Bild: Augusta Klinik

Für die Liebe ist es nie zu spät. Für eine Hochzeit schon gar nicht. Beweisen tut das nun ein Paar aus Bochum, das sich auf der Palliativstation der Augusta Kliniken in Bochum das Ja-Wort gegeben hat.

  • Der Bräutigam hat Krebs im Endstadium.
  • Trotzdem wollte er seine Freundin noch heiraten.
  • Beide gaben sich schließlich auf der Palliativstation der Augusta Kliniken in Bochum das Ja-Wort.

Andreas Jäschke hat Blasenkrebs im Endstadium. Und sein größter Wunsch war es, so kurz vor seinem bevorstehenden Tod, noch seine geliebte Iris zu heiraten. Und sein Wunsch sollte in Erfüllung gehen. Am Donnerstag (22. August) heirateten die beiden auf der Palliativstation der Augusta Kliniken in Bochum.

Erst vor rund einer Woche rührte ein ähnlicher Fall in Dortmund zu Tränen. Dort heiratete im Klinikum ein Paar auf der Intensivstation.

Hochzeit in den Augusta Kliniken in Bochum war ein großer Wunsch

Das, was sich in den Augusta Kliniken an dem warmen Augusttag abgespielt hat, nennt das Krankenhaus selbst „Not-Hochzeit“. Denn das Pärchen, das sich an dem Tag das Ja-Wort gegeben hat, wird die traute Zweisamkeit nicht mehr lange erleben können. Der Bräutigam hat Blasenkrebs und wird bald sterben. Und doch wünschte er sich noch, aus seiner Freundin seine Frau zu machen.

Iris Bahl heiratete auf der Palliativstation in Bochum ihren Freund Andreas Jäschke. Foto: Augusta Klinik

Am 22. August haben die beiden leidenschaftlichen Biker, die dem Motorradclub „Flying Death“ („fliegender Tod“) aus Witten angehören, auf der Terrasse der Palliativstation in den Augusta Kliniken in Bochum geheiratet. Mit dabei waren ihre Freunde, die die „bewegende, aber durchaus auch tränenreiche Zeremonie“ mitgefeiert haben.

Hochzeit war ohnehin geplant

Wie die behandelnden Ärzte aus der Klinik in Bochum berichten, war es der letzte Wunsch des Sicherheitsmannes, „die ohnehin geplante Hochzeit doch noch zu erleben“. Der Satz „Bis dass der Tod euch scheidet“ bekommt dabei eine ganz neue Bedeutung.

Das Paar feierte mit Freunden und dem Personal. Foto: Augusta Klinik

Innerhalb eines Tages war die Hochzeit geplant. Nur zwei Tage zuvor war Andreas Jäschke auf der Palliativstation in Bochum aufgenommen worden, erzählt seine behandelnde Ärztin, Levke Hähnle. Und es war, wie die Klinik mitteilt, fast „ein kleines Wunder“, dass alle Beteiligten sowie Stationsleiterin Claudia Jöhring die Zeremonie in so kurzer Zeit auf die Beine stellten.

Alle glaubten, der Bräutigam hätte den Krebs besiegt

Dass es so kommen würde, hätte vor ein paar Jahren niemand geahnt. „Wir haben sicher geglaubt“, erzählt Iris Bahl, „dass Andreas den Blasenkrebs 2015 besiegt hatte, denn wir hatten einige Jahre Ruhe.“ Doch dem war nicht so. Die heimtückische Krankheit kehrte im Herbst 2018 zurück. Ein chirurgischer Eingriff war unumgänglich.

„Am 29. Juli hatte Andreas die Not-Operation“, erinnert sich Iris Bahl. „Den Termin zur Bestellung unseres Aufgebots hatten wir einen Tag später und mussten dann natürlich absagen.“ Doch das Schicksal meint es gut mit den beiden und so wurden Andreas und Iris nun doch noch Mann und Frau. Auch wenn die Klinik in Bochum ein doch eher ungewöhnlicher Ort dafür ist.

Der Bräutigam freut sich sehr über die Hochzeit, auch wenn sie ihn viel Kraft kostete. „Ich hatte gedacht, er wollte das gar nicht“, sagt die Braut, „aber es war ganz eindeutig sein Wunsch.“