Erster BVB-Krach wegen Hummels: Akanji verlässt den Mannschaftsrat

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Manuel Akanji bei einer Pressekonferenz des BVB. Foto: dpa

Die Rückholaktion von Mats Hummels zum BVB zeigt nun auch sein negatives Gesicht. Akanji ist sauer auf die BVB-Bossse. Hier die Infos.

Nach der Rückkehr von Mats Hummels (30) zum BVB gibt es nun intern den ersten Krach im Team. Manuel Akanji (24) ist jetzt sogar aus dem Mannschaftsrat zurückgetreten.

  • Manuel Akanji fehlt seit dem Hummels-Transfer die Wertschätzung bei Borussia Dortmund.
  • Lucien Favre hat die Hierarchie des Kaders verändert.
  • Drei Spieler wurden vom Trainer entmachtet.

Sportlich hat sich die Entscheidung, Mats Hummels, der von Jadon Sancho und Lucien Favre schwärmt, vom FC Bayern zurück zum BVB zu holen, bereits bezahlt gemacht. Der 30-Jährige stabilisierte in den ersten Pflichtspielen die Abwehr und belebte den Spielaufbau. Nun gibt es zwischen Hummels und Akanji aber wohl den ersten internen Krach.

Hummels ist schon wieder Wortführer beim BVB

Der einstige Kapitän der Borussia ist bekannt für seine direkte und kommunikative Art. Er scheut keine verbale Konfrontation und nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn ihn etwas stört. Zudem geht er auf dem Platz voran. Ein echter Leader eben.

Diese Eigenschaften waren es, neben seinen sportlichen Qualitäten, die BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (60) von einer Verpflichtung überzeugten. Und auch Hummels, dessen Rückkehr in die Nationalmannschaft sich Benedikt Höwedes (31) vorstellen kann, scheint glücklich darüber zu sein, wieder in seine gewohnte Rolle als Wortführer zu schlüpfen. In München ging er unter vielen meinungsstarken Spielern unter.

Gegenüber dem kicker bestätigte Hummels, dessen Transferfazit beim BVB aktuell eher positiv gesehen wird vor Wochen: "Mit am meisten hat mich Aki Watzke mit der Rolle getroffen, die ich einnehmen soll – auch mit anzuführen. Das war für mich mit der größte Anreiz."

Fehlende Wertschätzung für Akanji?

Die neue Rolle von Hummels, der wohl am Donnerstag (29. August) der Auslosung der Champions-League-Gruppenphase entgegenfiebert, wirbelte aber zugleich die interne Rangordnung des Teams durcheinander, was nicht bei allen Spielern gut ankommt. Wie die Sport Bild berichtet, soll vor allem Manuel Akanji, der kürzlich geheiratet hat, angefressen sein, dass die Wertschätzung ihm gegenüber deutlich abgenommen hat, seitdem Hummels, der von Marco Reus (30) schwärmt, zurückgekehrt ist.

Guten Beobachtern wird im Spiel gegen den FC Augsburg aufgefallen sein, dass nach den Auswechslungen von Kapitän Marco Reus (30) und seinem Stellvertreter Lukasz Piszczek (34) die Kapitänsbinde nicht, wie in der vergangenen Saison, an Akanji übergeben wurde, sondern an seinen neuen Innenverteidiger-Kollegen. Hummels hat Akanji, der eine Formkrise hat, augenscheinlich als dritten Kapitän abgelöst.

Favre rasiert radikal

Nicht nur das. Wie die Sport Bild berichtet, hat Lucien Favre (61) die Hierarchie des Teams generell verändert.

Neben der "Entmachtung" von Akanji als zweiter Stellvertreter von Reus, rasierte Favre auch Marcel Schmelzer (31), Julian Weigl (23) und Thomas Delaney (27). Alle drei gehörten wie auch Akanji im letzten Jahr noch dem Mannschaftsrat an, den ihr Trainer in dieser Saison verkleinerte.

Der neue Mannschaftsrat des BVB besteht nun aus den drei Kapitänen Reus, Piszczek, der am Ende der Saison seine Karriere beenden könte und Hummels sowie Mittelfeldmotor Axel Witsel (30), der als Sprachrohr der französisch sprachigen Spieler gilt. Eigentlich wollte Favre auch Akanji im Mannschaftsrat behalten, der Schweizer trat aber von sich aus zurück.

Akanji wurde auch im letzten Jahr übergangen

Es ist nicht das erste Mal, dass der 24-Jährige übergangen wurde. Schon in der vergangenen Saison, im Spiel gegen Bayer Leverkusen (3:2), trug überraschend Mario Götze (27) die Binde, obwohl Akanji – in Abwesenheit der etatmäßigen Kapitäne Reus und Piszczek – nach auskurierter Hüftverletzung erstmals wieder in der Startelf stand.

Der BVB muss aufpassen, seinen Verteidiger, der sich selbst zwar nie als Abwehrchef tituliert hat, diese Rolle jedoch die letzten Jahre stark ausgefüllt hat, nicht zu verprellen. Schließlich besaß der Schweizer 2018/19 eine bessere Passquote als Hummels (89,4 Prozent), brachte mehr kurze Pässe zu den Mitspielern (95,5 Prozent, Hummels: 93,5 Prozent) und spielte vor allem präzisere lange Bälle (70,8 Prozent, Hummels: 53,4 Prozent). Auch innerhalb des Teams ist Akanji sehr beliebt.