Bild: Stadt Bochum

Der Hitze-Sommer setzt nicht nur den Menschen, sondern auch den Bäumen im Ruhrgebiet zu. Die Stadt Bochum muss jetzt reagieren – auch weil Gefahr für Anwohner besteht.

  • Manche Bäume in Bochum kommen mit dem Klimawandel und der damit einhergehenden Hitze nicht zurecht.
  • Im Bochumer Süden müssen jetzt aus Sicherheitsgründen einige Rotbuchen gefällt werden.

Seit Wochen ist in und rund um Bochum wenig Regen gefallen. Im Gegenteil: Sonne und Temperaturen bis zu 40 Grad setzten der Natur ordentlich zu. Das macht sich nun nach und nach auch an Bäumen bemerkbar.

Rotbuchen müssen gefällt werden
Durch Hitze und Trockenheit geschädigte Rotbuchen in Bochum-Dahlhausen müssen gefällt werden. Foto: Lutz Leitmann/Stadt Bochum

Die Stadt Bochum muss im Stadtteil Dalhausen, unweit der Ruhr, zehn abgestorbene Rotbuchen fällen lassen. Die mehr als 100 Jahre alten Bäume stehen auf einem Steilhang. Würden sie kippen, bestünde Gefahr für Leib und Leben.

Bäume werden nicht mehr mit der Hitze fertig

„Diese Rotbuchen werden nicht mehr mit der Veränderung des Klimas fertig“, erklärt Forsttechniker Gerald Sell. Weil die Bäume fast auf nacktem Fels stehen, mit nur ganz wenig Erde zwischen den Wurzeln, drohen sie zu kippen.

Sell: „Der Hang liegt in Süd-West-Ausrichtung, das heißt, die Sonne scheint den ganzen Tag darauf. Dann hat es seit vier, fünf Jahren zu wenig geregnet – das schafft diese Art einfach nicht.“

Äste lösten sich von Baum in Bochum

Ganz unbegründet ist die Sorge vor fallenden Bäumen oder Ästen nicht. Erst vor drei Wochen hatte sich in Bochum aufgrund der Trockenheit ein Ast von einer Buche gelöst und war zu Boden gefallen – zum Glück ohne Schaden anzurichten.

Die Städte im Ruhrgebiet unterdessen fordern ihre Bürger dazu auf, vor allem jungen Bäumen in der Trockenperiode täglich mit Wasser zu versorgen. Täglich ein Eimer Wasser mit etwa 10 Litern wäre hilfreich, so die Städte.

Die Stadt Bochum ließ Bäume derweil zum Teil sogar mit Wasserwerfern der Polizei bewässern. Außerdem setzt die Stadt seit diesem Jahr auf sogenannte Tree Bags, die auch in Unna genutzt werden. Die grünen Beutel umschließen junge Bäume am unteren Teil des Stamms und spenden dauerhaft Wasser, wenn sie damit aufgefüllt werden.

Die Stadt Bochum setzt seit neustem sogenannte Tree Bags ein, um ihre Bäume zu schützen. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
Die Stadt Bochum setzt seit neustem sogenannte Tree Bags ein, um ihre Bäume zu schützen. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Die Bäume in den Straßen spenden nicht nur Schatten, sondern können aus CO2 und Sonnenlicht Biomasse und Sauerstoff produzieren und das giftige CO2 dauerhaft binden.