Bild: Bianca Schwingenheuer/Dortmund24

Der Christopher Street Day (CSD) kommt nach Bochum: Am Samstag (20. Juli) feiern rund 500 Menschen dort für mehr Toleranz, nicht nur gegenüber Lesben und Schwulen. Die Polizei hat die Demo bereits genehmigt.

  • Die Demo beginnt am 20. Juli mit einem Parkfest
  • Christopher Street Day feiert Jubiläum
  • Organisatoren klagen über Gewalt gegenüber queeren Menschen

Update, Samstag (20. Juli), 16.32 Uhr: Heute ist es soweit: Um 17 Uhr beginnt der Christopher-Street-Day (CSD) in Bochum. Dort startet er nicht wie eigentlich geplant mit einem Parkfest im Appolonia-Pfaus-Park. Das war vom Grünflächenamt Bochum nicht genehmigt worden.

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Gepostet von CSD Bochum am Samstag, 20. Juli 2019

Doch davon ließen die Veranstalter sich nicht abhalten: Nun findet der Auftakt der Pride-Veranstaltung auf dem Husemannplatz statt. Dort informieren zahlreiche Stände über queere Themen, auf der Bühne gibt es Rede- und Musikbeiträge. Ab 20 Uhr soll der Demo-Zug dann durch die Bochumer Innenstadt zum Schauspielhaus ziehen.

+++ Kommentar: Christopher Street Days im Ruhrgebiet – Bitte mehr davon! +++

Erstmeldung, Samstag (8. Juni), 14.51 Uhr: „Auf die Straße für „queere“ Emanzipation!“ Mit dem Aufruf wirbt der CSD Bochum für die Demonstration am Samstag (20. Juli). Es ist das erste Mal, dass der Umzug in Bochum stattfindet. Doch dabei bleibt es im Ruhrgebiet nicht: Gleich in vier Städten gibt es im Pott dieses Jahr einen CSD.

Die Demo in Bochum mit rund 500 Leuten beginnt um 17 Uhr mit einem Parkfest im Appolonia-Pfaus-Park. Dort gibt es ein Bühnenprogramm und Stände von verschiedenen Initiativen. Drei Stunden später, um 20 Uhr, zieht dann die Tanzdemo durch die Innenstadt. „Parkfest und Demo sind nicht nur offen für queere Menschen, sondern für alle, die unsere Forderungen teilen und gemeinsam mit uns für diese kämpfen wollen“, schreiben die Veranstalter auf ihrer Website.

Erinnerung an eine Razzia vor 50 Jahren

Beim CSD fordern die Organisatoren mehr Toleranz und Sichtbarkeit für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Intersexuellen sowie Asexuellen und anderen Queers.

Auslöser für den ersten Christopher Street Day war eine Razzia in dem Lokal Stonewall Inn auf der Christopher Street, New York. Ende Juni 1969 führte die Polizei, gestützt von homosexuellenfeindlichen Gesetzen, mehrere Personen ab und misshandelte sie. Das rief heftige Proteste hervor: Viele aufgebrachte Menschen aus der Nachbarschaft strömten zum Lokal und wehrten sich gegen die Aktion der Polizei.

Queere Menschen häufig Opfer von Gewalt

Seitdem protestieren Mitglieder der LGBTQ-Community jedes Jahr gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. 50 Jahre später hat sich laut den Organisatoren des CSD in Bochum mit der Ehe für Alle bereits viel geändert.

Trotzdem sagen sie: „Queere Menschen sind immer noch überdurchschnittlich viel Gewalt, Anfeindungen und Diskriminierung ausgesetzt.“ Seitens rechter und konservativer Parteien gehe es mit den Rechten für Homo- und Transsexuelle eher rückgängig.

Am 14. September startet der CSD auch in Dortmund. Letztes Jahr kam außerdem der erste Trans-CSD nach Dortmund. In Essen findet jährlich die größte CSD-Party im Revier statt: Rund 10.000 Menschen feiern dort am 10. August für mehr Toleranz. Der Kölner Christopher Street Day hat schon eine besondere Aktion für die Demo am 7. Juli geplant: Gleichgeschlechtliche Ampelpärchen.