Polizei Bochum stoppt gefährlichen Transporter: "Als hätte er fünf Jahre im Kanal gelegen"

+
Sage und schreibe 86 Mängel wurden bei einem in Osteuropa zugelassenen Kleintransporter festgestellt, der am gestrigen 11. März im Rahmen einer Großkontrolle der Bochumer Direktion Verkehr in Witten angehalten worden ist. Foto: Polizei Bochum

Bochum/NRW - Mit 86 Mängeln hat die Polizei am Montag einen Transporter gestoppt. Was die Beamten zu sehen bekamen, stimmte sie ungläbig.

Einen unfassbaren Fund hat die Polizei Bochum am Montag bei Kontrollen im Stadtgebiet gemacht. Mit sage und schreibe 86 Mängeln zogen Beamten einen Transporter aus dem Verkehr.

"Eigentlich wäre es einfacher gewesen, zu notieren, was noch in Ordnung ist", notiert die Polizei in Bochum in ihrem Bericht über das Fahrzeug.

Es war am Montag (11. März) auf der Dortmunder Straße in Bochum unterwegs, als ein erfahrener Polizist das Fahrzeug stoppte. Ähnlich wie beim Fall einer bekifften Frau auf der A40, fiel den Polizisten die Kinnlade herunter.

Polizei Bochum stellt 86 Mängel fest

Von den 86 Mängeln, die später festgestellt wurden, stammten 19 aus der Kategorie "verkehrsunsicher". Jeder dieser Mängel alleine genommen hätte die Fahrt des 30-jährigen Mannes beenden können.

Dazu gesellten sich 65 erhebliche Mängel, die nur eine Fahrt bis zur nächsten Werkstatt gestattet hätten sowie zwei geringe Beanstandungen.

Beispiel? Auf einer Hinterachse stellte die Polizei Bochum keine Bremswirkung fest. Außerdem waren sämtliche Lenkungsträger ausgeschlagen, sodass der Abriss drohte.

"Wie 17 Jahre im Kanal"

Zudem stellten Gutachter verbaute Fremdteile, selbst eingebaute Leitungen aus dem Baumarkt, ein komplett durchgerosteten und zerfressenen Unterboden und vieles mehr fest. Der TÜV in Witten schrieb ein dreiseitiges Gutachten mit allen Mängeln.

Das Fazit der Polizei: "Das 17 Jahre alte Fahrzeug sah aus, als hätte es fünf Jahre im Kanal gelegen, so verrostet waren die Fahrzeugteile."

In der Folge ließ die Polizei die illegal gesammelte Schrottladung, unter anderem alte Ölfilter (gefährlicher Abfall) entsorgen. Außerdem wurde die sofortige Zwangsstilllegung des Fahrzeuges angeordnet und die Kennzeichen sichergestellt.

Zu allem Überfluss stellten die Beamten später fest, dass der Fahrer auch noch unter Einfluss von Cannabis unterwegs war.