Bochum: Schädelbrüche nach Streit am Bermuda-Dreieck - keine harten Strafen für Angreifer

+
Streit im Bermuda-Dreieck Bochum eskaliert: Täter kommen mit milden Strafen davon. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Bochum/NRW - Bei einem Streit im Bermuda-Dreieck in Bochum sollen 2017 zwei junge Männer einem 24-Jährigen den Schädel eingetreten haben. Das Gericht urteilte milde.

Bei einem Streit im Bermuda-Dreieck in Bochum sollen 2017 zwei junge Männer einem 24-Jährigen den Schädel eingetreten haben. Warum das Gericht trotzdem milde urteilte.

  • Die beiden jungen Männer sollen nach einem Streit im Bermuda-Dreieck hemmungslos auf den 24-Jährigen eingetreten haben.
  • Ein Gericht in Bochum verurteilte sie nun zu milden Strafen.
  • In dem Prozess konnte nicht geklärt werden, wer dem Opfer ins Gesicht getreten hatte.

Bochum: Opfer bei Angriff im Bermuda-Dreieck schwer verletzt

Der Streit um eine Vodkaflasche ist Ende September 2017 völlig eskaliert. Zwei junge Männer, heute 22 und 24 Jahre alt, griffen vor dem "Sachs" im Kneipenviertel Bermuda-Dreieck in Bochum einen damals 24-Jährigen an.

Laut Anklage sollen sie ihn zu Boden gebracht und mehrfach auf ihn eingetreten haben. Dafür wurden sie nun von einem Gericht in Bochum zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt. Das berichtet die WAZ.

Bermuda-Dreieck: 24-Jähriger trägt Schädelbrüche davon

"Der Geschädigte soll durch das Handeln der Angeklagten erheblich verletzt worden sein", steht in der Anklageschrift. Er trug Brüche des Schädels und der Gesichtsknochen davon. Mit den Tritten brachen die Angeklagten ihm unter anderem die Nase und den Augenhöhlenboden. Im Bermuda-Dreieck kommt es immer wieder zu Schlägereien. Außerdem führt die Polizei regelmäßig Razzien aufgrund von Clan-Kriminalität durch.

Das Opfer lag laut Gericht zehn Tage lang im Krankenhaus. Die Brüche wurden mit Metallplatten behandelt. Noch heute seien die Verletzungen von damals zu sehen, berichtet die Zeitung.

Gericht in Bochum fällt mildes Urteil

Das Gericht in Bochum sei sich demnach in seiner Urteilsverkündung sicher gewesen: Einer der Angeklagten habe dem Opfer gegen den Kopf getreten. Doch das Urteil fällt trotzdem milde aus: Der ältere Angeklagte bekommt ein Jahr auf Bewährung und muss 2.000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer zahlen. Der jüngere Angeklagte wurde laut WAZ nach Jugendstrafrecht verurteilt. Auch er muss 2.000 Euro zahlen.

Weil der Geschädigte sich wegen seiner schweren Verletzungen nicht an die Tat erinnern kann, konnte das Gericht in Bochum die jungen Männer nur wegen der vorherigen Schläge verurteilen. Denn auch wegen widersprüchlicher Aussagen konnten keinem der Angeklagten die Tritte zugerechnet werden.

Keiner der Beiden hatte die Tat gestanden. Sie seien nicht vorbestraft und lebten in gefestigten Verhältnissen. Zudem seien sie alkoholisiert gewesen, weshalb das Gericht eine verminderte Schuldfähigkeit nicht ausschließen konnte.

In Bochum kam es nun zu einer brisanten Massenschlägerei. Mit Äxten und Mistgabeln bewaffnet gingen dabei rund 20 bis 30 aufeinander los. Die Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Außerdem hat eine damals 15-jährige Tochter aus Bochum ihre Mutter mit einem Messer niedergestochen. Allerdings steht die Mutter jetzt selbst wegen ihrer Taten vor Gericht.