Schutz für Radfahrer

Bochum: Spezialradweg auf Hauptverkehrsstraße kommt – aber es gibt einen Haken

Radfahrer in Bochum dürfen sich freuen: Die Stadt plant einen speziellen Radweg in die City. Doch vorerst ist der Plan nur halbgar.

  • Bochum plant eine in Deutschland seltene Art von Radweg.
  • Fahrradfahrer sollen sich darauf besonders sicher fühlen.
  • Vom ADFC gibt es dafür aber Kritik.

Bochum – Gerade während der Corona-Pandemie sind im Ruhrgebiet viele Menschen auf das Fahrrad gestiegen. Noch scheint der Trend sich vor allem im Freizeitverhalten zu zeigen – an den Wochenenden sind die Radwege im Pott voll. Doch auch im Bereich des täglichen Verkehrs wollen Städte wie Bochum mehr Menschen aufs Fahrrad bekommen.

Stadt

Bochum

Fläche

145 km²

Bevölkerung

372.193 (2019)

Bochum: Stadt baut "Protected Bike Lane" - Kritik am Radstreifen

Nun hat die Universitätsstadt ein Projekt ins Leben gerufen, dass Radfahrern in der Stadt ein größeres Gefühl von Sicherheit geben soll. Gerade auf Hauptverkehrsstraßen wie der Universitätsstraße fühlen sich viele Radler nicht wohl. Dabei hat die Straße gerade in City-Nähe einen großzügigen Radweg.

Doch ein paar Meter weiter düsen Autos auf der zweispurigen Strecke mit mindestens Tempo 60 an den Radlern vorbei. Sicher fühlen sich hier wenige, wie an vielen Städten im Ruhrgebiet, wo der Ausbau der Radinfrastruktur nur langsam vorangeht.

Ein geschützter Radstreifen – eine sogenannte Protected Bike Lane soll daher nun für Ruhe sorgen. Ausgestattet ist dieser mit sogenannten "Hochborden", also Bordsteinen, die eine physische Barriere zu Autos, Motorrädern und Co. bilden sollen. Die Stadt Bochum will bis Ende Oktober 2020 mit den Arbeiten fertig sein.

Bochum: ADFC kritisiert Bau von "Protected Bike Lane"

Doch ganz ohne Haken ist das 125.000 Euro teure Projekt nicht. Denn fürs Erste soll nur ein kleiner Abschnitt der viel befahrenen Straße zwischen Bochums City und der Ruhr-Universität mit dem Spezialstreifen ausgestattet werden. 500 Meter zwischen dem Waldring und der Wasserstraße hat sich die Stadt für das Projekt vorgenommen.

Vom Fahrradverband ADFC gibt es dafür Kritik. Dem Projekt fehle es aufgrund seiner geringen Größe an Strahlkraft. "Wir fragen uns, wie mit dieser Ausführung, auf einem so kurzen Stück, in diesem Umfeld sich eine Pilotwirkung einstellen soll, die auf weitere Planungen positiv ausstrahlt", heißt es in einer Stellungnahme des Kreisverbandes Bochum.

Wie hier in Wiesbaden könnte die Protected Bike Lane in Bochum künftig auch aussehen.

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Die Stadt Bochum zeigt sich hingegen optimistisch: "Bei positiven Erfahrungen ist es denkbar, weitere geschützte Radfahrstreifen im Stadtgebiet anzulegen", kündigt sie an.

Rubriklistenbild: © Daniele Giustolisi/RUHR24

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