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Die Polizei in Bochum ist aktuell auf der Suche nach einem mysteriösen Sprayer, der seit über einem Jahr Statuen der Stadt „vergoldet„.

  • Die Statue in Bochum-Hofstede ist die vierte, die ein oder mehrere Sprayer „vergoldet“ haben.
  • Seit August 2018 gibt es in der Universitätsstadt diese Fälle von Sachbeschädigung.
  • Die Statuen haben auf den ersten Blick keine besonderen Gemeinsamkeiten.

Bochum: Nächste Staute „vergoldet“

Er – oder sie – hat es schon wieder getan! In Bochum ist die nächste Statue durch einen mysteriösen Sprayer „vergoldet“ worden.

An diesem Wochenende musste der sogenannte „Knochen-Karl“ dran glauben. Die Statue steht an der Vierhausstraße, im Stadtteil Hofstede. Das Denkmal aus dem Jahr 1937 ist von Joseph Enseling. Es soll an im Ersten Weltkrieg umgekommene Bergarbeiter erinnern. In Bochum kam es außerdem zu einem Verkehrsunfall, als ein fahrerloser Bus mehrere Autos rammte.

„Knochen-Karl“ soll an gestorbene Bergarbeiter erinnern

Auf einer Bodenplatte ist zu lesen, dass das Denkmal an die 475 Toten erinnert, die die Zeche „Vereinigte Constantin der Große“ in Folge des Ersten Weltkrieges zu beklagen hatte. Auf Grund seines markanten Körperbaus bekam die Statue den Spitznamen „Knochen-Karl“.

Der ist nicht das erste Opfer des mysteriösen Sprayers von Bochum. Bereits mit goldener Farbe besprüht wurden im August 2018 folgende Statuen:

  • die Statue der Schauspielerin Tana Schanzara, die am Schauspielhaus steht.
  • der Jobsiade-Brunnen in der Innenstadt am Husemannplatz. Der Brunnen erinnert an ein literarisches Werk des Bochumer Arztes Carl Arnold Kortum.
  • der Fortuna-Brunnen (Jungmädchen-Brunnen) im Rosengarten des Bochumer Stadtparks.

Während die Tana-Schanzara-Statue und der Jobsiade-Brunnen nur dekorativen Charakter haben, gilt der Jungmädchen-Brunnen als ein Kunstwerk von Rang.

Bereits im August vergangenen Jahres gab es erste kritische Stimmen zu den Sprühattacken auf die Bochumer Statuen. „Ich halte das für einen Akt des Vandalismus“, sagte Bochums Museumsdirektor Hans Günter Golinski der WAZ nach der Verschandelung der ersten Statuen. Den Tätern mangle es an Respekt für die künstlerische Arbeit.

Nach allen vier Taten konnte die Polizei noch keinen Sprüher ermitteln. Das Bochumer Kriminalkommissariat 31 bittet unter den Rufnummern 0234 / 909-8105 sowie 0234 / 909-4441 (Kriminalwache) um Zeugenhinweise.

S1 von Sprayern verschandelt

Nicht nur Statuen sind in Bochum immer wieder Opfer von Sprayern, sondern auch Züge. Im Frühjahr kassierte die S1 Am S-Bahnhof Ehrenfeld ein Riesen-Graffito.