Bild: Florian Groeger

Abdou Diallo spielt in seiner ersten Saison beim BVB gleich eine bedeutende Rolle. Dabei überzeugt der 22-jährige Spieler sowohl als linker Verteidiger als auch im Abwehrzentrum.

Im einem Interview in der aktuellen Ausgabe des BVB-Mitgliedermagazins spricht er über Kommunikation in der Kabine, Freundschaften im Fußball, Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland sowie Trainer Lucien Favre.

Knapp zwei Jahre lebt Abdou Diallo nun in Deutschland. Im Juli 2017 wechselte er von der AS Monaco zu Mainz 05. Eine Saison später folgte der Schritt nach Dortmund.

Diallo über sein Deutsch: „Bin einen ganzen Schritt weiter als zu meiner Mainzer Zeit“

Was in Mainz begonnen wurde, setzt Diallo auch beim BVB fort. Zweimal die Woche wird fleißig Deutsch gelernt. Auch wenn es „sehr schwer“ sei, verbessere er sich kontinuierlich. „Ich bin da einen ganzen Schritt weiter als zu meiner Mainzer Zeit“, erklärt der im französischen Tours geborene Abwehrspieler.

Dabei haben es bereits einige fußballspezifische Begriffe wie „Tor“, „gewinnen“ oder „verteidigen“ in seinen Wortschatz geschafft. In der BVB-Kabine, wo mehr als ein halbes Dutzend Sprachen vertreten sind, bleibe Deutsch „die erste Sprache“, so Diallo.

Diallo: „Gute Persönlichkeiten“ und „positive Atmopshäre“ in der Kabine

Dass die Spieler nicht nur sprachlich, sondern auch menschlich miteinander auskämen, „ist schon sehr wichtig“ für den Erfolg, versichert Diallo. „Wir haben hier in Dortmund gute Persönlichkeiten in der Mannschaft und eine positive Atmosphäre in unserer Kabine.“

Als zwei Schlüsselfiguren identifiziert er Kapitän Marco Reus und Vize-Kapitän Lukasz Piszczek. Reus spreche viel in der Kabine, so Diallo. Piszczek zwar nicht oft, „aber wenn er redet, dann hat er etwas zu sagen.“ Besonders beeindrucke ihn die tägliche Arbeit des Polen. Damit sei er „ein Beispiel und Vorbild für alle.“

Diallo lobt deutsche Arbeitsmoral: „Spüre, dass ich mich dadurch verbessere“

Über Freundschaften im Profifußball sagt der 22-Jährige: „Freundschaft existiert (…) aber es ist wie in anderen Berufen: Man redet nicht immer mit allen, jeder hat sein eigenes Leben.“ In Dortmund treffe sich er häufiger mit Dan-Axel Zagadou und Raphael Guerreiro.

Nach 21 Monaten in Deutschland habe Diallo schon einen wesentlichen Unterschied im Vergleich zu seinem Heimatland festgestellt: die Mentalität. „In Deutschland wird einfach mehr gearbeitet, man hat hier eine andere Arbeitsmoral.“ Für ihn sei das allerdings von Vorteil. „Ich spüre, dass ich mich dadurch verbessere“, erklärt er.

Diallo über die französische Küche: „Einfach unvergleichbar“

Anders ist in zudem die Gastronomie. Und das Thema Ernährung spielt im Leben von Abdou Diallo eine wichtige Rolle. „Ich bin ein großer Esser“, gibt er zu. Und genau das bereite ihm Probleme in Deutschland: „Ich würde nicht sagen, dass das Essen in Deutschland nicht gut ist, aber in Frankreich ist es einfach unvergleichbar.“

Das Besondere läge in der Verschiedenheit der Küche zwischen den einzelnen Regionen. In Dortmund habe er bisher noch kein gutes französisches Restaurant gefunden.

Beim BVB ist Diallo ebenfalls noch auf der Suche. Nach seiner Stammposition. Obwohl als Innenverteidiger verpflichtet, absolvierte er in dieser Saison bereits 16 Spiele auf der linken Außenposition.

Diallo zu den häufigen Positionswechseln: „Nicht immer einfach“

Dank seiner Flexibilität kam der Defensiv-Allrounder in 35 von 40 Pflichtspielen zum Einsatz. Fünf Partien verpasste er wegen Verletzungen und einer Rotsperre. „Für mich“, so Diallo, „ist dieser Wechsel nicht immer einfach.“ Lucien Favre mache es ihm und den anderen allerdings leicht. Er zeige ihnen „seinen Weg“. Sie müssten dann „nur daran entlanggehen.“

Aktuelle BVB-Themen

Wohin ihn sein Karriereweg noch führen könnte, darüber macht sich Abdou Diallo noch keine Gedanken. Es gebe weder einen konkreten Plan, noch ein spezielles Ziel. „Ich will mich (…) nicht begrenzen, doch wo ich einmal landen werde, davon habe ich jetzt keine Ahnung“, sagt er. Eine Sache möchte Frankreichs U21-Kapitän aber unbedingt erreichen: den Sprung zur A-Nationalmannschaft.