr wieder bekommen, gute Spieler aber schon. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer“, so Hans-Joachim Watzke in seinem Buch über das Aus von Jürgen Klopp, der noch nicht mit David Wagner (47) als Trainer von Schalke 04 klar kommt.

Besonders im Trainingslager überkommt den 60-Jährigen regelmäßig die Wehmut. „Da denke ich an die vergangenen Jahre, als ich auch da so gesessen habe und dann irgendwann auf der Terrasse dieses wiehernde Lachen von Jürgen gehört habe. Da wusste ich immer: Es ist alles in Ordnung.“

Aussagen fallen mitten in der „Trainerkrise“ bei Borussia Dortmund

Auch unter den BVB-Fans dürfte beim Lesen der Aussagen von Hans-Joachim Watzke über Jürgen Klopp das ein oder andere Auge feucht werden. Besonders vor dem Hintergrund, dass Borussia Dortmund seine „Trainerkrise“ seit dem Abgang von „Kloppo“ noch immer nicht überwunden hat. Der 52-Jährige fehlt nach über vier Jahren mehr denn je.

Thomas Tuchel (46) erwies sich in seiner zweijährigen Amtszeit zwar als taktisch herausragend, überforderte seine Spieler aber regelmäßig. Auch als Motivator konnte der jetzige PSG-Coach seinem Vorgänger nicht das Wasser reichen. Von der persönlichen Beziehung zu Hans-Joachim Watzke ganz zu schweigen.

Tuchel, Bosz, Stöger, Favre – keiner passt zum BVB wie Jürgen Klopp

Als noch weniger geeignet, das Erbe von Jürgen Klopp beim BVB anzutreten, erwies sich innerhalb kürzester Zeit Peter Bosz (55). Als hätte der Niederländer vergessen, dass auch die Defensive eine Requisite des Fußballs ist, rannte Borussia Dortmund unter seiner Leitung dem Gegner regelmäßig ins offene Messer.

Nach sieben erfolgreichen Jahren musste sich Hans-Joachim Watzke im Sommer 2015 schmerzlich von Jürgen Klopp verabschieden. Foto: Friso Gentsch/dpa

Um die sportliche Talfahrt zu stoppen, heuerte deshalb Peter Stöger (53) bei Schwarz-Gelb an. Seine Amtszeit war allerdings von vornherein zeitlich begrenzt. Auch empfahl sich der Österreicher nicht wirklich für einen Vertrag über das Saisonende hinaus.

Favre nicht das, was sich Borussia Dortmund und Watzke erhofften?

Seit Juli 2018 steht Lucien Favre (61) als Chefcoach beim BVB an der Seitenlinie. Auch, wenn Favre öffentlich noch der Rücken gestärkt wird, scheint auch sein Stuhl mehr und mehr zu wackeln. Denn als nächster Jürgen Klopp, entpuppte sich auch der Schweizer (bislang) nicht.