Polizei im Einsatz

Ruhr Park Bochum: Aktivisten blockieren Einkaufszentrum - mehrere Personen in Gewahrsam

+
Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Collage: RUHR24

Linkspolitische Aktivisten haben eine Zufahrt zum Einkaufszentrum Ruhr Park in Bochum blockiert. Die Polizei musste eine Ausfahrt der A40 sperren.

  • Im Gebiet des Ruhr Parks in Bochum gab es am Montag (23.  Dezember) einen Polizeieinsatz. 
  • Aktivisten hatten die Zufahrt mit mehreren Hilfsmitteln blockiert. 
  • Der Einsatz sorgte für Verkehrsprobleme auch an der A40.

Update, 23. Dezember, 17.00 Uhr: Wie der Twitter-Account "AlleJahreWiderstand" der Aktivisten berichtet, sind mittlerweile fünf von ihnen aus dem Polizei-Gewahrsam entlassen worden. Die Aktivisten wollen sich solidarisch zeigen und bleiben in der Nähe der Polizeiwache in Bochum.

Update, 23. Dezember, 14.15 Uhr: Mittlerweile hat sich auch die Polizei Bochum in einer offiziellen Mitteilung geäußert. Demnach wurden insgesamt neun Personen in Gewahrsam genommen. Außerdem wurden Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, Nötigung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr eingeleitet. 

Gegen 14 Uhr wurden die polizeilichen Maßnahmen vor Ort abgeschlossen und die Verkehrssperrungen aufgehoben. Auch die zuvor gesperrte Ausfahrt der A40 ist wieder frei.

Update, 23. Dezember, 13.44 Uhr: Laut dem Twitter-Account "AlleJahreWiderstand" wurden mittlerweile alle Aktivisten geräumt. Hierzu schreibt der Account: "Mehr als 7 Stunden haben wir die Zufahrt zum Ruhr Park blockiert. Seid widerständig, startet eigene Aktionen! Wir kommen wieder!"

Erstmeldung: 23. Dezember, 13.12 Uhr: Bochum - Aktivisten verschiedener autonomer Gruppen haben am frühen Montagmorgen (23. Dezember) die Zufahrt zum Einkaufszentrum Ruhr Park in Bochum blockiert. Die Aktivisten wollen mit der Blockade offenbar gegen den Konsumrausch in der Weihnachtszeit protestieren.

Ruhr Park Bochum: Aktivisten offenbar mit Sperrmüll angereist

Laut Radio Bochum haben die Aktivisten mit einem Lkw und Sitzblockaden die Straße versperrt, auch Sperrmüll wurde auf die Straße gekippt. Einige Aktivisten hätten sich angekettet. Damit blieb Autofahrern die Einfahrt zum Einkaufszentrum verwehrt.

Die Autobahnabfahrt Bochum-Werne ist von der Polizei für unbestimmte Zeit komplett gesperrt worden. Als Umleitung empfehlen die Beamten derzeit die Abfahrt Harpen und die Zufahrt von hinten an den Ruhr Park.  Alternativ ginge den ganzen Tag noch die Route über die Wieschermühlenstraße. 

Ruhr Park Bochum: Mindestens zwei Aktivisten haben sich einbetoniert

Die Situation scheint noch ungebändigt: Zwei der insgesamt 15 Aktivisten wurden zwischenzeitlich in Gewahrsam genommen. Mindestens zwei weitere haben sich sogar einbetoniert. Einige blockieren immer noch die Zufahrt zum Parkhaus.

Die Polizei Bochum spricht in den sozialen Medien derzeit noch von einer "Spontanversammlung" - die Protestaktion war offenbar nicht angemeldet. Die Aktivisten sollen außerdem Bengalos gezündet haben. 

Ruhr Park Bochum: Protest bereits vergangene Nacht gestartet 

Wie aus Tweets der Aktivistengruppe "AlleJahreWiderstand“ hervorgeht, wurden die Sperrmüll-Blockaden in Bochum bereits in der Nacht errichtet. Dort heißt es: "Die Blockade steht und sie ist wunderschön! Gegen Kapital, Konsum und Staat!" Zulieferer hätten die Blockade gegen 6.10 Uhr gemeldet.

Video: Klimaaktivisten blockieren Großen Stern in Berlin

Ebenfalls in den Tweets ersichtlich ist, dass die Räumung der Aktivisten in Bochum noch im vollen Gange ist. Mindestens einer der Aktivisten soll aber bereits aus dem Gewahrsam entlassen und laut Aktivisten von der Polizei "massiv eingeschüchtert" worden sein.

Auf dem Account heißt es hierzu: "Ein Mensch ist jetzt aus Gewahrsam raus. Mensch berichtet von massiver Einschüchterung und Drohung seitens der Cops, Mensch durfte widerrechtlich niemanden anrufen. Sag mal geht's noch?!? #acat #fightrepression #Solidarität" 

FDP Bochum: Stellungnahme zum Protest

Mittlerweile hat sich auf die FDP Bochum zum Protest am Ruhr Park geäußert und kritisiert die Aktion, die sich gegen die Konsumgesellschaft richtet. 

"Linke Kleingruppen haben vielen Menschen ordentlich den Weihnachtseinkauf verdorben", erklärt der Kreisvorsitzende Olaf in der Beek in einer Pressemitteilung. "Das ist keine Kapitalismuskritik mehr, das ist der eindeutige Beweis dafür, dass diese Menschen den Systemwechsel wollen. Und damit stellen sie sich selbst eindeutig an den extremen Rand."

Mehr zum Thema