Auf dem Weg zur Arbeit

A40-Geisterfahrer-Unfall: Opfer entschied sich vor Crash für fatale Änderung

Nach dem A40-Geisterfahrer-Unfall zwischen Bochum und Gelsenkirchen sprechen nun auch die Angehörigen des zweiten Opfers. Es überlebte schwer verletzt.

Bochum/Gelsenkirchen – Es war eine entscheidende Änderung in der Morgenroutine, die das Leben des Recklinghäusers Sven Woitas komplett auf den Kopf stellte. Der 36-Jährige ist das zweite Opfer einer Geisterfahrerin, die am 21. Oktober auf der A40 plötzlich (und wohl bewusst) wendete und an der Grenze zu Bochum und Gelsenkirchen einen schweren Unfall verursachte.

AutobahnA40
UnfallortStadtgrenze Gelsenkirchen / Bochum
Unfalldatum21. Oktober 2022

A40-Geisterfahrer-Unfall: Zweites Opfer änderte kurz vor Crash seine Morgenroutine

Woitas war an jenem schicksalsträchtigen Freitag, den ersten Tag nach seinem Familien-Urlaub in Holland, wieder auf dem Weg zur Arbeit. Weil er vor Schichtbeginn bei seiner Firma, der Carbotech in Essen, noch seine Wäsche im Spind sortieren wollte, entschied sich Woitas, fünf Minuten früher zur Arbeit zu fahren, als gewohnt. Eine fatale Entscheidung.

Doch offenbar hatte Woitas das wortwörtliche Glück im Unglück: „Es grenzt an einer Wunder, dass Sven nicht querschnittsgelähmt ist“, erzählt eine enge Freundin im Gespräch mit RUHR24. Bei dem Crash auf der A40 brach sich Sven Woitas einen Brustwirbel, also einen Knochen der Wirbelsäule.

Not-Operation in Bochum verhindert nach Geisterfahrer-Unfall auf der A40 schlimmere Folgen

Ärzte des Bochumer Bergmannsheils konnten den Knochen in einer Not-Operation rekonstruieren und mit Schrauben und Platten fixieren, erzählt die noch mitgenommene Ehefrau Nina gegenüber RUHR24.

Wie es mit dem Recklinghäuser nun weitergeht, ist aber ungewiss. In eineinhalb Jahren sollen die Platten wieder entfernt werden, dann folgt die zweite Reha. Ob Sven Woitas dann jemals wieder in seinem alten Beruf arbeiten kann, wissen selbst die Ärzte noch nicht. Wahrscheinlich sei es aber nicht.

Sven Woitas aus Recklinghausen wurde bei dem Geisterfahrer-Unfall auf der A40 bei Bochum und Gelsenkirchen schwer verletzt. Frau und Töchter pflegen ihn jetzt zu Hause.

Aktuell liegt Woitas viel in seinem Krankenbett, das seine Frau Nina (38) ins Wohnzimmer stellen ließ. So soll ihr Mann weiterhin am Familienleben teilnehmen können. Woitas könne aktuell zwar laufen, sei aber schnell aus der Puste. Den kompletten Haushalt schmeißt deswegen nun seine Frau. Das Paar hat zwei Töchter (5 und 9), die erstmal keine Ausflüge mehr mit ihrem Papa machen können (hier weitere NRW-News bei RUHR24 lesen).

Spendenaktion für zweites Opfer des A40-Geisterfahrer-Unfall ist gestartet

Inzwischen ist eine Spendenaktion für die Familie gestartet, bei der bis zum 1. November 37.000 Euro zusammengekommen sind. Damit sollen die Einnahmen ausgeglichen werden, die Woitas durch seinen langen Arbeitsunfall entgehen werden. Eine ähnliche Aktion läuft aktuell auch für die Familie des ersten Opfers des A40-Geisterfahrer-Unfalls, das dabei getötet wurde.

Sven Woitas änderte kurz vor dem Geisterfahrer-Unfall auf der A40 seine Morgenroutine – was sich später als fatal herausstellte.

Inzwischen hat die Obduktion ergeben, dass die 54-jährige Bochumerin bei ihrer tödlichen Geisterfahrt mit 1,1 Promille Alkohol im Blut unterwegs gewesen war. Das berichtet die WAZ unter Berufung auf Ermittler. Es sind Details, die den schicksalsträchtigen Unfall auf der A40 für die Familien der Opfer noch unerträglicher machen dürften.

Rubriklistenbild: © Nina Woitas

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