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Etliche Razzien im Dortmunder Norden gab es schon. Immer im Visier: Shisha-Bars. Und auch in den Lokalen des Bochumer Bermuda Dreiecks stehen immer wieder Beamte in Uniform und unterbrechen die gemütlichen Runden an den Wasserpfeifen. Städte und Polizei haben den Lokalen den Kampf angesagt, und es ist ihnen ernst – denn es geht auch um kriminelle Clans.

Im ganze Ruhrgebiet laufen seit dem vergangenen Jahr verstärkt Kontrollen in Shisha-Bars und anderen Szene-Lokalen. Dabei steht jedoch nicht das Rauchen der Wasserpfeifen im Fokus der Kontrollen, auch nicht die Einhaltung von Hygienstandards oder Bauvorschriften – es geht dabei um die Clan-Kriminalität. Denn die findet ihren Rückzugsort oft in Shisha-Lokalen.

Clans verbergen sich in Shisha-Bars

NRW geht seit Monaten hart gegen die Clan-Kriminalität vor. Im Dezember schon sprach NRW-Innenminister Herbert Reul von einer Strategie der „1000 Nadelstiche“. Gemeint sind Razzien in Shisha-Bars, Wettbüros, Spielhallen und einschlägigen Szene-Treffs.

Zuletzt berichtete RUHR24 im Januar über eine weitere Großrazzia im Ruhrgebiet. Bei der Razzia in der Nacht vom 12. Januar waren laut NRW-Innenministerium rund 1.300 Polizisten im Einsatz.

In Bochum kontrollieren Polizisten vor allem Shisha-Bars, die im Bermuda Dreieck inzwischen vor allem an der Brüderstraße zu Hauf gefunden werden können.

Bochum: Kunden stören sich an Razzia nicht mehr

Ebenfalls im Januar begleitete Herbert Reul eine Razzia, bei der auch das angesagte Bochumer Shisha-Café Huqqa durchsucht wurde. Laut Spiegel stört es dort aber schon niemanden mehr, wenn mal wieder Beamte im Laden stehen. Im Gegenteil, viele kennen das Prozedere schon: Musik aus, Licht an.

Warum es immer wieder zu Razzien in Shisha-Bars kommt? Laut Der Westen unterstellt die Polizei den Betreibern der Shisha-Lokale kriminelle Machenschaften. Alles unter dem Deckmantel des Wasserpfeifen-Konsums.

Und tatsächlich beschlagnahmen die Beamten von Zoll und Polizei bei nahezu jeder Razzia Drogen, Hehlerware, unversteuerten Tabak oder Waffen. Bei einer Razzia im Januar nahmen sie sogar einen Kollegen fest – einen 19-jährigen Kommissar-Anwärter.

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In NRW hat sich die Anzahl der Shisha-Lokale in den vergangenen Jahren jedenfalls vervielfacht. Der Staat vermutet dahinter Clans. Sie betreiben einige Lokale um im Hintergrund mit Geldwäsche, Hehlerei und Drogen Geld zu verdienen. Kriminelle Strukturen hätten sich längst verfestigt, so Reul im Dezember. Und genau dagegen laufen die Razzien in den Shisha-Bars – in Bochum, Dortmund und dem restlichen Ruhrgebiet.