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US-Unternehmen will in Bochum schließen

Ein Unternehmen aus den USA plant drastischen Sparmaßnahmen. Für den QVC-Standort in Bochum bedeutet das gewissermaßen das Aus.

Bochum – Viele Unternehmen setzen seit Corona vermehrt auf Home-Office. Das spart Ressourcen wie Strom sowie Wasser im Büro und kommt Arbeitnehmern oft entgegen. Klappt das Konzept gut, können Firmen ihren Standort sogar verkleinern, um Miete zu sparen. Ein Unternehmen aus Bochum geht nun einen noch drastischeren Schritt, wie RUHR24 weiß.

UnternehmenQVC, Bochum
Gründung13. Juni 1986
HauptsitzWest Chester, Pennsylvania, Vereinigte Staaten

QVC will Standort in Bochum schließen – Mitarbeiter müssen nachhause gehen

Es geht um ein Call-Center von QVC. Die Marke ist seit Jahren bekannt für seinen gleichnamigen Teleshopping-Sender. Interessierte haben die Möglichkeit, sich die Werbe-Show anzusehen und für das Produkt was sie interessiert anzurufen. Insbesondere vor dem Boom des Online-Handels ging das Konzept gut auf.

Zahlreiche Staubsauger, Wischer oder auch Schmuck wurden so an den Mann oder die Frau gebracht. Doch viele TV-Quoten in Deutschland brechen immer öfter ein. Die Menschen steigen aufs Online-Geschäft um. Auch QVC besitzt einen Online-Shop (mehr News aus Bochum bei RUHR24).

Ende für QVC in Bochum? Drastische Sparmaßnahmen im Ruhrgebiet

Das Call-Center in Bochum ist allerdings logischerweise an die Sendung gebunden. Die wird zwar mittlerweile auch auf Social-Media gestreamt, dürfte dennoch die Glanzzeiten hinter sich haben. Das Unternehmen will sich in Zukunft stärker auf die Online-Ausstrahlung der Sendung fokussieren. Hierfür werden Mitarbeiter in Telearbeit benötigt. Also vom Telefon geht es an den PC.

Der Standort hat nun dafür Home-Office für alle Beschäftigten veranlasst. Die Angestellten werden also neu ausgestattet und umgeschult. Dass die Mitarbeiter nachhause geschickt werden, kann als Grund zur Sorge gedeutet werden. Es ist fraglich, ob jüngere Generationen dem Modell Teleshopping treu bleiben.

Zunächst will QVC in Bochum allerdings nur das Geld für den Standort an sich – also die Miete – einsparen. Stimmt der Betriebsrat zu, wird das Gebäude wohl verkauft. Personal soll erstmal nicht entlassen werden. Aufatmen für die knapp 500 Angestellten also. Allerdings ist die Zahl der Mitarbeiter in den letzten Jahren stark gesunken.

QVC in Bochum muss sparen – Mitarbeiter werden künftig von Kassel aus betreut

Einst hatten fast 1000 Angestellte im Technologie-Quartier gearbeitet. Wie der Stadt-Spiegel berichtet, besitzt QVC seit 20 Jahren den Standort in Bochum-Querenburg. In Zukunft passiert das Controlling von QVC von einem anderen Standort aus:

QVC schickt seine Mitarbeiter aus Bochum dauerhaft ins Home-Office (Symbolbild).

„Mit Blick auf die bisherige und zukünftige Entwicklung des Anrufvolumens hin zu digitalen Bestellwegen und zur Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit plant QVC Deutschland, den Contact Center-Betrieb ausschließlich vom Standort Kassel aus zu führen“, heißt es von einem Unternehmenssprecher.

Wer nicht ins Home-Office will, soll auch die Möglichkeit bekommen, von dort aus zu arbeiten. Auch für ein Unternehmen aus Dortmund sieht es aktuell nicht gut aus. Die Bundesregierung hat einen Verkauf an chinesische Investoren verboten.

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

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