Verein aus Bochum zeigt an Karfreitag Jesus-Satire - und lädt danach zum Tanz

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Szene aus "Das Leben des Brian". Ein Verein aus Bochum darf den Film am Karfreitag zeigen. Foto: ARD

Bochum/NRW - Ein Verein aus Bochum darf an Karfreitag den Monty-Python-Film "Das Leben des Brian" zeigen. An einem stillen Feiertag ist das eigentlich verboten.

Ein Verein aus Bochum darf an Karfreitag ausnahmsweise den Monty-Python-Film "Das Leben des Brian" zeigen. An einem stillen Feiertag ist das eigentlich verboten. Die Bezirksregierung Arnsberg macht aber eine Ausnahme.

Jesus hängt am Kreuz und singt "Always Look on the Bright Side of Life" - die Kreuzigungsszene in dem Monty-Python-Klassiker "Das Leben des Brian" von 1979 ist legendär. Diesen Film ausgerechnet an Karfreitag zeigen zu wollen, kann man geschmacklos finden.

Aber genau das macht der Verein "Religionsfrei im Revier" seit sechs Jahren. Zunächst unter Strafandrohung. Wie bereits im vergangenen Jahr erlaubt die Bezirksregierung Arnsberg die Aufführung des Films am 19. April im Riff in Bochum - mit anschließender Disco.

"Ausnahme" vom "ernsten Charakter"

Auf seiner Internetseite frohlockt der Verein geradezu: "Damit sind die Bestimmungen des Feiertagsgesetzes faktisch von der Bezirksregierung als bedeutungslos erklärt worden."

Doch die Bezirksregierung führt nur aus, was der Gesetzgeber vorgebe, sagt Christoph Söbbeler, Leiter der Pressestelle. "Das sind Ausnahmeentscheidungen", sagt er, die es bei so grundsätzlichen Regelungen geben müsse. Und zwar nicht nur für religiöse Menschen.

Grundlage ist zunächst das Feiertagsgesetz NRW. Und das verbietet am Karfreitag erstmal fast alles, was Spaß machen könnte und damit den "ernsten Charakter der stillen Feiertage" stören könnte. Unter anderem 750 Filme, die nicht öffentlich gezeigt werden dürfen - eben auch "Das Leben des Brian".

Dem entgegen steht aber eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Das hatte bereits 2016 entschieden, dass Ausnahmen möglich sein müssen. Etwa wenn die Teilnehmerzahl überschaubar sei und die Auswirkungen auf den öffentlichen Stillecharakter gering seien.

Verein hat größeres Ziel

Das ist auch bei der Veranstaltung des Vereins "Religionsfrei im Revier" am Karfreitag so. Deshalb darf er auch fast 2.000 Jahre nach der Kreuzigung einen witzigen Film darüber zeigen.

Doch zufrieden ist der Verein noch lange nicht. Sein größeres Ziel: "Das Feiertagsgesetz vom obersten Gericht als verfassungswidrig eingestuft zu bekommen."