Bild: Stadt Bochum

Bochum bekommt die erste Markthalle des Ruhrgebiets. Inzwischen werden die Pläne immer konkreter. Am 6. Juni will der Rat der Stadt endgültig alles fix machen. Das sind die neusten Details zum Projekt.

Frische Produkte einkaufen wie im Süden – Bochum träumt seit Jahren von einer Markthalle, wie es sie in Barcelona, Florenz oder anderen Großstädten in Europa gibt.

Auch in Berlin entstehen neue Markthallen - so wie etwa die Arminius-Markthalle in Moabit. Foto: dpa
Auch in Berlin entstehen neue Markthallen – so wie etwa die Arminius-Markthalle in Moabit. Foto: dpa

Die Stadt forciert seit Monaten das Projekt, erarbeitet in Werkstätten mit Bürgern und Experten Schritt um Schritt die Details. Und die machen mächtig Lust auf die Halle!

Lebensmittel im Fokus der Markthalle

Im Fokus der Markthalle – wie sollte es anders sein – sollen laut neusten Plänen die „top-inszenierten“ Lebensmittel sein. Mindestens zwei Anbieter je Warengruppe soll es dort dann geben.

Schenkt man den Plänen Glauben, sollen diese Produkte sogar preiswert sein und bewusste Verbraucher ansprechen. Heißt: Frische, saisonale, regionale und auch Bio-Ware soll es in der Markthalle in Bochum künftig geben. „Auch interkulturell“, heißt es in einem Papier einer Arbeitsgruppe, das nun nach und nach den politischen Gremien präsentiert wird.

Diese Gebäude in der Bochumer Innenstadt verändern in den kommenden Jahren ihr Aussehen. Quelle: Stadt Bochum
Diese Gebäude in der Bochumer Innenstadt verändern in den kommenden Jahren ihr Aussehen. Auf der rot markierten Fläche entsteht die Markthalle. Quelle: Stadt Bochum

Wie auch auf den Märkten der Stadt, sollen auch die Verkäufer in der Markthalle Kunden bestenfalls mit hoher Fachkompetenz beratend zur Seite stehen – zum Beispiel (und unter Vorbehalt) immer von Dienstag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr und mit langen Donnerstagen. Laut ersten Plänen soll die Halle aber auch nutzbar sein, wenn keine Marktzeiten sind.

Live-Cooking in Bochum für Besucher

Wer keine Lust auf Kochen hat, der soll in der Markthalle aber auch fertig zubereitetes Essen bekommen können. Bei „Live-Cooking“ sollen Kunden dann sogar bei der Zubereitung zusehen können. Die Gastronomie soll nach den aktuellen Plänen möglichst in den Handel integriert sein. So soll es gemeinsame Steh- und Sitzgelegenheiten für den Verzehr der Speisen geben.

So sollte der Telekomblock mit Markhallte künftig laut den Vorstellungen der Stadtgestalter aussehen, Grafik: Stadtgestalter
So sollte der Telekomblock mit Markhallte künftig laut den Vorstellungen der Partei „Stadtgestalter“ aussehen. Grafik: Stadtgestalter

So richtig ruhig wird es in „Bochums Speisekammer“ unterdessen wohl selten werden. Kulinarik-Events wie zum Beispiel Kochshows, Degustationen, Streetfood-Märkte und Kochbuchvorstellungen sollen für Abwechslung sorgen.

Architekten konkurrieren

Bis die Pläne für die Markthalle umgesetzt werden, kann aber noch einige Zeit verstreichen. Die Stadt Bochum lässt 25 Architekturbüros aus ganz Europa gegeneinander um den Bau der Halle konkurieren.

2000 Quadratmeter gilt es zu gestalten. Die Begriffe „derbe“ und „rough“ werden in den Planungen für den Stil der Inneneinrichtung genannt. Die Halle soll möglichst „steinernen Boden“ haben, der „in der Materialität Bezug zu Bochum und dem Umfeld hat“.

Einheitliche Marktstände

Und auch was die Marktstände selbst betrifft, haben die Planer eine ziemlich konkrete Vorstellung: Möglichst zurückhaltend ohne Leuchtreklame und ohne Bilder und Plakate sollen die Händler ihre Ware anbieten.

Das beste Konzept aus dem EU-weiten Realisierungswettbewerb soll dann bis 2023 fertiggestellt sein.

Info

Nicht nur die Markthalle gehört zum Komplex „Haus des Wissens“, das die Stadt Bochum aktuell plant. Auch die bisherige Zentralbibliothek, die Volkshochschule Bochum und die UniverCity bekommen in Sichtweise zum Bochumer Rathaus im alten Schlegelhaus ein neues Zuhause. 90 Millionen Euro soll das komplette Projekt kosten.

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