Gefährlicher Kampf um Freiheit

Rapper Toomaj Salehi: Familie aus Bochum befürchtet Todesstrafe im Iran

Freiheitsaktivist und Rapper Toomaj Salehi ist am 30. Oktober im Iran festgenommen worden. Seine Familie in Bochum befürchtet eine Hinrichtung.

Bochum – „Unsere Schwerter sind unsere Herzen“: Das sind die lyrischen Worte von Toomaj Salehi. Er ist Iranischer Rapper und Aktivist, setzt sich für den Frieden ein und dafür, dass die Menschenrechtsverletzungen im Iran ein Ende nehmen. Nun muss sich die Familie des mutigen Aktivisten extreme Sorgen machen.

Human Babady aus Bochum war selbst Gerechtigkeits-Kämpfer im Iran

Denn der 33-Jährige sitzt in einem Iranischen Gefängnis. Sein Onkel, Human Babady, lebt in Bochum. Er ist sich sicher, dass sein Neffe nicht lebend zurückkommen wird. Es gibt nur einen Funken Hoffnung.

Human Babady war früher Gerechtigkeits-Kämpfer im Iran. Die Gefahren, die mit seinem Einsatz einhergingen, zwangen ihn zur Flucht. Heute führt er einen Copy-Shop in Bochum. Gegenüber des WDR stellt er klar: „Wir haben alle Angst.“ Am 8. Dezember wurde bereits ein anderer Demonstrant, der 23-Jährige Musiker Mohsen Schekari, im Iran hingerichtet.

Der Bochumer bangt jetzt um das Leben seines Neffen. Schließlich ist es nun unübersehbar, dass Demonstranten im Iran eingesperrt, gefoltert und hingerichtet werden. Toomaj Salehi ist dieser Gefahr unmittelbar ausgesetzt. Das Nachrichten-Magazin Welt betitelt ihn überdies als „ein Gesicht der neuen iranischen Revolution“.

Toomaj Salehi: Neffe eines Bochumers wird im Iran festgehalten und gefoltert

Mithilfe von Instagram hat der 33-Jährige den Kampf für Freiheit im Iran verbreitet. Dort hat er eine Million Follower. Angaben der Welt zufolge habe Toomaj Salehi vor seiner Verhaftung die Instagram-Login-Daten an eine Frau in Deutschland gegeben. Sie solle sich weiterhin für diejenigen stark machen, die keine Stimme haben und sich auf die Perspektiven der Demonstrierenden fokussieren (weitere News aus NRW bei RUHR24 lesen).

Das letzte, was seine Familie in Bochum von ihm gehört hat, seien Geständnisvideos der Staatsmacht gewesen. Toomaj Salehis Onkel beteuert, dass sein Neffe zu den Aussagen in den Videos gezwungen wurde. Auf Instagram zeigt das Profil Spuren der Folter, die auf den Videos zu erkennen sind. Knochen seines Gesichts, seiner Hände und Finger seien gebrochen. Auch am Nacken habe er Verletzungen.

Die Familie aus Bochum sieht internationale Aufmerksamkeit als einzige Chance für den Rapper

Human Babady erzählt dem WDR, dass das iranische Regime seit mehr als 40 Jahren Foltermethoden anwende und so Menschen unterdrücke, die sich gegen das Regime wenden. Zurzeit betreffe das etwa 20.000 inhaftierte Menschen. Sein Neffe, so bekräftigt der Bochumer, sei kein Einzelfall.

In Köln wurde gegen das Regime im Iran demonstriert: Familienangehörige von Toomaj Salehi und viele andere fordern internationalen, politischen Druck und die Freilassung des 33-Jährigen.

„Wir dürfen nicht einfach wegschauen“, sind die klaren Worte von Human Babady – und seine einzige Hoffnung auf eine Freilassung seines geliebten Neffen. Der Bochumer sieht nur eine mögliche Lösung: politischer Druck und Aufmerksamkeit aus dem Ausland. Angehörige, Organisationen, Aktivistinnen und Aktivisten organisieren auch in NRW Demonstrationen gegen das Regime und für die Freiheit im Iran.

Aktuelle Situation im Iran

Wer sich mehr mit dem Thema Iran auseinander setzen möchte, findet Informationen bei Organisationen wie Amnesty International. Die Nicht-Regierungs-Organisation setzt sich für weltweite Menschenrechte ein.

Ein derzeitiger Fokus der Organisation sind die Menschenrechtsverletzungen im Iran. Auf der Webseite kann man sich über aktuelle Untersuchungen und Aktivismus informieren.

Rubriklistenbild: © NurPhoto/Imago

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